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Schlussstrich unter Leidensgeschichte

über das Ende der Görlitzer Kema

Sebastian Beutler

Mit der Kema verschwindet nun endgültig ein Görlitzer Traditionsbetrieb. Seit fast 140 Jahren hatte die Keramikbranche auf Maschinen aus Görlitz setzen können. Das ist nun vorbei. Viele wird das schmerzen, und bei einigen den Eindruck verstärken, dass da wieder ein gestandenes Unternehmen „totgemacht“ wurde. Von wem auch immer. Doch Verschwörungstheorien helfen nicht weiter. Allein Tradition reicht auf den Märkten nicht. Das galt übrigens schon immer. Die keramische Industrie ist in Deutschland mittelständisch organisiert. Es sind eher mittelgroße Firmen, die sich hier tummeln. Die Kema war unter ihnen zuletzt keine Nummer mehr. Die Kraft reichte nicht mehr, um beispielsweise eigene Stände auf einschlägigen Industriemessen aufzuschlagen. So kämpfte das Görlitzer Unternehmen bereits seit längerem mit all den Widrigkeiten: Höhere Energiekosten, kaum Umsatzzuwächse, schwierige Finanzsituation. Am Ende ging eben auch noch die Hoffnung dahin.

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Wenn jetzt die Kema vom Markt verschwindet, dann wird das den Wirtschaftsstandort Görlitz aber in seinen Grundfesten nicht erschüttern. Dazu war das Maschinenbauunternehmen zuletzt zu klein. Und andererseits prägen neue Branchen die Görlitzer Wirtschaft. Hier finden sich auch neue Chancen.