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Hoyerswerda

Schluss-Nägel für Gründerzentrum versenkt

Am Kompetenzzentrum für Gründer und Gewerbe in Schwarze Pumpe wurde gestern Richtfest gefeiert.

Griffen gemeinschaftlich zu den Hämmern: (von links im Bild) Stephan Stein, Christine Herntier, Michael Kretschmer, Olaf Lalk, Peter Nothnagel, Michael Harig und Dr. Jingyuan Liu.
Griffen gemeinschaftlich zu den Hämmern: (von links im Bild) Stephan Stein, Christine Herntier, Michael Kretschmer, Olaf Lalk, Peter Nothnagel, Michael Harig und Dr. Jingyuan Liu. © Foto: Gernot Menzel

Schwarze Pumpe. Ein Holzbalken mit zehn Nägeln wurde gestern extra bereitgestellt, um die letzten Nägel zu versenken – beim Richtfest am Kompetenzzentrum für Gründer und Gewerbe an der Südstraße im Industriepark Schwarze Pumpe. Denn Holz wurde für den Dachstuhl des künftigen Kreativzentrums zwischen Schwarze Pumpe und Spreewitz nicht verbaut, dafür Stahl und Beton. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer selbst griff zum Hammer, außerdem unter anderem der Bautzener Landrat Michael Harig und Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier, die beim Einschlagen des Nagels sozusagen länderübergreifende Hilfe vom sächsischen Ministerpräsidenten bekam. „Ein Zentrum für die Wirtschaftsmacht wurde hier erbracht“, sagte Zimmerermeister Maik Schewe von der Firma SLB in seinem Richtspruch. Ähnlich hatte es zuvor der Spreetaler Bürgermeister und Vorsteher des Zweckverbands Industriepark Schwarze Pumpe, Manfred Heine, formuliert, der meinte, das Richtfest gebe dem Strukturwandel in der Region einen neuen Schub „in einem Leuchtturm der Lausitz“ – dem Industriepark Schwarze Pumpe mit seinen 950 Hektar Fläche, mehr als 120 Firmen und einer auf dem Territorium verlaufenden Landesgrenze. Mit dem von der ASG Spremberg GmbH betriebenen Kompetenzzentrum für Gründer und Gewerbe komme nun ein weiteres Aushängeschild dazu. Der Gebäudekomplex, der im Februar 2020 in Betrieb gehen soll, umfasst Büros, Tagungsräume und Werkhallen. Hier soll unter modernen Bedingungen geforscht und gearbeitet werden – in Geschäftsfeldern außerhalb der Kohleverstromung. Start-up-Mitarbeiter werden zudem zu gründungsrelevanten Themen beraten und geschult.

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Bei einer von Manfred Heine moderierten Gesprächsrunde vor dem eigentlichen Richtfest ging es dann weniger um das Zentrum an sich, sondern um dessen Einordnung in das „große Ganze“ des Strukturwandels. „Wenn in Hoyerswerda am Scheibe-See eine Außenstelle der TU Dresden entsteht, wäre das Gründerzentrum hier ein Segen im Zuge des Ausbaus der Digitalisierung“, so Manfred Heine. Michael Kretschmer betonte, man wolle, dass in den nächsten 15 Jahren Arbeitsplätze entstehen, so dass die Menschen vom Bergbau in andere Branchen wechseln könnten. Dafür sei zuerst eine vernünftige verkehrsmäßige Erschließung notwendig. Die TU Dresden und andere wissenschaftliche Einrichtungen strebten eine dezentrale Arbeit an – dafür brauche es gut erschlossene, attraktive Standorte wie beispielsweise an einem See. Die Frage sei offen, ob es in Hoyerswerda tatsächlich 3 000 Studenten geben werde. „Man muss aber wissen, dass es bis zu 15 Jahren dauern kann, bis regionale Effekte eintreten.“ Und man müsse bereit sein, die Finanzierung über diesen Zeitraum zu stemmen. Manfred Heine nannte zudem das geplante Wasserstoff-Referenzkraftwerk im Industriepark und weitere neue Institute in der Region. „Die Chance, die die Lausitz jetzt bekommt, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, meinte er. Freilich brauche es dafür Menschen vor Ort, die derartige Vorhaben tragen.

Michael Harig ließ wissen, dass der Landkreis Bautzen bei der Digitalisierung weit vorn liege. Problem wie in anderen Bereichen auch: Die Tiefbaukapazitäten stoßen an ihre Grenzen.

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