SZ +
Merken

Schloss setzt mehr auf Gastronomie

Kulturzentrum. Die Zahl der Veranstaltungen und Besucher im Schloss steigt stetig. Doch ohne Zuschüsse kommt der Kulturbetrieb nicht aus.

Teilen
Folgen

Von Jürgen Birkhahn

Jörg Rietdorf zeigt sich zufrieden. Mit einem Fehlbetrag von 138 000 Euro hat das Kulturschloss eines der erfolgreichsten Jahre beendet. Das geht aus dem Jahresbericht 2005 hervor, den der Geschäftsführer den Stadträten vorlegte.

35 498 Besucher kamen zu mehr als 200 Veranstaltungen. Das sind knapp 1 000 Gäste mehr als im Jahr zuvor. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir das Ergebnis von 2004 noch toppen können“, sagt Rietdorf, der mit seinem Team auch bei den Umsätzen erheblich zulegte. Etwa 50 000 Euro mehr als im Vorjahr hat der Kulturbetrieb erwirtschaftet. Dennoch kommt auch er ohne Zuschüsse nicht aus. „Es wird wohl keine Kultureinrichtung geben, die ohne Zuschüsse zurecht kommt“, sagt er.

Zuschüsse werden geringer

Allerdings werden auch im Kulturzentrum die Zuschüsse immer weniger. Sowohl die Stadt Großenhain als auch der Kulturraum Elbtal verringern stetig ihre Zuschüsse. So haben sich seit der Gründung des Kulturzentrums die Zuschüsse vom Kulturraum um etwa 50 000 Euro reduziert. Auch die Stadt Großenhain als Gesellschafter gibt von Jahr zu Jahr weniger.

Deshalb wird immer wieder nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Umsätze zu erhöhen. Neben einer größeren Vielfalt an Veranstaltungen legt das Team um Jörg Rietdorf mehr Augenmerk auf den gastronomischen Bereich. Der ist nicht nur auf das Schloss begrenzt. So erhofft sich der Geschäftsführer in diesem Jahr gute Einnahmen aus der Versorgung im Naturerlebnisbad, denn bei dem schönen Wetter klingelt es nicht nur in der Kasse des Bades. Während für den Kulturbetrieb Sommerpause herrscht, ist in der hauseigenen Gastronomie kaum Ruhe.

„Wir haben viele Buchungen für Hochzeiten und Familienfeiern“, sagt Rietdorf. Gerade Hochzeiten werden immer beliebter. Viele Paare feiern nach der Trauung im Schloss gleich hier den schönsten Tag ihres Lebens. Ob im Saal, im Foyer oder im Schlosskeller, es gibt viele Möglichkeiten und Plätze für eine schöne Feier. Ab 3. September gibt es dann wieder auf der Bühne des Hauses kulturelle Leckerbissen. Es beginnt die neue Saison mit der Stunde der Musik. Eine Woche später ist Olaf Schubert auf der Bühne im großen Saal Gast. Der Weltverbesserer und Humorist startet mit einem neuen Programm und wird damit wieder alle Generationen zum Lachen bringen.

Starkoch verrät Tipps

Als ein besonderes Highlight verspricht das Kulturzentrum das Federweißenfest im Schlossgraben. Es hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Attraktivität gewonnen. „Es treten Bands auf, die mittelalterliche Musik spielen“, sagt Rietdorf, der noch von einem weiteren Höhepunkt im September schwärmt: Eine Ausstellung von Villeroy und Boch, die mit einem kleinen Küchenmuseum verbunden ist. Hier erhofft er sich ebenso gute Besucherzahlen, wie zur Orchideenausstellung. Und wer wissen möchte, was man in der Küche Leckeres zaubern kann, der sollte nicht das Kochstudio mit Starkoch Johann Lafers verpassen. Hier wird es mit Sicherheit ein paar heiße Tipps für ein gutes Essen geben.