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Riesa

Schlosstürme sollen saniert werden

Nach der Giebelreparatur sind weitere Arbeiten vorgesehen. Dafür soll es Hunderttausende Euro vom Land geben.

Der Nord- und Südturm des Strehlaer Schlosses werden bald für eine Sanierung eingerüstet werden.
Der Nord- und Südturm des Strehlaer Schlosses werden bald für eine Sanierung eingerüstet werden. ©  Klaus-Dieter Brühl

Strehla. Eigentlich sollte der Renaissancegiebel am Strehlaer Schloss dieser Tage wieder hergestellt sein. Die Reparatur der beim Orkan Anfang 2018 abgestürzten Wand dauert aber länger als gedacht, die Baufirmen haben viel zu tun. 

Spätestens im August sollen die übrigen Arbeiten an Fenstern und Fassade aber abgeschlossen sein, so der Strehlaer Bauplaner Detlev Goldbach, der das Projekt im Auftrag von Schlosseigentümer Georg Thaler leitet.

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Mit den Reparaturen am Schloss soll es das aber nicht gewesen sein. An den beiden großen, weithin sichtbaren Türmen soll es weitergehen. Zudem soll der versteckt gelegene Wehrturm an der Vorburg instand gesetzt werden. Dafür liege ein Fördermittelbescheid vor, sagte Detlev Goldbach diese Woche im Strehlaer Stadtrat. Dort gehört der Bauplaner der CDU-Fraktion an.

Das Landesamt für Denkmalpflege mit Sitz in Dresden bestätigt, dass es öffentliches Geld für Arbeiten an dem historischen Gebäudeensemble zugesagt hat. Es gebe ein Projekt namens „Schloss Strehla, Sicherung und Sanierung Nord- und Südturm sowie Bastion/Pulverturm“, für das eine Zuwendung von bis zu 360.000 Euro bewilligt sei.

Nach eigenen Angaben stehen der Landesbehörde dieses Jahr zehn Millionen Euro zur Verfügung, die als Fördermittel ausgegeben werden können. In der Region bezuschusst das Amt derzeit auch die Sanierung des Turmdachs der Riesaer Trinitatiskirche oder die Sanierung des Dachstuhls im Rittergut Jahnishausen.

Zu den Fördermitteln kommen auch in Strehla Eigenmittel, in dem Fall von Schlosseigentümer Georg Thaler. Wie hoch diese sind, war nicht zu erfahren. Was mit dem Geld passieren soll, ist jedoch schon klar. Am Nord- und Südturm sollen Dach und Dachentwässerung repariert und Holzschäden, unter anderem am Tragwerk, beseitigt werden. Die fallen besonders am Südturm gravierend aus, so Planer Detlev Goldbach. Auch Fenster- und Sandsteinarbeiten seien vorgesehen.

Viel Aufwand dürfte auch die Sicherung des Wehrturms an der Vorburg bedeuten, der mitunter auch als Bastion, Pulver- oder Schalenturm bezeichnet wird. Der Zustand des betagten Gemäuers hatte sich in den vergangenen Jahren zusehends verschlechtert. Schon vor mehr als zehn Jahren hatte der Wehrturm gesperrt werden müssen, was für harsche Kritik von Schlossfreunden gesorgt hatte. Behördlich geforderte Sicherungsarbeiten waren zwar seither vom Eigentümer in Aussicht gestellt worden, letztlich aber ausgeblieben.

Nun ist es offenbar gelungen, doch Bewegung in die Sache zu bringen. Ausschlaggebend sei gemeinsamer Wille seitens der Landesdenkmalbehörde und beim Eigentümer gewesen, hieß es im Stadtrat. Zur Frage, warum die Landesdenkmalschützer das Projekt bezuschussen, heißt es aus Dresden, dass das Strehlaer Schloss mit seinem Park „ein bemerkenswertes, bis auf wenige Umbauten um 1890 vollständig und authentisch erhaltenes Renaissanceschloss“ sei und „baugeschichtlich, künstlerisch und landschaftsgestalterisch von großer Bedeutung.“ 

Die Türme zählten nachweislich zur ältesten und wertvollsten Bausubstanz. Die Förderung aus dem Denkmalpflege-Landesprogramm sei unter anderem wegen der bautechnischen Komplexität bewilligt worden. Insgesamt handle es sich um eine Notsicherung der Gebäudeteile, unterstreicht die Behörde.

Gut möglich jedoch, dass diese sich auch auf die Schlossoptik auswirkt. Denn es gibt Bestrebungen, die grauen Türme am Ende der geplanten Sanierung mit heller Fassadenfarbe auszustatten. Ob das klappt, muss sich im Lauf der Arbeiten zeigen. Geht es nach Bauplaner Detlev Goldbach, sollen diese im August starten und bis Jahresende dauern. Derzeit würden Angebote bei Handwerksfirmen eingeholt.

Strehlas Stadtchef Jörg Jeromin (FWG) begrüßte die Ankündigung des Sicherungs- und Sanierungsprojektes im Stadtrat.