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Schnapsbirne für edle Obstbrände

Ein Freitaler baut eine Brennerwiese auf. Dort wachsen speziell gezogene Sorten. Die haben besonders viel Aroma und Zucker.

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Von Dorit Oehme

Er hat Streuobstwiesen in Freital-Burgk und bewirtschaftet eine in Kleinnaundorf. Doch sie sind schon etwa 70 Jahre alt. „Ich brauche Obst für die Zukunft“, sagt Sandos Schubert. Im Frühjahr 2011 hat der Freitaler mit seiner Frau Daniela am Hartmannsberg, in der Nähe der Windbergkuppe, eine eigene Obstbrennerei in Betrieb genommen. Kürzlich legte er auf gepachtetem Privatland in Kleinopitz eine Brennerwiese an. „Auf 300 Quadratmetern haben wir 75 niedrigstämmige Obstbäume von besonders aromareichen und zuckerhaltigen Sorten gepflanzt: Es sind die Löhrpflaume, die Dollensepper-Kirsche, die Walsche Schnapsbirne – die der Williamsbirne ähnelt – sowie die Mirabelle Nancy und eine Quittensorte“, erklärt Schubert.

In drei bis vier Jahren rechnet er dort mit dem ersten Ertrag. Auch 40 Tannen wurden als Weihnachtsbäume gepflanzt. „Ursprünglich wollten wir von der Stadt Freital eine alte Birnenwiese an der Wurgwitzer Straße zur Bewirtschaftung übernehmen. Doch während solche Streuobstwiesen sonst wohl kostenfrei genutzt werden können, hätten wir Pacht zahlen müssen“, sagt der Unternehmer, der Obstbrände in relativ kleinen Mengen herstellt. Die alten Sorten dort hätten ihn gereizt. Doch die Wiese sei stark verwildert. „Deshalb hätten wir schon Geld investieren müssen, um an die Bäume überhaupt heranzukommen.“ Wenn dann noch Pacht zu bezahlen sei, lohne sich der Aufwand nicht.

Sandos Schubert ist Kfz-Meister mit eigener Werkstatt. Vor sechs Jahren fing er zudem als Lohnbrenner auf Anlagen in der Region an. Jetzt bieten er und seine Frau in der eigenen Hausbrennerei auch Schaubetrieb und Verkostung an. Am ersten Oktober hat die aktuelle Brennsaison begonnen. Etwa bis Januar dauert sie.

Schlechtes Obstjahr

Um die niedrigen Erträge des diesjährigen Obstjahres auszugleichen, stammt ein Teil der Früchte aus Sommerhausen am Rhein sowie vom Obst- und Weingut Pesterwitz. 1 150 Kilogramm Quitten, 1 000 Kilogramm Williamsbirnen sowie diesmal jeweils „nur“ 500 Kilogramm Pflaumen und Mirabellen haben Daniela und Sandos Schubert mit Nachbarn und Freunden vorbereitet. Dazu 400 Kilogramm von den alten Apfelsorten Ingrid Marie und Rote Sternrenette – die 2013 erstmals als Obstbrand abgefüllt werden. „Um ein sauberes Destillat zu erhalten, schneiden wir das Kerngehäuse heraus. Das ist gerade bei den Quitten viel Arbeit“, betont Schubert.

Er schult übrigens das ganze Jahr über auf Seminaren in Bayern, Südtirol, Baden-Württemberg oder in der Schweiz seinen Geruchs- und Geschmackssinn. „Denn den kann keine Maschine ersetzen.“ Und der entscheidet über die Qualität.

Etwa ein halbes Jahr lagern die Destillate nach dem Brennen in Edelstahl- und Glasbehältern. Dann wird der Alkoholgehalt von 80 Volumenprozenten auf 40 heruntergeholt. „Es ist ein ganz individueller Prozess. Außerdem experimentiere ich gern im Eichen- oder Akazienfass“, verrät Sandos Schubert, der 2003 auch erstmals zum Tag der offenen Brennerei einlädt.

Termine für die Schaubrennerei unter:

0172 8516612

www.hartmannberger.de