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Schluss mit der Raserei

Die Meinsberger richten eine Petition an die Stadt. Die ist aber gar nicht für alle Forderungen zuständig.

Von Elke Braun
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Die Anwohner von Meinsberg haben sich nach einem Unfall mit einer Petition an die Stadt gewandt.
Die Anwohner von Meinsberg haben sich nach einem Unfall mit einer Petition an die Stadt gewandt. © Dietmar Thomas

Waldheim. Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger als die schwächsten Verkehrsteilnehmer in und um Meinsberg – Das fordern die Anwohner mit Nachdruck. Sie haben eine Petition verfasst und 262 Unterschriften gesammelt. Der Unfall im Oktober vergangenen Jahres, bei dem ein zehnjähriger Junge ums Leben kam, macht die Anwohner noch immer betroffen. 

Auf der Kreisstraße zwischen Ziegra und Meinsberg sind in diesem Bereich 100 Kilometer pro Stunde erlaubt. Dort fordern die Anwohner eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf höchstens 70 Kilometer pro Stunde. Auf Höhe der Kaiserburg, die mehrere hundert Meter vom Unfallort in Richtung Ziegra entfernt ist, gilt bereits Tempo 50.

 Auch dort sollte nach Ansicht der Anwohner aus Richtung Ziegra kommend die Geschwindigkeit schrittweise zunächst auf 70 km/h begrenzt werden. Außerdem wird eine Verlegung des Ortseingangsschildes für Meinsberg aus Ziegra kommend deutlich vor die erste Bebauung gefordert, genauso die Verlängerung des Fußweges am Ortseingang Meinsberg aus Richtung Ziegra kommend. 

Nur so sei eine geradlinige Überquerung der Straße möglich, heißt es. Schon lange fordern die Meinsberger, dass auf der Hauptstraße innerhalb der Ortschaft die im Jahr 2012 aufgehobene Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h wieder eingeführt wird. Dies sei zur Sicherung des Schulweges erforderlich. 

Auf der Straße befindet sich nur an einer Seite ein sehr schmaler Fußweg, auf der anderen Seite parken Autos, so dass ein gefahrloses Überqueren der Straße derzeit nicht gegeben sei. Auch die Anlage der beiden Bushaltestellen steht immer wieder in der Kritik der Anwohner.

 Sie fordern die Verlegung der Haltestelle in Fahrtrichtung Waldheim in das Unterdorf oder alternativ einen ausreichend großen Rückzugsraum mit Wartehaus. Ebenso sollte aus der Sicht der Anwohner ein gesicherter Übergang an der bestehenden Bushaltestelle in Richtung Ziegra geschaffen werden. „Ich habe großes Verständnis für die Petition“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) am Donnerstag. „Wir wollen das nicht auf die lange Bank schieben.“ 

Jedoch seien die Zuständigkeiten der meisten angesprochenen Punkte nicht bei der Stadt angesiedelt, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Im Ordnungsamt werde derzeit die Zuständigkeit explizit geklärt.

 Dann soll in einer Einwohnerversammlung mit den Anwohnern gesprochen und auf die einzelnen Punkte der Petition eingegangen werden. „Ich denke, das meiste kann nur durch eine Verkehrsschau mit dem Landratsamt in Angriff genommen werden.“

Im Gemeindegebiet gebe es noch weitere Stellen, an denen es gefährlich ist, etwa in Massanei oder am Ortsausgang Waldheim in Richtung Gebersbach.

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