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Pirna

Schlangestehen vor dem Baumarkt

Wegen der Corona-Pandemie müssen ab Montag auch Obi und Co. schließen. Das sorgte für extremen Andrang. Menschenleer war es an anderer Stelle.

In Zeiten von Corona dürfen nicht alle gleichzeitig rein: Besucher stehen am Sonnabend vor dem Obi in Pirna an.
In Zeiten von Corona dürfen nicht alle gleichzeitig rein: Besucher stehen am Sonnabend vor dem Obi in Pirna an. © Daniel Förster

Die Corona-Situation hat am Wochenende für teils skurrile Szenen in Pirna gesorgt. Während die Innenstadt mit ihren beschaulichen Gassen am Sonnabendnachmittag wie ausgestorben wirkte, gab es an anderer Stelle einen wahren Menschenauflauf. Vor dem Obi-Baumarkt an der B 172 in Pirna standen die Leute am Sonnabend Schlange. Der Grund für den Ansturm: Garten- und Baumärkte müssen ab Sonntag, dem 22. März, geschlossen bleiben. Das legte die Staatsregierung am Freitagmittag fest, um eine weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Diese Läden waren bis dahin noch von der allgemeinen Ladenschließung ausgenommen.

Trotz erhöhter Ansteckungsgefahr: Der Toom-Baumarkt in Copitz und der Obi-Markt in Pirna erlebten am vorerst letzten Öffnungstag einen extremen Besucherandrang. Am Eingang gibt es bereits seit wenigen Tagen Zugangskontrollen. Mitarbeiter einer Securityfirma wurden angeheuert, um nur eine bestimmte Anzahl an Kunden in den Markt zu lassen. Mit der Beschränkungen soll dafür gesorgt werden, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig an den Kassen warten – und sich dadurch zu nahe kommen. War der Laden voll, mussten die Leute vor dem Eingang warten. Wie ein Fotoreporter beobachtete, wurden vor allem Gartenutensilien, Pflanzen, Blumenerde und Heimwerkerbedarf gehamstert. Der Andrang hielt bis zum Ladenschluss an.

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Spuckschutz an den Kassen

Gut zu tun haben in der Corona-Krise auch die Supermärkte. Zum Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Einkäufer vor dem Coronavirus haben viele Ketten ihre Einkaufs- und Hygieneregeln verschärft. Dazu gehört Netto. Im schwarzen Netto an der B 172 in Pirna sind Kunden seit Sonnabend beispielsweise angehalten, einen Einkaufswagen zu benutzen. Denn dieser zwingt sie automatisch, Abstand zu anderen zu halten. 

Kassierer Tom Schweigler aus Wehlen arbeitet hinter einer durchsichtigen Plastikfolie im Kassenbereich, auf dem Boden sind Markierung für den Abstand der Kunden aufgeklebt, Werner Linnè aus Copitz (mit Brille) hat gerade ú.a. Blumenerde eingekauft;
Kassierer Tom Schweigler aus Wehlen arbeitet hinter einer durchsichtigen Plastikfolie im Kassenbereich, auf dem Boden sind Markierung für den Abstand der Kunden aufgeklebt, Werner Linnè aus Copitz (mit Brille) hat gerade ú.a. Blumenerde eingekauft; © Daniel Förster

In einigen Märkten hat Netto die Anzahl der freien Einkaufswagen gedrosselt. Auch damit soll verhindert werden, dass sich zu viele Menschen zeitgleich in dem Geschäft aufhalten.

Im Netto-Markt an der Pratzschwitzer Straße in Copitz arbeiten die Kassierer seit dem Wochenende zudem hinter einer durchsichtigen Plexiglasscheibe. Dieser sogenannte Spuckschutz soll die Angestellten vor einer Tröpfcheninfektion schützen. Außerdem sollen die Supermarktkunden möglichst bargeldlos zahlen. Damit sich die Menschen an den Kassen nicht zu nahe kommen, wurden zudem farbige Markierungen auf den Boden aufgetragen, damit die Leute genügend Abstand zueinander halten. In anderen Supermärkten im Landkreis gelten wegen der anhaltenden Corona-Krise ähnliche Regeln und Schutzvorkehrungen.

Spielplätze sind Sperrgebiet

Im Kampf gegen das Coronavirus hatte die Regierung zudem beschlossen, dass bundesweit Spielplätze schließen müssen. Mitarbeiter der Stadt Pirna hatten deshalb am Freitag auf den öffentlichen Spielplätzen Informationen ausgehangen, unter anderem im Ernst-Thälmann-Park, im Friedenspark und an den Elbwiesen. Noch am Donnerstag hatten dort dutzende Kinder gespielt, wie ein Fotoreporter für die SZ beobachtete. Und das, obwohl dort schon gar nicht mehr getobt werden durfte. 

Im Friedenspark in Pirna ist der Spielplatz vorläufig gesperrt.
Im Friedenspark in Pirna ist der Spielplatz vorläufig gesperrt. © Daniel Förster

Am Sonnabendnachmittag herrschte auf diesen drei Spielplätzen dann tatsächlich gähnende Leere. Lediglich im Friedenspark saßen drei Jugendliche auf dem Klettergerüst zusammen. An den Elbwiesen ging eine Familie spazieren, deren Tochter kurz rutschte und schaukelte. Nach wenigen Minuten zog die Familie aber weiter.

Wie verwaist wirkte am Nachmittag auch die Pirnaer Altstadt. Trotz Sonnenschein ließen sich kaum Fußgänger in den Gassen blicken.

Die Schuhgasse, die zu den belebtesten in Pirna gehört, war wie leer gefegt. Auch die Schössergasse, die Jacobäerstraße und die Grohmannstraße waren wie leer gefegt. Auf der Dohnaischen Straße gingen vereinzelt wenige Senioren, Pärchen und Familien mit Kinderwagen spazieren. 

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