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Was passiert mit dem Reisig?

Der Wanderparkplatz ist zum Lagerplatz geworden. Der Forstbezirk äußert sich zu Fragen der Schlottwitzer.

Jürgen Morgenstern ärgert sich über vom Forst liegen gelassenen Reisig an Wanderparkplatz in Schlottwitz.
Jürgen Morgenstern ärgert sich über vom Forst liegen gelassenen Reisig an Wanderparkplatz in Schlottwitz. © Karl-Ludwig Oberthuer

Sehr ansehnlich sieht der Wanderparkplatz in Schlottwitz derzeit nicht gerade aus. Nach einer Holzernte liegen dort mehrere Reisighaufen herum. Jürgen Morgenstern, der ganz in der Nähe wohnt, findet das nicht schön. Das sei kein Aushängeschild für Schlottwitz und die Stadt Glashütte, findet er. Nachdem die Sächsische Zeitung über das Problem berichtet hat, meldete sich der für das Waldstück zuständige Forstbezirk zu Wort. Und das ist nicht der Bärenfelser, der sich um den Staatswald in der Weißeritzregion kümmert, sondern der Forstbezirk Neustadt/Sachsen. Denn das besagte Waldgrundstück gehört nicht zur Gemarkung Schlottwitz, sondern zu Glashüttes Nachbarstadt Liebstadt. Und dort ist der Forstbezirk Neustadt/Sachsen zuständig. Der erklärt, wie es zu den Reisighaufen gekommen ist und was mit dem Wald daneben geschehen soll. 

Grund für die Holzernte sind Pläne der Stadt Glashütte. Diese möchte den Platz am Lederberg zu einer Freizeitanlage für Einwohner und Touristen umgestalten, erläutert Pressesprecherin Kerstin Rödiger. Die Pläne dazu wurden bereits im Stadtrat vorgestellt. Allerdings gibt es bisher keine Fördermittel dafür. Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) zeigte sich zuletzt zuversichtlich, neue Fördermöglichkeiten zu finden, die der Stadt helfen, das bereits "umfassend geplante und umsetzungsreife Projekt" der  Freizeitanlage in Schlottwitz zu realisieren.

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Deshalb hat das Rathaus bereits mit dem Sachsenforst vereinbart, den angrenzenden Fichtenwald "zu einem standortgerechten, ökologisch wertvollen und ästhetisch ansprechenden Waldrand mit niedrigen bis halbhohen Sträuchern" umzubauen. Dies sei auch aus Gründen der Verkehrssicherheit geboten, so Rödiger. „Die gesundheitlich bereits deutlich angeschlagenen Fichten würden ein erhebliches Gefahrenpotenzial für die neuen Einrichtungen der Stadt darstellen“, ergänzt Annett Wehner, Revierförsterin des Forstrevieres Berggießhübel. Deshalb haben Brennholzkunden des Forstbezirkes die alten, großkronigen Fichten Anfang dieses Jahres unter Anleitung von Forstwirtschaftsmeister Rico Schneider gefällt und aufgearbeitet. Das anfallende Reisig wurde auf Haufen geschichtet.

Waldrand voller Leben

"Dies ist aus zwei Gesichtspunkten heraus sinnvoll", so Wehner.  Zum einen wurden damit freie Flächen geschaffen, um neue Bäume und Sträucher zu pflanzen. Zum anderen bieten Reisighaufen Versteck und Unterschlupf für Insekten wie Nashornkäfer, Marienkäfer oder Schlupfwespen, aber auch für Singvögel und Säugetiere. "So nutzen Zaunkönig und Rotkehlchen, wie auch Igel, Zauneidechse oder Mauswiesel die Haufen als Brutplatz oder als Rückzugsbereich", erklärt die Forstfrau.

Inzwischen wurden Wildobstbäumchen, Haselnuss, Schneeball, Hundsrose, Hartriegel und weitere Sträuchern angepflanzt. Diese seien mit Tonkingstäben markiert worden, um sie bei im Jahresverlauf notwendigen Pflegearbeiten leicht zu erkennen und nicht zu verletzen. Mitarbeiter des Sachsenforsts werden noch in diesem Jahr eine Informationstafel aufstellen, die über die Lebensräume Waldrand und Reisighaufen informieren. 

Grünschnittentsorgung verboten

Der Sachsenforst könne verstehen, dass die aktuelle Situation auf der Waldumbaufläche dazu einlädt, dort Grünschnitt und Gartenabfälle abzulagern. Deshalb weist er darauf hin, dass es verboten ist, Gartenabfälle und Ähnliches abzulagern. Die nicht heimischen Pflanzenarten könnten das ökologische Gleichgewicht schädigen. "Zudem handelt es sich in so einem Fall um einen Eingriff in das Eigentümerrecht sowie einen Verstoß gegen das Abfallgesetz. Und das wird als solcher rechtlich geahndet, ergänzte Pressesprecherin Kerstin Rödiger.

Es werde sicherlich noch ein paar Jahre dauern, bis der umgestaltete Waldrand als solcher erkennbar ist. Bis dahin sind mehrere Pflegeeinsätze vonnöten. „Ich bin optimistisch, dass sich ein wertvoller und durch Blüten-und Fruchtreichtum optisch ansprechender Waldrand entwickelt, welcher die Freizeitanlage perfekt abrundet“, so Wehner.

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