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Weißwasser

Schleife plant Bürgerbus

Gedacht ist er für ältere Menschen, könnte aber auch Brandenburger Schüler ins neue Schulzentrum holen. Noch ist der Unterhalt nicht geklärt.

Die Schleifer planen einen Bürgerbus. Wie der unterhalten wird, ist noch unklar.
Die Schleifer planen einen Bürgerbus. Wie der unterhalten wird, ist noch unklar. © Archivfoto: Uwe Schulz

Schleife. Schleife setzt Geld für Mobilität im ländlichen Raum ein. Geplant ist nach Aussage von Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) die Anschaffung eines Bürgerbusses. Er soll vor allem die älteren Menschen zu (Fach-)Ärzten, Ämtern oder zum Einkauf in die Gemeinde und das Umland fahren. Sprich, überall dorthin, was der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) nicht anfährt. Befördern könnte dieser Bürgerbus ebenso Schüler zum neuen Deutsch-Sorbischen Schulzentrum nach Schleife, wenn es im nächsten Jahr eröffnet wird. Etwa 20 Schüler aus Brandenburg und den Umlandkommunen sind angemeldet. Mit dem ÖPNV kommen sie wegen der Landesgrenze Sachsen/Brandenburg jedoch nicht zur Schule nach Schleife oder nur auf 20 Kilometer Umwegen, so dass sie nicht pünktlich zum Unterricht eintreffen.

Geld aus dem Sächsischen Mitmach-Fonds soll nun den Grundstock für die Anschaffung des Busses bilden. Wie dann jedoch Fahrzeugunterhalt und Betriebskosten finanziert werden könnten, ist noch völlig ungeklärt. Hier zählt die Gemeinde Schleife auf Unterstützung durch den Freistaat Sachsen, wenn 2020 der Mitmach-Fonds noch einmal neu aufgelegt wird. Dieser wurde für 2019 bereitgestellt, um Ideen und Initiativen zu fördern, die das Leben in den Braunkohlerevieren Lausitz und Mitteldeutschland lebenswerter machen. Am Rande der Grundsteinlegung zum Wiederaufbau der Grotte am Rakotzsee in Kromlau bat der Schleifer Bürgermeister den Ministerpräsidenten um Hilfe für den Bürgerbus. „Im Vorfeld der zweiten Runde werden wir auch die Bürgermeister befragen, wie der Mitmach-Fonds noch besser gestaltet werden kann“, erklärte Michael Kretschmer (CDU). Dies betreffe Modalitäten der Abrechnung und Verwendungsnachweise sowie die Frage, ob und wie die Kommunen noch einfacher und gezielt auf ihre Ansprüche und Vorhaben zugeschnitten das Geld nutzen könnten. „Es geht darum, solche Vorhaben wie den Bürgerbus in Schleife unbürokratischer auf den Weg zu bringen“, kündigte er an.

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Zum Jahresende soll der neue Schulkomplex in Schleife, bestehend aus Grund- und Oberschule, Turnhalle und Hort, fertig sein. In den Winterferien steht der Umzug an. Die feierliche Eröffnung ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen. In der Gemeinde Schleife hofft man indes, dass bis dahin der Busverkehr für Schüler aus Brandenburg geregelt ist. Das sei auch für die Eltern wichtig, so Reinhard Bork. Da der Schülerverkehr dem Landkreis obliegt, sei er nicht über Landesgrenzen hinweg so einfach möglich. Landrat Bernd Lange (CDU) versprach dennoch, wie auch Ministerpräsident Kretschmer, sich der Thematik anzunehmen und nach Lösungswegen zu suchen. Mit Blick auf die Schuleröffnung und der dafür erforderlichen Anmeldungen dränge allerdings die Zeit. (mit sab)

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