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Weißwasser

Schleife soll sich der Kriegsopfer erinnern

Die Rohnerin Edith Penk fordert, der Toten des Angriffs vor 75 Jahren zu gedenken. Mit einer Kranzniederlegung sei das ihrer Ansicht nach aber nicht getan.

©  Foto: Rene Meinig

Vor 75 Jahren gab es bei den Kämpfen um Schleife Tote, Verwundete und viele Zerstörungen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mahnte die Rohnerin Edith Penk deshalb an, dieser Ereignisse zu gedenken und wollte wissen, ob die Gemeinde dazu etwas plant.

„Der Hinweis ist schon sehr wichtig, zumal seit 75 Jahren in Europa Frieden herrscht“, so Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos). Die Gemeinde gedenke alljährlich der Toten. Allerdings sei die Beteiligung bei Kranzniederlegungen in den vergangenen Jahren immer „sehr dürftig“ gewesen. Außerdem rufe er jedes Jahr zur Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge auf. Doch auch da sei die Beteiligung sehr gering, so Reinhard Bork. Er werde mit Pfarrerin Jadwiga Mahling sprechen, inwieweit sich die Kirchengemeinde diesem Jahrestag widmen werde.

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Die Antwort stellte Edith Penk nicht zufrieden. Sie kann nach eigener Aussage „nicht verstehen, dass sich so wenige Menschen erinnern wollen“. Immerhin habe es bei den Kämpfen um die Kirche in Schleife 130 Tote gegeben. Sie habe die Bilder vom Frühjahr 1945 noch im Kopf. Den glutroten Himmel, die Bombenabwürfe über Schleife, die Schützengräben mit vielen Toten, die Zerstörung des Kirchendachs und vieler anderer Häuser, das vergesse man nicht. „Da sollte nicht bloß ein Kranz niedergelegt werden“, sagte sie.

Zugleich wandte sie sich erneut gegen die zahlreichen Truppenbewegungen in der Oberlausitz. Mit Entsetzen verfolge sie die Berichte über die zunehmenden Aktivitäten auf dem Truppenübungsplatz. Panzer auf den Straßen und Leuchtraketen am Nachthimmel, das sei für die Älteren mit schrecklichen Erinnerungen verbunden. Mit Verweis auf das geplante Nato-Großmanöver „Defender Europe“ forderte sie im Gemeinderat Schleife, „dass man dagegen doch etwas tun müsse“.

Das gehöre nicht zusammen, das Manöver jetzt und das Geschehen vor 75 Jahren, entgegnete Jörg Funda (CDU). „Mir gefällt nicht, dass du immer sagst, man müsste etwas tun. Das führt doch zu nichts“, erklärte er und fügte hinzu: „Mach einen konkreten Vorschlag, dann bin ich dabei“.

Der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs wird mit Denkmälern am Groß Dübener Weg in Schleife und am Mühlroser Weg in Mulkwitz gedacht. Dort werden jedes Jahr Kränze niedergelegt. Darüber hinaus befinden sich unter den etwa 60 Kulturdenkmalen in der Gemeinde Schleife weitere, die an Opfer vorheriger Kriege erinnern wie die Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf der Friedensstraße in Schleife, auf der Mühlroser Straße in Mulkwirtz sowie am Mulkwitzer Weg in Rohne. Überdies erinnert ein Gedenkstein an den Napoleonischen Angriff 1870 und ein Denkmal an die Gefallenen 1870/71.

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