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Schloss wurde 1949 gesprengt

Seerhausen. Zunächst ist anerkennend festzustellen, dass ein ähnliches Dorf- und Volksfest in Seer-hausen in dieser Gestaltung lange nicht stattgefunden hat. Deshalb gilt das uneingeschränkte Lob der...

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Seerhausen. Zunächst ist anerkennend festzustellen, dass ein ähnliches Dorf- und Volksfest in Seer-hausen in dieser Gestaltung lange nicht stattgefunden hat. Deshalb gilt das uneingeschränkte Lob der Heimatgruppe, dem Förderverein Seerhausen und allen sonstigen Helfern, die mit viel Fleiß zum Gelingen dieses schönen Festes beitrugen. Hierbei sollen auch die Getränke- und Imbissanbieter und das kleine Café der Heimatgruppe nicht vergessen werden.

Das Programm war abwechslungsreich und für jeden Geschmack etwas dabei. Schade nur, dass es der voraussichtlich letzte Auftritt des ewig jungen Karl Haffner sein sollte.

Initiative: Glocken

eher geborgen

Im ersten Beitrag des Berichterstatters Peter Noack über dieses Dorffest (vom 28. August) wurde zwar die Glocke der Kapelle angekündigt, die wieder geläutet werden sollte. Das wurde aber am Sonntag dahingehend korrigiert, dass es eine der Glocken vom Schlagwerk des Schlossturmes war, die dann weithin erklangen. Leider ist Herr Noack hier falsch informiert gewesen, denn diese Glocken hingen 1949 längst nicht mehr im bereits geplünderten Schloss beziehungsweise seinem Turm.

Von einem ehemaligen Seerhausener erfuhr ich bereits vor mehr als 50 Jahren, dass dieser und noch ein anderer Bürger die beiden Glocken schon 1946 bis 1947 vom Schlossturm geborgen hatten, um diese vor Zerstörung oder Diebstahl zu bewahren.

Sie berichteten davon auch dem damaligen Bürgermeister Kummich, der zwar gegen die Sprengung zwei oder drei Jahre später nichts unternahm, aber für die Bergung der Glocken Verständnis zeigte und einen der Retter beauftragte, diese vorübergehend in seinem Grundstück aufzubewahren, bis über ihr weiteres Schicksal entschieden wird.

Etwa Anfang der 50er Jahre sind dann die beiden Glocken in die Obhut der Bloßwitzer Pfarrgemeinde gekommen. In seinem ersten Bericht war Herr Noack über die Sprengung des bereits ziemlich beschädigten Schlosses ebenfalls falsch informiert worden. Das wurde jedoch richtig gestellt. Am Parkeingang befindet sich links eine große Tafel und vor dem Standort des Schlosses ein Gedenkstein, die beide das Jahr der Sprengung richtig mit 1949 angeben. Viele Besucher der Kapelle in Seerhausen werden überrascht gewesen sein über den guten inneren Zustand dieses kleinen Gotteshauses.

Landesregierung stellte Mittel zur Verfügung

Leider wurde nichts davon erwähnt, was diese aufwendige Sanierung gekostet hat und woher das Geld dazu kam.

Die Kirche allein hätte diese Renovierung kaum bezahlen können. Hier soll das nachgetragen werden: Dieses Geld in Höhe von damals etwa 40 000 bis 50 000 Mark wurde durch Vermittlung des ehemaligen Bürgermeisters G. Fischer über das Landesamt für Denkmalpflege und Prof. Magirius in Dresden durch die sächsische Landesregierung etwa 1992/93 als Fördermittel für zu erhaltendes Kulturgut zur Verfügung gestellt.

Der innere, aber auch der äußere Zustand, besonders die schöne Decke des Tonnengewölbes im Inneren der Kapelle, waren vorher mehr als schlecht. (Berthold Hettwer)