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Schlossbesitzer schweigt

Oppach. Vor zwei Jahren kaufte ein Unternehmer aus Großdubrau das Herrenhaus. Saniert wird noch immer nicht.

Von Romy Kühr

Die Oppacher selbst haben nicht mehr so recht daran geglaubt. Wann immer Bürgermeister Stefan Hornig das Thema „Schloss“ in den vergangenen Monaten im Gemeinderat ansprach, erntete er von den Bürgervertretern Kopfschütteln. Doch nun tut sich tatsächlich was am ehemaligen Schloss. Zumindest auf dem Papier. „Alle Probleme sind beseitigt, die Umbauten am Schloss können jetzt beginnen“, konnte Stefan Hornig in der jüngsten Sitzung der Oppacher Gemeinderäte verkünden. Bislang, so der Bürgermeister, habe es Schwierigkeiten mit der Eintragung des Besitzerwechsels ins Grundbuch gegeben. Allerdings habe der neue Eigentümer, ein Unternehmer aus Großdubrau, die Pläne für das Schloss abgespeckt. Ursprünglich sollten verschiedene Freizeiteinrichtungen im Schloss Platz finden. 18 Arbeitsplätze könnten hier entstehen, hieß es damals im Konzept. Nun will er hier nur Büros einrichten.

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Symbolpreis von einem Euro

„Wir sind ja froh, wenn überhaupt etwas passiert“, sagt resigniert der Bürgermeister dazu. Seit zehn Jahren war das immer mehr verfallende Gebäude das Sorgenkind der Gemeinde. Die Idee, das Schloss zu einem Symbolpreis von einem Euro zu verkaufen, stieß seinerzeit im Gemeinderat nicht nur auf Wohlwollen. Dennoch kam es zu dem Geschäft, vor mittlerweile zwei Jahren wechselte das ehemalige Schloss den Besitzer. „Wir sichern uns natürlich, ab, damit dann hier auch wirklich etwas passiert“, so der Bürgermeister damals.

Doch nun soll es endlich losgehen. So zitierte es zumindest Stefan Hornig in der jüngsten Gemeinderatssitzung aus einem Brief des neuen Besitzers. Warum das alles so lange gedauert hat und weshalb die großen Pläne für das neue Freizeithaus derartig abgespeckt wurden, ist vom neuen Schloss-Herren jedoch nicht zu erfahren. Auf unbestimmte Zeit verreist, im Urlaub, nicht zu sprechen, heißt es auf Nachfrage bei seiner Firma in Großdubrau. Auch einen Rückruf ist ihm trotz mehrmaliger Bitte sein neues Anwesen bislang nicht wert gewesen. Wobei „neu“ nach zwei Jahren wohl nicht mehr der richtige Ausdruck ist. Losgegangen ist es bislang auch noch nicht, jedenfalls nicht sichtbar. Und so wird die Tragik-Komödie um das ehemalige Schloss wohl noch immer nicht zu ihrem Happy End finden.