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Schlossmühle hat wieder ein Rad

Spätestens Mitte Mai soll sich der 1,4 Tonnen schwere Koloss in Radeberg auch drehen.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Augenzwinkernd könnte man sagen, die Schlossmühle am Eingang zum Hüttertal hat ein Rad ab. Aber das stimmt nun nicht mehr! Denn die beiden Schlossmüller Christian und Reinhard Sonntag haben ein neues Wasserrad für die historische Wassermühle anfertigen lassen, das nun per Kran eingesetzt wurde. „Sozusagen ein Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder“, sagt Reinhard Sonntag – denn Christian Sonntag feierte am Mittwoch seinen 55. Ehrentag.

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Die beiden Brüder haben die technisch noch voll intakte Mühle ja bekanntlich vor einigen Jahren von ihrem Vater Günter Sonntag – dem letzten Schlossmüller – übernommen – und bauen sie nun Schritt für Schritt zur Touristenattraktion auf. Regelmäßig laden sie zu Rundgängen ein, die neu geschaffene Müllerstube kann gemietet werden – und nun also wird sich in Kürze auch wieder ein Wasserrad an der historischen Mühle drehen. „Spätestens zum Mühlentag am 16. Mai soll das Ganze funktionieren“, verrät Reinhard Sonntag. Denn noch fehlt das neue Wasserbett für das Rad. Die Arbeiten sollen in den nächsten Tagen starten – und auch das altehrwürdige Getriebe wird überholt und anschließend wieder neu eingesetzt.

Schlossmühle gibt es seit dem 15. Jahrhundert

Gebaut hat das mit immerhin 1,4 Tonnen echte Mühlrad-Schwergewicht die Firma Mühlen- und Metallbau Gottfried Schumann aus Mulda im Erzgebirge. Etwa acht PS Leistung wird das Lärchenholz-Rad mit seinen 2,80 Metern Durchmesser bringen. „Bei reichlich Wasser ist mitunter vielleicht sogar ein bisschen mehr Leistung drin“, freut sich Reinhard Sonntag. Die 1,20 Meter breiten Schaufeln sind dabei verzinkt, damit sie möglichst lange halten.

Die Schlossmühle gibt es seit 1445. So lange wird nun schon die Wasserkraft der Röder in Energie umgewandelt, um aus Getreide Mehl zu mahlen oder bei Bedarf auch mal Bretter zu sägen. Im 17. Jahrhundert war die Mühle dabei bis auf die Grundmauern abgebrannt – wurde aber neu aufgebaut. Auch während der DDR wurde hier Mehl gemahlen – erst 2009 wurde die Produktion eingestellt.