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Radebeul

Schnäppchen im Rathaus

Einmal im Jahr versteigert das Coswiger Bürgerbüro nicht abgeholte Fundsachen. Diesmal sind es viele gute Fahrräder.

Bürgerbüro-Leiterin Petra Schanze versteigert am Sonnabend im Rathausfoyer, was seit mehr als einem halben Jahr im Coswiger Fundbüro schlummert. Dieses Damenrad mit Korb wurde schließlich für 67 Euro verkauft.
Bürgerbüro-Leiterin Petra Schanze versteigert am Sonnabend im Rathausfoyer, was seit mehr als einem halben Jahr im Coswiger Fundbüro schlummert. Dieses Damenrad mit Korb wurde schließlich für 67 Euro verkauft. © Arvid Müller

Alles, was hier versteigert wird, haben Polizisten oder Bürger in Coswig gefunden. Daraufhin ist es im Fundbüro gelandet. Diese Einrichtung gehört zum Coswiger Bürgerbüro, dessen Chefin Petra Schanze ist. „Wir müssen Fundsachen ein halbes Jahr aufbewahren“, erläutert sie. Das sei gesetzlich vorgeschrieben. Und auch, dass Handys und Schlüssel anschließend zu vernichten sind. Der Rest wird einmal im Jahr versteigert, meist im Mai oder Juni. „Wir fragen uns oft, weshalb sich so wenige Leute im Fundbüro melden“, sagt Petra Schanze.

Traditionell sind Fahrräder bei den Auktionen der Renner. „Diesmal haben wir sehr viele hochwertige dabei“, stellt die Leiterin fest. Die Bieterlaune der etwa 80 Besucher nimmt Fahrt auf. Der Eindruck von Petra Schanze: „Einige haben sich schon vor der Veranstaltung damit befasst, was es im Laden kostet.“

Zuverlässigkeit und Erfahrung
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Als Mindestgebot für schicke Mountainbikes verkündet sie im billigsten Fall fünf Euro, im teuersten 20 Euro. Es folgt ihre obligatorische Frage „Wer bietet mehr?“ Schon schnellen Hände nach oben, huschen Geldbeträge als Wortfetzen durchs Foyer. Der höchste Preis, der dieses Jahr für ein Mountainbike erzielt wird, beträgt 190 Euro. „Nummer 35“, kündigt Petra Schanze an: „Ein Damenfahrrad mit tieferem Einstieg, rot-schwarz. Das Mindestgebot liegt bei fünf Euro.“ Ein 33-jähriger Mann mit dunklem Bart und dunkel gerahmter Brille klinkt sich ein. Als er auf 35 Euro hochgeht, gehört es ihm. Aufgewachsen in Coswig, besucht der Berliner Wirtschaftsinformatiker an diesem Wochenende seine alte Heimat – und die erste Versteigerung seines Lebens. „Das ist ganz witzig“, findet er. Das Rad hat er für sich gekauft. „Ich wollte eines mit niedrigem Einstieg“, sagt er. Schön müsse es nicht sein. „Für Berlin reicht das völlig“, sagt seine Partnerin. „Da wird so viel geklaut.“

Die Nummer 40 macht dann sie neugierig. Vor die Bühne wird ein Herrenfahrrad geschoben, dunkelgrün-metallic. Mindestgebot: 5 Euro. Die Referentin im Bereich Finanzdienstleistungen gibt ihr Handzeichen. Als Einzige. Sie freut sich: „Man muss ein bisschen was daran machen, aber es sieht so aus, als würde es noch gut fahren.“

Kurz nach 15 Uhr versucht Petra Schanze es noch einmal mit den Ladenhütern. Jenen Artikeln also, die in der ersten Viertelstunde der Versteigerung keiner haben wollte. Eine hellgraue Damenjacke mit abnehmbarer Kapuze, fast neu, für 1 Euro. Einen Roller im Hello-Kitty-Design für 1 Euro. Eine lilafarbene Kinderfleecejacke für 50 Cent. Zum Teil geht sie dabei noch einmal unter das ohnehin schon niedrige Mindestgebot. „Meine Mitarbeiter legen vor der Versteigerung das Anfangsgebot fest“, erläutert sie. „Bevor wir die Sachen am Ende vernichten, setze ich den Betrag von mir aus herunter.“

Für drei der insgesamt 52 Artikel aus dem Auktionskatalog lässt sich dennoch niemand erwärmen: eine schwarze Bommelmütze mit Glitzergarn, ein schwarzes T-Shirt mit „Gladiator“-Aufschrift, noch mit Preisschild, sowie ein Fahrrad. „Das Rad wird vernichtet“, so Petra Schanze. „Die beiden anderen Stücke können wir noch in die Kleiderkammer geben.“

Alles in allem werden bei der Versteigerung 1 362 Euro eingenommen. „Dieses Geld wird für drei Jahre auf ein Verwahrkonto eingezahlt“, verrät die Chefin des Bürgerbüros. In dieser Zeit hat der ursprüngliche Eigentümer noch immer die Möglichkeit sich zu melden. Kann er den Nachweis bringen, erhält er den ersteigerten Wert.

