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Schnell surfen an der Sommerrodelbahn

Vor 30 Jahren sahen die Altenberger über Kabel Westfernsehen. Jetzt kommt darüber das schnelle Internet.

Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung zum neuen Breitbandinternet über Kabel in Altenberg testen einmal die Sommerrodelbahn. Auch hier wird von jeder Abfahrt ein Foto übers Netz ver- schickt.
Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung zum neuen Breitbandinternet über Kabel in Altenberg testen einmal die Sommerrodelbahn. Auch hier wird von jeder Abfahrt ein Foto übers Netz ver- schickt. © Egbert Kamprath

Kinder sausen auf der Sommerrodelbahn hinunter oder hüpfen auf dem Trampolin. Bei Sommerwetter ist gut Betrieb in Altenberg. Doch dazu gehört eine schnelle Internetverbindung. 

Sonst kommt das Vergnügungszentrum der Firma Josef Wiegand an Grenzen. Betriebsleiter Manuel Püschel erzählt: „Von jedem Besucher auf der Sommerrodelbahn schießen wir ein Foto. Das wird in die Cloud geladen. Unser Kassensystem ist übers Netz mit dem Hauptsitz der Firma in Rasdorf in Hessen verbunden und unsere Gäste hören Musik über Webradio.“ Da kommen durchaus Datenmengen zusammen, welche die bisherige Leitung mit 30 MBit pro Sekunde überfordern. Dann ruckelt die Musik im Radio, dauert es länger, bis die Kasse reagiert oder können Sommerrodler das Foto von ihrer Abfahrt nicht herunterladen. Alles ärgerlich.

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Solche Probleme sollen jetzt passé sein. Denn die Josef Wiegand GmbH Sommerrodelbahn ist der erste Betrieb, der sich an das schnelle Internet über Kabel angeschlossen hat, das jetzt schrittweise in der Kernstadt Altenberg ausgebaut wird.

Der Ursprung für dieses Angebot ist die IG Antennengemeinschaft, die Ende der 1980er-Jahre in der Stadt ein Kabelnetz verlegt hat, um besser Fernsehen zu empfangen. Die Kabelanlage blieb bis heute in Betrieb und sie kann mehr als nur Fernsehen. „Wir wollen sie weiterentwickeln, damit sie noch weitere zehn oder mehr Jahre Bestand hat“, sagt Eckhard Sommerschuh. Er ist zugleich im Vorstand der Antennen-IG und mit seiner Funkfirma technischer Betreuer der Anlage. 

Mit dem Fernsehkabel, das in allen Altenberger Häusern liegt, ist es möglich, ins Internet zu gehen und Telefongespräche zu führen. Dafür muss die Anlage aber aufgerüstet werden. „Bisher ging das Signal ja nur in eine Richtung, von der Kopfstation zu den Fernsehgeräten. Mit dem Internet fließen Daten auch in die Gegenrichtung“, erklärt Sommerschuh den wesentlichen technischen Unterschied. Dafür müssen aber neue Verteiler eingebaut werden. Eine Investition, welche die IG Antenne sich nicht leisten konnte. 

Deswegen gab es Gespräche mit verschiedenen Anbietern, erzählt Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler), Vorsitzender der IG. Mit der Enso Sachsen Ost sind sie handelseinig geworden. Die Enso hat ein modernes Kommunikationsnetz, um ihre Anlagen zu überwachen. Sie musste nur ein Glasfaserkabel vom Umspannwerk in Altenberg zur Kopfstation der Antennenanlage legen, schon war das Kabelnetz mit dem schnellen Internet verbunden. Die Enso bezahlte die Aufrüstung und vermarktet jetzt die Anschlüsse. 

Zuerst wurde jetzt das Stadtgebiet am Schellerhauer Weg und dem Gymnasium ans schnelle Internet über Kabel angeschlossen. Danach soll das Neubaugebiet an die Reihe kommen, im Volksmund als Chicago bekannt. Dann folgen die Innenstadt und schließlich das Gebiet um die Bergarbeitersiedlung und Europark. Sie bekommen dann auch Datenraten, wie an der Sommerrodelbahn: Das Testprogramm stoppte hier bei 102 MBit/sek.

Auf der Stadtratssitzung am Montag informierte der Bürgermeister, dass am 11. 9., 19 Uhr, im Speiseraum des Internats eine Einwohnerversammlung stattfindet, wo das neue Breitbandangebot erklärt wird.

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