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Holländer lässt Rittergut Tiefenau einrüsten

In einem Monat soll eine Fassade fertig geputzt sein. Für Henry de Jong ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ferienparadies. Der Zeitplan ist sportlich.

Das Gerüst vor dem östlichen Torhaus wird aufgebaut.
Das Gerüst vor dem östlichen Torhaus wird aufgebaut. © Lutz Weidler

Tiefenau. Halbzeit oder Bergfest - das sind die gängigen Begriffe, wenn die Hälfte eines Fußballspiels geschafft ist oder der Mittelpunkt einer Wegstrecke erreicht wurde. Drei Jahre, nach dem Henry de Jong das Areal von Schloss Tiefenau gekauft hat, kann durchaus von einem Bergfest gesprochen werden. Zumindest, wenn die Pläne des Niederländers aufgehen. 

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Wie er der SZ verriet, soll das gesamte Areals bis Ende 2022 fertig sein. Nicht nur die Sanierung des Ritterguts, sondern auch die Wiedererrichtung des Tiefenauer Schlosses, der Bau von 80 Ferienhäusern und die Gestaltung einer Golfanlage zwischen Lichtensee, Heidehäuser und Tiefenau. "Das ist sportlich, aber ich bin ein Optimist", sagt de Jong.  "Das geht auch, wenn man mit genügend Manpower Dampf machen kann."

Am Mittwoch wurde eine Fassade des östlichen Torhauses eingerüstet. Sie soll geputzt werden. Nicht  nur pro forma, damit nicht noch mehr Mörtel aus den Fugen des alten Gemäuers bröselt. Nein, die Fassade soll das fertige Antlitz des zukünftigen Premium Resort Schloss Tiefenau erhalten. Von der Straße aus sollen Passanten dann einen ersten Eindruck haben,  wie das gesamte Rittergut einmal aussehen soll. 

Henry de Jong sitzt in seinem spartanisch eingerichteten Büro im östlichen Torhaus des Rittergutes.
Henry de Jong sitzt in seinem spartanisch eingerichteten Büro im östlichen Torhaus des Rittergutes. © Jörg Richter

In den nächsten Tagen und Wochen soll der alte Putz abgeklopft und Sandsteinelemente saniert bzw. ausgewechselt werden. Das macht das Team um Objektmanager Holger Wolf noch in Eigenregie. Zu der bisher fünfköpfigen Stammmannschaft des zukünftigen Urlauberparadieses zählen neben Wolf, einem Zimmermann, einem Gärtner und einer Hilfskraft auch ein Steinmetz. Anschließend wird neu verputzt. Das lässt de Jong aber von einer Firma machen. 

Auch Farbe soll schon dran. "Wie sie aussehen soll, darüber wird noch gesprochen", sagt der niederländische Unternehmer. Aber er gehe davon aus, dass sie sich an der Gestaltung der bereits restaurierten Gartenpavillons anlehnt. "Mein Favorit ist ein helles Gelb mit weißen Fenstereinfassungen", verrät der 59-Jährige, der sich im östlichen Torhaus ein Büro eingerichtet hat.

In einem Monat soll die Fassade fertig sein. Das ist zumindest der bisherige Plan. Inwieweit die Corona-Krise das Vorhaben beeinflusst, bleibe abzuwarten, so de Jong. Schon jetzt zeigen sich erste Auswirkungen der Pandemie. Denn die polnische Firma, die das Dach auf dem westlichen Torhaus sanieren sollte, darf nicht einreisen. Ursprünglich vereinbarte Termine könnten sich deshalb verschieben. Vielleicht muss sich der Unternehmer nach einer anderen Putzfirma umsehen. Aber vermutlich zu anderen Konditionen. Das könnte die Sanierung des Rittergutdaches teurer machen.

Wenn das Gerüst hier fertig ist, soll es am westlichen Torhaus weitergehen.
Wenn das Gerüst hier fertig ist, soll es am westlichen Torhaus weitergehen. © Lutz Weidler

Davon lässt Henry de Jong sich aber von seinen Gesamtvorhaben nicht abbringen. In Tiefenau soll ein Ferienresort entstehen, das in Deutschland seinesgleichen sucht. 

Das Konzept eines Schlosshotels mit Ferienhäusern und einem 120 Hektar großen Golfplatz sei in Deutschland einzigartig.

Auf die Frage, ob es denn in Holland nicht auch die Möglichkeit für ein derartiges Projekt gegeben hätte, antwortet er: "In Sachsen gibt es viel mehr Schlösser als in den Niederlanden. Denn es hat bei uns keine adelige Tradition gegeben wie hier." Die meisten Schlösser in seiner Heimat seien bereits saniert und verkauft. Außerdem seien die Baukosten hier geringer, denn es gebe in Deutschland viel höhere Fördermittel für denkmalgeschützte Bauwerke. "Das ganze Gebäudeensemble wird auf Landes- und Bundesebene als wertvolles Denkmal angesehen", bestätigt de Jong. "Der Denkmalschutz stellt Schloss Tiefenau sogar auf die gleiche Stufe mit dem Dresdner Zwinger." Es wird vermutet, dass die gleichen Architekten des Dresdner Hofes auch hier ihre Handschrift zurückgelassen haben.

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In den nächsten Wochen soll auch die Hofseite des westlichen Torhauses eingerüstet und geputzt werden. Die Sanierung des gesamten Rittergutes werde wohl drei Jahre dauern. Also bis zur geplanten Eröffnung des Resorts.  "Die Sanierung des Altbestandes benötigt die meiste Zeit. Das ist kompliziert. Aber der Neubau der Ferienhäuser und der Wiederaufbau des Schlosses geht ziemlich schnell", sagt de Jong. Im Sommer soll begonnen werden, die ersten der 80 Ferienhäuser zu bauen.  

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