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Schloss mit Aussicht

Weithin ist das barocke Bauwerk über dem Weißeritztal sichtbar. Sein Name steht für pure Lebensfreude.

Von Yvonne Popp

Schmal und serpentinenartig windet sich die Jochhöhstraße aus Freital hinaus. Hat man nach einem bisweilen recht steilen Aufstieg Wald und Häuser hinter sich gelassen, taucht linker Hand das Jochhöhschlösschen auf. Es ist im barocken Stil gehalten und diente ursprünglich als Weingut für den hangabwärts bis zur heutigen Schafsquelle gelegenen Weinberg.

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Günter Carl Albrecht von Nimptsch, Geheimrat, Kammerherr und Kreissteuereinnehmer ließ das Bauwerk zwischen 1795 und 1797 errichten und gab ihm den Namen Juchhe-Schlösschen. Dieser Name ist auf die Lebensfreude des Freiherrn zurückzuführen. So soll er beim Anblick seines Schlösschens und der reizvollen Landschaft ringsherum in laute Jubelrufe ausgebrochen sein. Die Bezeichnung Juchhe-Schloss verbreitete sich und fand Verwendung in den Wanderkarten. Erst in den 1920er-Jahren wurde der Name dann zu „Jochhöh“ abgewandelt.

Nach Günter Carl Albrecht von Nimptsch erwarb dessen Bruder 1803 das Schloss, danach ging es als Teil des Rittergutes Pesterwitz an den Baron von Thümen. 1847 erwarb es Carl Friedrich August Dathe von Burgk, Sohn eines kursächsischen Kriegsrates und Erbe des Rittergutes Freital-Burgk, der es kaum ein Jahr später seinem Sohn zur Hochzeit schenkte. 1898 befiel die Reblaus die Weinstöcke des angrenzenden Weinberges. Die Rebstöcke gingen ein und konnten nicht wieder neu angebaut werden. Seitdem gab es direkt am Jochhöhschloss keinen Weinanbau mehr.

Es existieren heute widersprüchliche Angaben, ab wann die Stadt Freital das Schloss zum Altenheim umfunktionierte. In einer Broschüre, die anlässlich der 100-jährigen Weihe der St.-Jacobus-Kirche in Pesterwitz herausgegeben wurde, kann man nachlesen, dass nach Erneuerung und Vergrößerung der Seitenflügel ab 1954 ältere und pflegebedürftige Menschen in das Jochhöhschlösschen zogen. Im Jahr 2000 siedelte das Altenheim in ein neues Gebäude, nahe dem Pesterwitzer Ortskern, um.

Das Schloss ging in privaten Besitz über und wurde noch einmal saniert. Schnell waren 15 exklusive Wohnungen im Schloss und vier weitere in den Kavaliershäusern vergeben. Ob den Bewohnern heute auch manchmal ein Juchhe-Ruf über die Lippen kommt, wenn sie von der rückwärtigen Terrasse auf die rechte Hangseite des Weißeritztales mit den Ortsteilen Burgk, Birkigt bis Dresden-Gittersee blicken?