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Schliebenschule ist bezugsfertig

Die SZ durfte vorab einen Blick ins Innere werfen. Auf diese Schule kann die Stadt Zittau stolz sein, sagt der Hauptdezernent.

© Matthias Weber

Von Mario Heinke

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Zittau. Mit der elektronischen Schließanlage kommt Veronika Kushmann noch nicht so richtig klar. Mehrfach wedelt sie mit dem Transponder, einem kleinen Funkkommunikationsgerät, über das Empfangsteil an der Wand neben der Eingangstür und wartet auf das Signal. Plötzlich ist ein „Klack“ zu hören und die Tür in die Schliebenschule lässt sich öffnen. „Da muss ich mich noch dran gewöhnen“, sagt sie und lächelt. Im Innern setzt sich die elektronische Steuerung bei der Beleuchtung fort. Beim Begehen des Flurs gehen die runden Lampen an der Decke dank Bewegungsmelder automatisch an. Im Gebäude überschlägt sich die Schulleiterin vor Begeisterung. Der erste Eindruck: viel Tageslicht, abgestimmte Farben, moderne Technik, viel Glas, Edelstahl, liebevolle Details und großzügige Räume, die für die jeweilige Nutzung optimiert sind. Die Geschosse sind farblich unterschiedlich gestaltet. Im Keller sind Zimmertüren, Fußbodenbeläge und die Rahmen der Glastüren im Flur orange gestaltet. Im Erdgeschoss dominiert Gelb, im ersten Obergeschoss Grün und im zweiten Obergeschoss, das dem Himmel am nächsten ist, Blau. Graue Karos, die mit der jeweiligen Farbe der Etage korrespondieren, finden sich in den Fußböden der Flure. Die Obergeschosse verfügen über jeweils einen offenen Begegnungsraum, der für die Gruppenarbeit genutzt werden kann. An den Decken der Unterrichtsräume sind schallschluckende Lochwände angebracht.

Die schuleigene Cafeteria mit Ausgang zum Hof und Lehrküche betreiben die Schüler künftig selbst.
Die schuleigene Cafeteria mit Ausgang zum Hof und Lehrküche betreiben die Schüler künftig selbst. © Matthias Weber
Die Echse hat den Umzug von der Burgteichschule in die Schliebenschule schon hinter sich.
Die Echse hat den Umzug von der Burgteichschule in die Schliebenschule schon hinter sich. © Matthias Weber
Die lichtdurchfluteten Fachkabinette sind mit modernster Technik ausgestattet.
Die lichtdurchfluteten Fachkabinette sind mit modernster Technik ausgestattet. © Matthias Weber

Die gute alte Schiefertafel hat ausgedient, statt mit Kreide schreibt man in dieser Schule künftig ausschließlich mit Markern auf weißen Tafeln. Die Ausstattung der Fachkabinette lässt wohl keine Wünsche offen. Traversen an der Decke versorgen die Arbeitstische mit 220 Volt- und Schwachstrom. Der Hingucker im Chemiekabinett ist der verglaste Experimentierschrank mit Ablufteinrichtung, der zudem noch mobil ist. Die komfortable Ausstattung der Holzwerkstatt im Keller, mit soliden Werkbänken, Schraubstöcken, gut sortierte Werkzeugkästen und verschiedenen Baukästen, lässt den durchschnittlichen Heimwerker vor Neid erblassen. Auch die Ausstattung der Cafeteria mit modernstem Koch- und Arbeitsgerät zeigt, dass die Stadt bei der Ausstattung nicht knausrig war. Die Räume, in denen künftig Musik gespielt wird, verfügen über zusätzliche, schallschluckende Lochwände, eine Musikanlage, Textilböden und im Boden eingelassene Steckdosen. Das großzügige Lehrerzimmer mit Küchenzeile brilliert durch einen einzigartigen Blick auf die Schmalspurbahn, die direkt am Fenster vorbeirollt. Ein Fahrstuhl macht die Schule barrierefrei.

Veronika Kushmann hat sich gewissermaßen schon in der Schliebenschule verewigt. Sie wählte die Zitate aus, die an den Glastüren in den Fluren zu lesen sind, und entwarf die Beschriftung an der großen Scheibe in der Cafeteria. Das Lehrerkollegium der Burgteichschule war von Anfang an über die Planungen informiert und durfte Wünsche einbringen, erzählt die Schulleiterin. Sie hat den Tag, an dem die Schliebenschule fertig wird, seit vielen Jahren herbeigesehnt. Um die Außenanlage mit Fitnessgeräten ausstatten zu können, warben die Schulleiterin und ihre Kollegen Sponsorengelder in Höhe von 25000 Euro ein. Am 19. Juni kommen die neuen Möbel, und danach soll das Inventar aus der Burgteichschule abgeholt werden, sagt Volker Beer, Referatsleiter Schulen, Sport, Kinder und Jugend bei der Stadtverwaltung Zittau. Für die Bibliothek sucht Beer noch einen Sponsor, der zwei Meter hohe Bücherregale finanziert. Sieben laufende Meter werden gebraucht, sagt er. 320 Schüler werden mit Schuljahresbeginn das sanierte Gebäude nebst Neubau in Besitz nehmen, das sind schon 20 mehr, als jetzt in der Burgteichschule lernen. In den Folgejahren sollen voraussichtlich 15 Klassen mit insgesamt 420 Schülern an der Schliebenschule unterrichtet werden.

„Auf diese Schule kann die Stadt stolz sein“, sagt Hauptdezernent Thomas Mauermann. „Wenn wir bauen, dann richtig“, fügt Baudezernent Ralph Höhne hinzu. Er versichert, dass dieses Bauvorhaben im vorgesehenen Kostenrahmen bleibt. Insgesamt fließen 8,6 Millionen Euro in das alte Schulgebäude, den neuen Anbau und die Außenanlagen, die noch bis Jahresende fertiggestellt werden. Nach fast drei Jahren Bauzeit werden die Zittauer bei einem „Tag der offenen Tür“ einen Blick in die Schule werfen können. Wann das so weit ist, konnte Volker Beer beim Rundgang am Freitagvormittag noch nicht sagen.