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Niesky

Wie diese Schneiderinnen neu anfangen

Vor einem Jahr machte sich Wiebke Kosian in Niesky selbstständig. Rita Opitz kam in einem anderen Modegeschäft unter. Beide Schneiderinnen haben gut zu tun.

Wiebke Kosian in ihrem Nähkästchen. Vor einem Jahr machte sich die Damenmaßschneiderin selbstständig und zog in ein leeres Geschäft auf der Ödernitzer Straße.
Wiebke Kosian in ihrem Nähkästchen. Vor einem Jahr machte sich die Damenmaßschneiderin selbstständig und zog in ein leeres Geschäft auf der Ödernitzer Straße. © André Schulze

Ein Jahr und ein Monat arbeitet Wiebke Kosan in ihrem neuen Geschäft auf der Ödernitzer Straße. "Aber alles hat noch nicht seinen festen Platz gefunden", sagt die Geschäftsfrau zur SZ. Das dürfte der Kundschaft aber kaum auffallen, denn ihre Schneiderei ist gemütlich und mit Stil eingerichtet. "Nicht nur meine Kunden, auch ich möchte mich hier wohlfühlen", sagt Frau Kosian. Denn ihr Arbeitstag dauert zwischen acht und zehn Stunden, zumal sie jetzt die doppelte Anzahl an Kunden hat. Bis zu ihrer Selbstständigkeit arbeitete sie als angestellte Schneiderin in dem Kinderbekleidungsgeschäft "Bambini" auf der Görlitzer Straße. Das schloss Ende 2018.

Geländer zum Laden

Dass Wiebke Kosian in das kleine, aber für sie ausreichend große Geschäft in der Ödernitzer Straße zog, ist für sie auch ein Jahr später die richtige Entscheidung gewesen. "Das Geschäft liegt zentral. Parkplätze sind vor der Tür, es ist leicht zu finden", sagt die Inhaberin. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft als Vermieter will noch ein Geländer an den Treppenstufen anbringen, damit der Zugang leichter ist. 

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Es sind vorwiegend ältere Menschen, die ihre Kleidung im Nähkästchen vorbeibringen. Aber auch bei den Jüngeren hat ein Umdenken eingesetzt. Nicht mehr gleich alles wegschmeißen, wenn mal etwas kaputt ist. Diese Erfahrung hat Frau Kosian in dem Jahr gemacht. Und noch eine andere: "Es bringt mir wenig, jeden Tag das Geschäft offen zu haben. Irgendwann muss ja die Arbeit gemacht werden." Deshalb entschloss sich Wiebke Kosian, auch auf Ratschlag hin, ihr Geschäft nur am Dienstag und Donnerstag von 9 bis 13 und 14 bis 18 Uhr zu öffnen.       

Überhaupt hat die in Petershain wohnende Geschäftsfrau noch einiges vor in ihrem Nähkästchen. "Nicht nur ältere Frauen fragen mich, ob ich inen nicht das Nähen beibringen kann. Auch von jüngeren kommt diese Frage. Deshalb überlege ich, einen Nähkurs regelmäßig in meiner Werkstatt durchzuführen", erzählt die gelernte Damenmaßschneiderin.  Die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Aus einer Geschäftsauflösung in Görlitz erwarb Wiebke Kosian eine Handvoll Nähmaschinen. Diese können die Kursteilnehmer nutzen. 

    

Rita Opitz näht in der Modeboutique Schubert am Zinzendorfplatz. Vor gut einem Jahr ist die Schneiderin aus dem Kurzwarengeschäft in der Ödernitzer Straße in die Modeboutique umgezogen.
Rita Opitz näht in der Modeboutique Schubert am Zinzendorfplatz. Vor gut einem Jahr ist die Schneiderin aus dem Kurzwarengeschäft in der Ödernitzer Straße in die Modeboutique umgezogen. © André Schulze

Kommen und gehen in der Ödernitzer

Wiebke Kosian ist als Schneiderin in die Ödernitzer Straße vor einem Jahr gezogen. Eine andere Schneiderin hat sie verlassen: Rita Opitz. Sie war dort Änderungsschneiderin für Ines Mielsch in ihrem Kurzwarengeschäft. Frau Mielsch ging in Rente und Rita Opitz wechselte in die Modeboutique von Heidrun Schubert am Zinzendorfplatz. Dort näht die gelernte Schneiderin, die in ihrem Fach auch noch den Industriemeister machte,  seit Jahresbeginn 2019.

"Es sind vorwiegend Änderungen, die ich für die Kunden mache", sagt Rita Opitz. Dabei hat sie gut zu tun. Denn neben ihren Stammkunden, die ihr gefolgt sind, kommen immer wieder neue Kunden hinzu. Geschäftsinhaberin Heidrun Schubert sagt, dass sich viel über Mundpropaganda herumspricht. Aber auch ihre verteilten Handzettel und die Aushänge im Schaufenster tragen dazu bei, dass die Zahl der Kunden zunimmt.   

Ganztägig geöffnet

Ein Vorteil ist, so Frau Schubert, dass ihre Modeboutique von 9.30 bis 18 Uhr durchgehend in der Woche geöffnet ist. "Da steht es den Leuten frei, wann sie was bei uns vorbeibringen." Neben Änderungen führt Frau Opitz auch Reparaturen an Keidungsstücken aus, aber auch an Gardinen. Mit letzterem hat sie öfter zu tun, denn nicht jedes Fenster richtet sich nach den Einheitsmaßen der Hersteller.    

So wie bei Wiebke Kosian dauert es auch bei Rita Opitz in der Regel eine Woche, bis der Auftrag abgearbeitet ist. Beide Schneiderinnen bieten aber auch den Express-Service an, also Sofortreparaturen, wenn es eilig ist. Was das Nähkästchen mit der Modeboutique außerdem gemeinsam hat, ist, dass beide Geschäfte Annahmestellen für Wäschereien sind. Von der Bettwäsche bis zum Teppich können Textilien zur Reinigung abgegeben und wieder geholt werden.    

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