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Schlossverein ringt um Finanzspritzen

Die Fassade des Struppener Schlosses bröckelt seit Jahren. Für eine Sanierung fehlte bislang das Geld. Jetzt gibt es den nächsten Rückschlag.

Der Putz bröckelt, tiefe Risse sind zu sehen: Die Außenhülle des Struppener Schlosses soll saniert werden.
Der Putz bröckelt, tiefe Risse sind zu sehen: Die Außenhülle des Struppener Schlosses soll saniert werden. © Daniel Schäfer

Dieses Jahr sollte es losgehen. Die marode Außenhaut des Struppener Schlosses sollte saniert werden. Darauf hatten die Mitglieder des Schlossvereins viele Hoffnungen gesetzt. Seit Jahren kämpfen sie um Fördermittel, schreiben Bittbriefe an Politiker, werben um Unterstützung und Hilfe. Jetzt steht fest: Die Bauarbeiten können nicht starten. Denn es fehlt das Geld.

"Wir stehen nun wieder am Anfang", sagt Jürgen Söcknick vom Schlossverein. Dabei sah es bis zum Jahresanfang noch gut aus für das Großprojekt "Schlossfassade". Im September letzten Jahres hatte der Verein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Struppen einen Fördermittelantrag gestellt. Aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes hätte es Geld für eine denkmalgeschützte Sanierung der Fassade geben können. 

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Konkret geht es um Kosten von rund 450.000 Euro. Nicht nur die Fassade, auch Teile des Daches, einige Fenster und Außentüren sollen erneuert werden. Gleiches gilt für den Blitzschutz. Aus dem besagten Bundes-Fördertopf gibt es allerdings doch kein Geld. "Die Gemeinde Struppen konnte bei der beantragten Förderung aus finanziellen Gründen nicht berücksichtigt werden", sagt Söcknick. Erst kürzlich sei man darüber informiert worden. Bundesweit hätte es knapp 550 Projektanträge gegeben, die auf Geld aus dem Programm hofften. Rund 250 wurden am Ende bewilligt, darunter 19 aus Sachsen.

Marode Fassade trübt ersten Eindruck

Das Struppener Schloss ist nicht dabei. Die Absage trifft den Verein hart. "Die kaputte Fassade ist das Erste, das Besucher sehen", sagt Jürgen Söcknick. Das Dach konnte bereits saniert werden. Auch im Innern hat sich das Schloss gemausert. "Davon sieht man als Besucher jedoch auf den ersten Blick nichts", beschreibt er. Deshalb sei es umso wichtiger, für eine neue Fassade zu kämpfen. 

Aufgeben wollen die Mitglieder deshalb nicht. Sie starten den nächsten Versuch. Gemeinde und Schlossverein wollen sich jetzt um eine Förderung aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Freistaates bemühen. Rund 75 Prozent der Gesamtkosten könnten aus diesem Topf gefördert werden. Den Rest in Höhe von etwa 110.000 Euro müsste die Kommune über Eigenmittel finanzieren.

Struppens Bürgermeister Rainer Schuhmann (CDU) hätte dem Schlossverein bereits klar gemacht, dass die Gemeinde diesen finanziellen Spielraum derzeit nicht hat. Der Verein hat deshalb schon einen Plan B. Die Sparkassenstiftung, die Projekte wie dieses unterstützt, könnte die Lösung sein. "Weitere Mittel sollen außerdem über Sponsoren und mithilfe von Eigenleistungen unseres Vereins bereitgestellt werden", zählt Söcknick auf. Wenn die Fassade nicht im Ganzen saniert werden kann, dann soll in einem ersten Schritt zumindest die Nord- und Ostseite restauriert werden. Aus dieser Richtung strömen die meisten Gäste zum Schloss.

Erdgeschoss wird für Hort umgebaut

Ab dem Spätsommer werden es vor allem Eltern sein, die hier ein- und ausgehen. Da die benachbarte Struppener Grundschule Nähten platzt, soll das Schloss ab dem neuen Schuljahr übergangsweise als Hort genutzt werden. Insgesamt drei Horträume entstehen gerade im Erdgeschoss. Eine Fußbodenheizung wurde verlegt, Fenster sind erneuert. Einige Malerarbeiten stehen derzeit noch aus, Gleiches gilt für den Fußboden. Die Sanitärräume für die Grundschüler sind dagegen bereits fertig. 

Silvio Medger vom Bauhof Struppen trägt in den zukünftigen Horträumen eine Grundierung auf das Mauerwerk auf.
Silvio Medger vom Bauhof Struppen trägt in den zukünftigen Horträumen eine Grundierung auf das Mauerwerk auf. © Daniel Schäfer

Dass das Schloss zeitweise vom Hort genutzt wird, ist für den Schlossverein eine Umgewöhnung. "Wir können dennoch weiter Ausstellungen und Veranstaltungen organisieren", kündigt Jürgen Söcknick an. Zudem werde durch den Umbau im Erdgeschoss Geld ins Schloss investiert, das nachhaltig sei. Denn die modernen Räume kann der Schlossverein später nutzen, wenn der Hort wieder auszieht. In zwei Jahren soll das sein. Bis dahin will die Kommune das Platzproblem in der Grundschule gelöst haben - mit einem An- beziehungsweise Neubau.  

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