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Schmelzteich schrumpft 

Im Zuge des Wegebaus soll eine Brücke im Bernsdorfer Naherholungsgebiet saniert werden. Wasser stört da nur.

Hier mündet der Saxoniagraben in den Schmelzteich. Die Brücke soll saniert werden. Um im Trockenen bauen zu können, wird der Wasserspiegel im Teich abgesenkt.
Hier mündet der Saxoniagraben in den Schmelzteich. Die Brücke soll saniert werden. Um im Trockenen bauen zu können, wird der Wasserspiegel im Teich abgesenkt. © Foto: Ralf Grunert

Zehn Tage lang müsste der Wasserspiegel des Bernsdorfer Schmelzteiches um 85 Zentimeter abgesenkt werden, um Baufreiheit für die Sanierung des Brückenbauwerks am Gewässer-Einlauf zu erhalten. Mit dieser Information wurden die Bernsdorfer Stadträte in dieser Woche in ihrer Ausschusssitzung nicht ohne Grund von Peter Linke vom Dresdener Communalconcept-Ingenieurbüro konfrontiert. Der Planer hat von der Stadt den Auftrag, sich mit dem Wegebau im Naherholungsgebiet zu befassen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen im Zusammenhang mit dem von der Europäischen Union geförderten Kooperationsprogramm „Interreg Polen-Sachsen 2014-2020“. Und dieses sieht unter anderem die Aufwertung des aus August-Bebel-Park, Tiergehege und Schmelzteich bestehenden Naherholungsgebietes vor.

Entlang von Graben und Teichufer

Nachdem bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Zaunbauarbeiten im Bereich des Tiergeheges realisiert worden sind, steht als Nächstes der Wegebau auf dem Programm. Ein erster Bauabschnitt betrifft den Weg, der von der Parkstraße aus entlang des Saxoniagrabens und des Teichufers bis hin zum Auslaufbauwerk des Schmelzteiches verläuft. Hinzu kommt der Weg zwischen dem Schmelzteicheinlauf und der Straße des 8. Mai auf Höhe des ASB-Pflegeheimes. An der Kreuzung beider Wege-Abschnitte wird im Bereich des Schmelzteicheinlaufes der hier mündende Saxoniagraben gequert. Von einer in die Jahre gekommenen Brücke, der man sich früher oder später sowieso noch widmen müsste, wie Peter Linke betonte. Warum also nicht gleich im Zuge des Wegebaus?

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Sein Vorschlag lautete, die derzeitige Platte samt Röhre durch ein Kastenprofil aus Beton in Grabenbreite zu ersetzen. Dazu ist es aber notwendig, wie eingangs erwähnt, den Wasserspiegel des Schmelzteiches abzusenken, um im Trockenen bauen zu können. Ob es nicht ausreiche, einen Erdwall zu errichten und so den Teich abzuriegeln, wollte Stadtrat Bodo Rudys (Die Linke) wissen. „Die Erfahrung besagt, dass das Wasser durchdrücken würde“, meinte der Planer und ergänzte, dass dann auch Pumpen zur Trockenlegung der Baustelle zum Einsatz kommen müssten, was wiederum die Kosten erhöhen und die Bauzeit verdoppeln würde, so seine Schätzung.

Mit dem Anglerverein Bernsdorf, der den Schmelzteich bewirtschaftet, sei die Absenkung des Wasserspiegels bereits besprochen worden. Dessen Vorsitzender Sven Kubasch war auch als Gast in der Ausschusssitzung anwesend. „Aber nur noch bis Mitte April ist Zeit, die Baumaßnahme zu realisieren“, stellte er klar und verwies auf die dann beginnende Laichzeit der Amphibien im Schmelzteich.

Der neue Weg selbst soll auf zwei Meter Breite mit einem natürlichen Sand-Splitt-Gemisch ausgebaut werden. Planer Peter Linke verwendete den Fachbegriff „Sächsische Wegedecke“. Zu beiden Seiten ist eine Einfassung mit Granitgroßpflaster vorgesehen. Bäume, auch das ließ er auf Nachfrage wissen, müssen beim Wegebau nicht weichen. „Das hätten wir nicht genehmigt bekommen und das wollten wir auch nicht.“ Allerdings ist vorgesehen, die derzeit noch rechts und links des Weges vorhandenen Baumstubben herauszufräsen.

Baumaßnahme wird preisgünstiger

Über die Vergabe des Auftrages wird der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag entscheiden. Schon jetzt ist klar, dass die Baumaßnahme deutlich preisgünstiger wird als die ursprünglich veranschlagten knapp 110 000 Euro. Mit dem eingesparten Geld könnte dann die Brückensanierung finanziert werden.

Nicht berücksichtigt in der Baumaßnahme ist der Wegeabschnitt auf der Hüttenschänken-Seite des Schmelzteiches. Anfangs sei auch tatsächlich noch mehr Wegebau vorgesehen gewesen, so die Anmerkung des Planers. „Aber Aufwertung des Naherholungsgebietes bedeutet nicht nur Wegebau.“ Und Bürgermeister Harry Habel (CDU) ergänzte: „Hier war aus dem Förderprogramm nicht mehr rauszuholen.“