Viele Fahrräder wurden jetzt in Coswig versteigert.
Viele Fahrräder wurden jetzt in Coswig versteigert. © Arvid Müller

Alles, was hier versteigert wird, haben Polizisten oder Bürger in Coswig gefunden. Daraufhin ist es im Fundbüro gelandet. Diese Einrichtung gehört zum Coswiger Bürgerbüro, dessen Chefin Petra Schanze ist. „Wir müssen Fundsachen ein halbes Jahr aufbewahren“, erläutert sie. Das sei gesetzlich vorgeschrieben. Und auch, dass Handys und Schlüssel anschließend zu vernichten sind. Der Rest wird einmal im Jahr versteigert, meist im Mai oder Juni. „Wir fragen uns oft, weshalb sich so wenige Leute im Fundbüro melden“, sagt Petra Schanze.

Traditionell sind Fahrräder bei den Auktionen der Renner. „Diesmal haben wir sehr viele hochwertige dabei“, stellt die Leiterin fest. Die Bieterlaune der etwa 80 Besucher nimmt Fahrt auf. Der Eindruck von Petra Schanze: „Einige haben sich schon vor der Veranstaltung damit befasst, was es im Laden kostet.“

Als Mindestgebot für schicke Mountainbikes verkündet sie im billigsten Fall fünf Euro, im teuersten 20 Euro. Es folgt ihre obligatorische Frage „Wer bietet mehr?“ Schon schnellen Hände nach oben, huschen Geldbeträge als Wortfetzen durchs Foyer. Der höchste Preis, der dieses Jahr für ein Mountainbike erzielt wird, beträgt 190 Euro. „Nummer 35“, kündigt Petra Schanze an: „Ein Damenfahrrad mit tieferem Einstieg, rot-schwarz. Das Mindestgebot liegt bei fünf Euro.“ Ein 33-jähriger Mann mit dunklem Bart und dunkel gerahmter Brille klinkt sich ein. Als er auf 35 Euro hochgeht, gehört es ihm. Aufgewachsen in Coswig, besucht der Berliner Wirtschaftsinformatiker an diesem Wochenende seine alte Heimat – und die erste Versteigerung seines Lebens. „Das ist ganz witzig“, findet er. Das Rad hat er für sich gekauft. „Ich wollte eines mit niedrigem Einstieg“, sagt er. Schön müsse es nicht sein. „Für Berlin reicht das völlig“, sagt seine Partnerin. „Da wird so viel geklaut.“

Die Nummer 40 macht dann sie neugierig. Vor die Bühne wird ein Herrenfahrrad geschoben, dunkelgrün-metallic. Mindestgebot: 5 Euro. Die Referentin im Bereich Finanzdienstleistungen gibt ihr Handzeichen. Als Einzige. Sie freut sich: „Man muss ein bisschen was daran machen, aber es sieht so aus, als würde es noch gut fahren.“

Kurz nach 15 Uhr versucht Petra Schanze es noch einmal mit den Ladenhütern. Jenen Artikeln also, die in der ersten Viertelstunde der Versteigerung keiner haben wollte. Eine hellgraue Damenjacke mit abnehmbarer Kapuze, fast neu, für 1 Euro. Einen Roller im Hello-Kitty-Design für 1 Euro. Eine lilafarbene Kinderfleecejacke für 50 Cent. Zum Teil geht sie dabei noch einmal unter das ohnehin schon niedrige Mindestgebot. „Meine Mitarbeiter legen vor der Versteigerung das Anfangsgebot fest“, erläutert sie. „Bevor wir die Sachen am Ende vernichten, setze ich den Betrag von mir aus herunter.“

Für drei der insgesamt 52 Artikel aus dem Auktionskatalog lässt sich dennoch niemand erwärmen: eine schwarze Bommelmütze mit Glitzergarn, ein schwarzes T-Shirt mit „Gladiator“-Aufschrift, noch mit Preisschild, sowie ein Fahrrad. „Das Rad wird vernichtet“, so Petra Schanze. „Die beiden anderen Stücke können wir noch in die Kleiderkammer geben.“

Alles in allem werden bei der Versteigerung 1 362 Euro eingenommen. „Dieses Geld wird für drei Jahre auf ein Verwahrkonto eingezahlt“, verrät die Chefin des Bürgerbüros. In dieser Zeit hat der ursprüngliche Eigentümer noch immer die Möglichkeit sich zu melden. Kann er den Nachweis bringen, erhält er den ersteigerten Wert.

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