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Schnell am Schnee

Statt 30 Kilometer muss ein Streufahrzeug künftig nur 15 Kilometer fahren, um im Moritzburger Raum zum Einsatz zu kommen. Im Meißner Stadtteil Bohnitzsch wird ein zentrales Salzlager für neun Kommunen im Altlandkreis Meißen errichtet.

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Von Peter Anderson

Statt 30 Kilometer muss ein Streufahrzeug künftig nur 15 Kilometer fahren, um im Moritzburger Raum zum Einsatz zu kommen. Im Meißner Stadtteil Bohnitzsch wird ein zentrales Salzlager für neun Kommunen im Altlandkreis Meißen errichtet. Die Straßen in diesem Bereich werden auf diese Weise sicherer.

Bislang muss das Salz für den Raum Radebeul-Meißen aus Katzenberg bei Nossen geholt werden. Der Winterdienst könnte dank des neuen Lagers spätestens 2014 deutlich schneller werden, sagte gestern der Leiter der Straßenmeisterei Meißen Fritz Künzel. Seine Mannschaft von 30 Mitarbeitern ist für den rechtselbischen Raum zwischen Diera und Radebeul sowie linkselbisch für Ketzerbachtal, Klipphausen und Zehren zuständig.

Bezahlt wird der Neubau in Bohnitzsch mit Mitteln des Freistaats in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Bauherr ist allerdings der Landkreis. „Damit sind wir Pioniere in Sachsen“, sagte gestern Andreas Herr, Leiter des Dezernats Technik im Meißner Landratsamt.

Das für die neue Meisterei vorgesehene Grundstück im Meißner Stadtteil Bohnitzsch ist Dezernent Herr zufolge bereits im Jahr 2000 gekauft worden. Der frühere Landtagsabgeordnete und FDP-Politiker Ludwig Martin Rade habe daran eine besonders große Aktie. Dann allerdings ging es nicht voran. Jahr für Jahr fiel das Vorhaben immer wieder von der Finanzierungsliste der Staatsregierung herunter. Selbst als 2006 die Baupläne rechtlich genehmigt wurden, änderte sich daran nichts. „Wir haben in den vergangenen Jahren so viele Versprechen gehört, dass wir bis zum Spatenstich skeptisch bleiben“, sagte gestern Meisterei-Chef Künzel im Rückblick.

Meißens Landtagsabgeordnete Karin Strempel (CDU) betonte dagegen, dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht würden. Die entsprechenden Verträge zwischen dem Freistaat und dem Landkreis seien unterschrieben. Sie habe sich zuvor in einem vertraulichen Gespräch mit Finanzminister Georg Unland (CDU) für das Projekt stark gemacht. Dank der gut gehenden Wirtschaft verfüge der Freistaat über zusätzliche Steuereinnahmen. Mit diesem Geld solle in Bohnitzsch gebaut werden.

Die Zustände in der alten Kreisstraßenmeisterei an der Hochuferstraße bezeichnete Strempel als katastrophal. Dort seien viel zu wenig Duschen und WC für das viele Personal vorhanden. Es gebe keine Möglichkeit, die nassen Sachen zu trocknen. Es fehlten ein Salzlager und ausreichend Garagenplätze für die Fahrzeugtechnik. Das wäre so nicht mehr hinnehmbar, zumal Meißen für besonders sensible Punkte des Straßennetzes im Kreis zuständig ist.

Zu den 284 Kilometern Straße, die von hier aus betreut werden, gehören die beiden Meißner Elbbrücken, die neue Brücke in Niederwartha sowie der Schottenbergtunnel. Neben dem Winterdienst sind die Straßenwärter für das Ausbessern der Trassen in ihrem Bereich sowie die Pflege des Straßengrüns zuständig.