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Schmilka bewirbt sich bei Dorfwettbewerb

Es geht nicht um die Schönheit, sondern um die Zukunft. Und da hat der Ort viel vor.

Von Gunnar Klehm

Uwe Choritz kommt ins Schwärmen: „Hier in Schmilka entstehen Arbeitsplätze, ein völlig neues Versorgungssystem. Davon müssen die Menschen doch erfahren“, sagt der Ortsvorsteher. Dabei meint er nicht die Einwohner. Die wissen schon längst, dass in Schmilka einiges geplant ist. Doch über die Region hinaus, ja über Sachsen hinaus soll bekannt werden, wie schön es sich hier in Schmilka leben lässt, sagt Uwe Choritz.

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Dafür hat sich der Ortschaftsrat jetzt den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgesucht, um sich daran zu beteiligen. Initiator ist das Sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. Gesucht werden Dörfer, deren Bürger mit Ideen und Tatkraft ihre Heimat lebenswert gestalten und sich dabei mit anderen Dorfgemeinschaften vergleichen wollen, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums.

Ideen und Tatkraft, davon gibt es in Schmilka jede Menge, davon ist der Ortschaftsrat überzeugt. Die Mühle wurde restauriert und die Backstube wieder in Betrieb genommen. Auch am historischen Badehaus wird gebaut. Das erhöht die Attraktivität des Dorfes. Doch Uwe Choritz denkt nicht nur an die sich entwickelnden touristischen Angebote. Der Ort liege zwar etwas abseits und unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. „Doch wer sich den Ort anschaut, wird erleben, dass man alles hat, was man zum Leben braucht. Und das alles ohne Hektik und ohne Stress“, sagt er.

Doch das am meisten zukunftsorientierte Projekt ist dabei noch gar nicht genannt. Der Stadtrat von Bad Schandau hatte erst kürzlich die Planung auf den Weg gebracht, für den Ortsteil Schmilka die Energieversorgung komplett neu zu organisieren. Derzeit berechnet ein Planungsbüro, was dafür notwendig ist. Die Grundlage sollen erneuerbare Energien liefern. In dem Mix soll der nachwachsende Rohstoff Holz die Hauptrolle spielen. Ein kleines Heizkraftwerk mit mehreren Modulen ist geplant und eine Neuverlegung von Versorgungsleitungen. „Das wird im Ort Arbeit schaffen. Und dann ziehen auch Leute her“, sagt der Chef des Ortschaftsrates. Wie das alles konkret aussehen soll, das wird noch in einer Einwohnerversammlung vorgestellt, die noch im Frühjahr geplant ist.

Für Marketingaktionen hat der Ortschaftsrat zwar kein Geld. Aber es herrscht viel Enthusiasmus. Auf dieser Basis soll der Wettbewerb genutzt werden, auf Schmilka aufmerksam zu machen. „Wir werden, so gut es geht, Schmilka dabei unterstützen“, sagt Bürgermeister Andreas Eggert (parteilos). Im Haushalt sei dafür zwar kein Geld eingeplant, aber das sei für diesen Wettbewerb auch nicht das Wichtigste. Eine kleine Präsentation müsste auch so herzustellen sein. Dabei kann sich Schmilka auch der Unterstützung der Albergo GmbH sicher sein. Das Unternehmen bewirtschaftet unter anderem das Hotel Helvetia und die Mühle. Geschäftsführer Sven Erik Hitzer treibt auch das Energieprojekt maßgeblich mit voran.

Die Bewerbung für den Wettbewerb muss bis zum 20. Juni abgegeben sein. Das ist nicht viel Zeit, wenn man bedenkt, was bis dahin alles im Ort parallel passiert. Und Ostern ist Start der Tourismussaison. „Wir haben wirklich lange darüber geredet, ob es jetzt sinnvoll ist. Schließlich haben wir uns für die Teilnahme entschieden.“