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Schmatzer und Totengräber

Biehain. Am Sonnabend dreht sich bei Petra und David Jentho alles umfarbenprächtigeTeichbewohner.

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Von Rolf Ullmann

Groß und silbern leuchtet die Nachbildung eines Kois dem Vorüberkommenden in der Biehainer Kaltwasser-Straße entgegen. Ein Wegweiser, der den Koi-Liebhaber an diesem Sonnabend zum Ziel seiner Wünsche führt. Das Koi-Fantasy-Team Sachsen lädt nämlich alle Liebhaber der kunterbunten Schuppenträger aus Fernost zwischen 10 und 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Neben der Besichtigung der Anlage haben alle Schau- und Kauflustigen die Möglichkeit, an einer Versteigerung von Kois teilzunehmen.

„Wir haben dazu für die erste Versteigerung ein Sortiment von Kois auch für den kleineren Geldbeutel zusammengestellt“, rührt David Jentho schon ein wenig die Werbetrommel für diese Aktion. „In einer zweiten Versteigerung kommen dann einige Leckerbissen unter den Hammer“, erläutert David Jentho.

Vor rund fünf Jahren begann er mit dem Aufbau der ersten Außenanlage im Garten des Grundstückes. Seither baute der Koi-Liebhaber die Anlage immer weiter aus und mehrmals auch um. So folgte dann im Winter 2003/2004 die Innenanlage, und schließlich nahm er im letzten Sommer die zweite, kleinere Außenanlage in Betrieb. Rund 100 000 Liter Wasser sorgen in den drei Anlagen dafür, dass sich die Fische wohlfühlen. Damit die Becken im Winter nicht zufrieren, sei eine Wassertiefe von etwa zwei Metern schon notwendig, begründet David Jentho die Wassermenge. Zurzeit bevölkern 170 Kois die Innenanlage, während 50 größere Exemplare die Fluten der beiden Außenbecken durchfurchen.

Die Liebe zu den schweigenden Lebewesen unter Wasser begleitet den gelernten Großhandelskaufmann bereits seit seinem sechsten Lebensjahr. Mit Guppys und Schwertträgern im Aquarium begann er sein feuchtes Hobby. Viel später kamen Goldfische hinzu. Bereits bei der ersten Begegnung mit Kois war er von den bunten Flossenträgern aus dem Land der aufgehenden Sonne fasziniert: „Mir gefällt besonders die Zutraulichkeit und Einzigartigkeit jedes Fisches. Sie sind sozusagen immer wieder Unikate. Keiner gleicht dem anderen“, so begründet Jentho seine Leidenschaft für die Koi. Einigen der größeren Exemplare habe er Namen gegeben, die sich aus deren Eigenheiten ergaben. So schwimmt der Schmatzer mit dem Totengräber im großen Becken.

In seiner Frau Petra fand David Jentho von Beginn an eine engagierte Mitstreiterin. Als gelernte Bilanzbuchhalterin kümmert sie sich als Geschäftsführerin um die notwendigen buchhalterischen Arbeiten und hält auch die Fäden im Internets zusammen. Denn ein Großteil der Kundenwünsche wird heutzutage darüber abgewickelt. Besondere Wünsche nach Farben und Größen der Kois werden zunehmend aus der Ferne am Bildschirm besprochen. Inzwischen zählen Koi-Liebhaber aus der gesamten Bundesrepublik zu den Kunden des Koi-Fantasy-Team Sachsen. David Jentho verbringt einen gewichtigen Teil seiner Freizeit an den Becken. Schließlich brauchen die Fische vom zeitigen Frühjahr an bis hinein in den Oktober täglich ihr Futter. Im Winter zehren die bunten Gesellen dann von ihren angefressenen Reserven. Bei guter Pflege erreichen Kois ein Lebensalter von 60 bis 70 Jahren. Von einem Exemplar in Japan ist bekannt, dass er seinen Besitzern 155 Jahre lang Freude bereitete.