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Schmiedefelder Feuerwehr bleibt

Die Gemeinde setzt sich über eine Empfehlung des Kreises hinweg und hält an vier Ortswehren fest. Für Sicherheit.

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© Steffen Unger

Von Carolin Menz

Sie bleiben! Schmiedefelds Feuerwehrleute rücken weiter aus, helfen bei Unfällen auf der B 6, löschen Brände oder beräumen Straßen nach Stürmen. Die Retter werden nicht aufs Abstellgleis gestellt. Im neuen Brandschutzbedarfsplan, den Großharthaus Gemeinderäte jetzt einstimmig beschlossen, sind die Schmiedefelder als selbstständige Freiwillige Feuerwehr für die kommenden fünf Jahre gesichert. Die Abgeordneten stellten sich damit gegen die Empfehlung des Landkreises und seinen Kreisbrandmeister Manfred Pethran. „Er hatte die Notwendigkeit der Schmiedefelder Wehr als vierte Ortsfeuerwehr in der Gemeinde vorab infrage gestellt“, sagt der stellvertretende Wehrleiter Swen Kettner. „Unsere Aufgaben sollten die Wehren Seeligstadt und Bühlau erfüllen.“ Nach SZ-Informationen gab es während der Erarbeitung des Planes zahlreiche Diskussionen und Differenzen mit dem Kreisbrandmeister – am Ende aber das Bekenntnis zu dieser Wehr und denen in Großharthau, Seeligstadt und Bühlau.

„Wir halten am Standort Schmiedefeld fest. Die Gemeinde ist laut Gesetz verantwortlich dafür, Feuerwehren vorzuhalten. Dafür ist der Kreisbrandmeister nicht zuständig“, so Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße (SPD). Klare Worte. Die Fronten zwischen Gemeinde und Kreis in dieser Angelegenheit verhärtet. Das Landratsamt in Bautzen teilte auf Anfrage der SZ mit, dass Kreisbrandmeister Pethran in die Erarbeitung involviert gewesen sei. „Zur Beurteilung und Prüfung des nun beschlossenen Brandschutzbedarfsplans äußern wir uns aber erst nach erfolgter Prüfung“, hieß es aus der Pressestelle der Behörde.

Für Schmiedefelds Wehrleute bleibt es unverständlich, dass ein Aus im 75. Jahr des Bestehens auch nur angeregt wurde. „Wir werden gebraucht. Weder Bühlau noch Seeligstadt können die Tagesbereitschaft zwischen 6 und 18 Uhr absichern. Wir schon“, sagt Swen Kettner. „Gäbe es uns nicht, müssten die Großharthauer Kameraden zu Einsätzen allein ausrücken.“ Bühlau und Seeligstadt seien zwar die mannstärkeren Wehren, allerdings würden viele Aktive dort auswärts arbeiten. „Von unseren 24 Aktiven können hingegen mindestens vier ausrücken am Tag“, so Swen Kettner. Weil sie eben nicht in Dresden oder auf Montage arbeiten, sondern in Firmen im Dorf oder bei der Gemeindeverwaltung, als Selbstständige oder Schichtarbeiter. Das Ausrücken im Rendevouz-Prinzip mit Großharthau wäre sichergestellt. Eine Gruppenstärke von neun Mann sei am Tag also mindestens zu stemmen, so Kettner. Flexibilität und Verlässlichkeit würden mit dem Aus der Schmiedefelder Wehr verloren gehen. Und auch das Argument, dass Bühlau und Seeligstadt die geforderten Ausrückzeiten garantieren könnten, will Swen Kettner nicht geltenlassen. „Wenn in Seeligstadt die Bahnschranken geschlossen sind, muss auch die Feuerwehr warten, ein Eintreffen am Einsatzort 13 Minuten nach Alarmierung kann deshalb nicht immer gewährleistet werden.“ Und um noch mehr ging es in der Diskussion um ein Fortbestehen der Feuerwehr: Die Schmiedefelder Wehr ist das kulturelle Zentrum im Dorf. Vieles läuft nur, weil es sie gibt. Auch dieses Miteinander wollten Großharthaus Gemeinderäte mit ihrem Ja zum Brandschutzbedarfsplan nicht gefährden.

Zwischen vier und sechs Einsätze leisten Schmiedefelder Kameraden im Schnitt pro Jahr, vorrangig ist es technische Hilfe bei Unfällen auf der B 6, sagt Swen Kettner. 2014 rückten sie zudem zu kleineren Bränden außerhalb Schmiedefelds aus – unter anderem in die Großharthauer Grundschule, als der Pelletbunker der Heizanlage Feuer gefangen hatte und alle Schulkinder evakuiert werden mussten.