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Schloss Lauenstein digital erleben

Wer einmal da war, ist begeistert. Nun möchte Altenberg noch mehr Besucher in das Schloss locken. Und dabei hilft ein Büro aus Pirna.

Vermesser Holger Hering, Gebäudevermessung, virtuelle Rundgänge, Schloss Lauenstein.
Vermesser Holger Hering, Gebäudevermessung, virtuelle Rundgänge, Schloss Lauenstein. © SZ/Maik Brückner

Eigentlich arbeitet Holger Hering als stellvertretender Geschäftsführer in einem Vermessungsbüro in Pirna. Doch seit Anfang dieses Jahres kreierte er auch virtuelle  Rundgänge. Montagabend stellte der 32-Jährige im Altenberger Stadtrat sein neues Projekt vor - einen virtuellen Rundgang durchs Schloss Lauenstein.

Dieser steht inzwischen auf der Homepage des Schlossmuseums. "Um sich diesen Rundgang anzuschauen, muss man sich kein Programm herunterladen", sagt der Vermessungsingenieur. Man braucht nur einen PC, ein Smartphone und eine gute Internetverbindung. Hat man das, kann man sich per Mausklick oder mit Fingerberührungen auf dem Smartphone von Zimmer zu Zimmer bewegen, sich dort umschauen, und dann virtuell weitergehen. "Es ist sehr einfach in der Bedienung", so Hering. Über das Menü kann man in den Modus Puppenhausansicht wechseln. In dieser Ansicht werden alle Räume in einer Übersicht gezeigt, die man wiederum drehen und wenden kann. 

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Den Anstoß zu diesem virtuellen Rundgang gab der in Bärenstein tätige Unternehmer Christoph Herbrig. Er beauftragte den Pirnaer Vermesser, für sein V 8-Werk, eine Oldtimer-Restaurierungswerkstatt, einem virtuellen Rundgang zu erarbeiten. Als dieser fertig war, zeigte er diesen Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler). Der war so begeistert, dass der Holger Hering beauftragte, etwas Ähnliches im Schloss Lauenstein zu machen. Hering nahm den Auftrag an. Drei Tage war er im Schloss unterwegs, um die Räume abzufotografieren. An zwei weiteren Tagen im Büro fügte er die Fotos zu einer Präsentation zusammen. "Da, wo ich es für nötig hielt, baute ich Informationen ein", sagt der Vermessungsingenieur.

Das Schloss Lauenstein zählt zur Montanregion Altenberg-Zinnwald.
Das Schloss Lauenstein zählt zur Montanregion Altenberg-Zinnwald. © Archiv/Egbert Kamprath
Blick in den Raum, in dem gezeigt wird, wie  Holzschindeln hergestellt wurden. 
Blick in den Raum, in dem gezeigt wird, wie  Holzschindeln hergestellt wurden.  © Archiv/Frank Baldauf
Auch dem berühmte Baumeister der Dresdner Frauenkirche, George Bähr, sind Räume gewidmet.
Auch dem berühmte Baumeister der Dresdner Frauenkirche, George Bähr, sind Räume gewidmet. © Archiv/Egbert Kamprath
Dieser Renaissance-Schrank steht im Vogelsaal des Schlossmuseum. 
Dieser Renaissance-Schrank steht im Vogelsaal des Schlossmuseum.  © Archiv/Egbert Kamprath
Blick in die Schlosskapelle von Schloss Lauenstein. Die Kanzel stammt aus dem 1653.
Blick in die Schlosskapelle von Schloss Lauenstein. Die Kanzel stammt aus dem 1653. © Archiv/Wolfgang Wittichen
Ein Hingucker ist der Türken - oder Wappensaal. Hier finden auch Trauungen statt.
Ein Hingucker ist der Türken - oder Wappensaal. Hier finden auch Trauungen statt. © Archiv/Wolfgang Wittichen

Im Stadtrat gab es unterschiedliche Meinungen zu der Präsentation. Kirsten zeigte sich hochzufrieden mit dem, was Holger Hering vorgelegt hat. Um Besucher ins Osterzgebirge zu locken, müsse man neue Wege gehen und digitale Angebote schaffen. Auch Stadtrat Bernd Greif (Wählervereinigung Osterzgebirge) lobte die Arbeit. Er hoffe, dass das recht bald in der Region bekannt wird und auch der MDR darüber berichtet werde. Noch wichtiger sei es, so Kirsten, dass es sich unter potenziellen Urlaubern herumspricht, damit die auch das Osterzgebirge besuchen. 

Andreas Büttner (Freie Wähler) hingegen meldete Zweifel an, ob der Plan aufgeht. "Warum soll ich nach Lauenstein fahren, wenn ich mir am Computer alles ansehen kann." Weniger ist manchmal mehr, so der Fraktionssprecher. Rathauschef Kirsten widersprach. Die Präsentation werde dafür sorgen, dass man neugierig werde, vor allem Kinder werden damit angesprochen. Die wollen dann live sehen, wie zum Beispiel eine Postkutsche aussieht, die sie in der Präsentation gesehen haben.

Kirsten kündigte an, dass die Stadt weitere virtuelle Rundgänge in Auftrag geben wird. Auch für die Bergbauschauanlagen in Altenberg und in Zinnwald soll es in naher Zukunft ähnliche Angebote geben. Das sei ein Beitrag Altenbergs, die UNESCO-Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři Erzgebirge noch bekannter zu machen.

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