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Ullersdorfer Platz soll umgestaltet werden

Warum einer der größten Umsteigepunkte Dresdens verändert und besser zugänglich werden muss.

Der Ullersdorfer Platz ist einer der größten Umsteigepunkte in der Stadt.
Der Ullersdorfer Platz ist einer der größten Umsteigepunkte in der Stadt. © Sven Ellger

Kristin Sturm ist auf 180. Eines der Wahlversprechen der SPD-Stadträtin war und ist es, den baulichen Zustand des Ullersdorfer Platzes schnell zu verbessern. Seit Jahren hakt sie dazu immer wieder im Stadtplanungsamt nach. 

Immerhin ist es einer der größten Umsteigepunkte in der Stadt. Werktags steigen hier 4.050 Fahrgäste der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ein und 4.020 aus. Dazu Weitere des Regionalverkehrs. „Aber es passiert einfach nichts, seit 29 Jahren wird nur diskutiert. Das Stadtplanungsamt veralbert uns. Ich bin nicht mehr bereit, den Zustand des Platzes zu akzeptieren“, sagt Sturm.

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Wie ist der aktuelle Zustand des Platzes?

Im Vorjahr haben die DVB zwei neue Wartehäuschen aufgestellt, neue Fahrspuren für die unterschiedlichen Linien ausgewiesen und elektronische Fahrgastinformationen installiert. Das ändert aber nicht, am größten Problem: Barrierefrei ist nur der Zustieg an der Haltestelle der Linie 11. Selbst der Ausstieg ist für Rollstuhlfahrer nicht ohne Hilfe des Fahrers möglich, weil die Bahn im hinteren Bereich des Platzes hält und dafür eine Rampe ausgeklappt werden muss. Um von der Bahn zu den Bushaltestellen zu gelangen, wählen die Fahrgäste meist den kürzesten Weg über den gepflasterten Platz. Zwischen den Steinen gibt es große Abstände und tiefe Furchen. Für ältere oder gehbehinderte Menschen ist der Weg eine Tortur. Doch oft gibt es nur kurze Umsteigezeiten, sodass der Weg einmal um die Gleisschleife herum zu lang und der Bus weg wäre. Am äußeren Rand der Gleisschleifen wurde vor wenigen Tagen der bisherige Sandbelag gegen einen verdichteten wasserdurchlässigen getauscht. Damit muss man nicht mehr durch Pfützen laufen. Es gibt jedoch weder eine Toilette noch ausreichend Unterstellmöglichkeiten, was sich viele Anwohner und die Schüler des nahen Gymnasiums Bühlau wünschen.

So sah es am Ullersdorfer Platz  aus, bevor er im Jahr 2018 mit neuen Haltestellen ausgestattet wurde. 
So sah es am Ullersdorfer Platz  aus, bevor er im Jahr 2018 mit neuen Haltestellen ausgestattet wurde.  © René Meinig

Was planen die Stadt und die Verkehrsbetriebe für den Platz?

Die Verkehrsbetriebe sehen ihre Möglichkeiten ausgeschöpft, sagt Sprecher Falk Lösch. Da perspektivisch eine Verlegung der Gleisschleife auf die Rossendorfer Straße geplant ist, könne man jetzt nicht mehr viel Geld in den Ullersdorfer Platz investieren. Ohnehin sei für bauliche Änderungen die Stadt zuständig.

Die hat einen Wettbewerb für die Gestaltung des Platzes ausgelobt und die vier Ergebnisse im Mai in einem Bürgerdialog präsentiert. Favorit war eine Teilbebauung durch ein Pavillon, der als Unterstand, aber auch als Kiosk dienen könnte. „Das könnte zur Aufwertung des Verkehrsplatzes beitragen“, sagt Stefan Szuggat, der Leiter des Stadtplanungsamtes. Wann das umgesetzt wird, bleibt offen. Das Straßen- und Tiefbauamt will bei Bedarf punktuell Reparaturen ausführen lassen. Eine umfassende Instandsetzung sei aufgrund der vielen Aufgaben und des nur begrenzten Budgets derzeit nicht leistbar.

Was will die SPD-Fraktion kurzfristig am Ullersdorfer Platz verändern?

Die SPD-Stadtratsfraktion will, dass der Platz schnellstmöglich verbessert wird. Dafür hat sie einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, wonach bis Mitte 2020 eine Planung samt Kostenschätzung für den kurzfristigen Umbau vorliegen soll. Dazu gehören für Kristin Sturm nicht nur der barrierefreie Ausbau, sondern auch eine zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeit für die Schüler, wofür Platz auf der Grünfläche wäre, sowie eine öffentliche Toilette. Denn sie ist sicher, dass die Verlegung der Gleisschleife an die Rossendorfer Straße noch mehrere Jahre auf sich warten lässt. „Wenn die Stadt am Körnerweg zeitweise Asphalt auftragen kann, dann stellt sich die Frage, warum kurzfristige Verbesserungen nicht auch an einem so zentralen Ort wie dem Ullersdorfer Platz möglich sein sollen“, sagt die Stadträtin.

Gibt es für die Vorschläge politische Unterstützung?

Die gibt es. Die CDU-Fraktion setzt sich ebenfalls dafür ein, den Zustand des Ullersdorfer Platzes möglichst schnell zu verbessern. Mindestens eine befestigte Gehbahn und eine Toilette müssten dort asphaltiert oder aufgestellt werden, sagt Stadtrat Matthias Dietze. Auch die Grünen haben den Ullersdorfer Platz seit vielen Jahren in ihren Wahlprogrammen. „Aber auch wir haben uns dort von der Verwaltung immer wieder vertrösten lassen“, sagt Stadträtin Christiane Filius-Jehne. Die Stadt habe stets aufgeführt, weshalb was nicht geht. „Deshalb muss endlich die Planung für die Verlegung der Gleisschleife an die Rossendorfer Straße vorangetrieben werden. Die komplette Barierrefreiheit wird es am Ullersdorfer Platz nicht geben“, sagt Filius-Jehne. Auf jeden Fall unterstütze ihre Fraktion den SPD-Antrag.

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Die FDP stelle sich nicht gegen kurzfristige Verbesserungen, sagt Holger Zastrow. Wichtig sei aber, dass dazu möglichst schnell die Verlegung der Gleisschleife kommt und vor ihr ein Verkehrskonzept, wie der Shuttleverkehr zum Fernsehturm funktionieren soll. Dies soll schon zum Jahresende fertig sein. Auch die Verlängerung der Straßenbahn nach Weißig müsse wieder ein Thema werden. Derzeit gebe es viele Fördermittel für Straßenbahnprojekte. 

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