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Schnelleres Internet für Glashütte

Der Ausbau des Breitbandes wird teuer. Trotzdem sieht die Stadt jetzt die Chance, das Problem lösen zu können.

© Ralf Hirschberger/dpa

Von Maik Brückner

Glashütte. Lange haben die Oberfrauendorfer darauf gehofft. Nun soll es wahr werden. Auch ihr Ort soll schnelles Internet bekommen. Das lässt sich aus der Studie ableiten, die Ralf Berger vom Unternehmen Innok in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt hat. Diese Untersuchung ist die Grundlage für eine der größeren Investitionen in Glashütte. Denn das Rathaus möchte, dass ab dem nächsten Jahr 95 Prozent der Bürger mit 30 Megabit pro Sekunde durchs weltweite Netz surfen können, bei 60 Prozent soll sogar eine Datenübertragung von 50 Megabit möglich werden. Das Netz technisch nachzurüsten, ist sehr teuer, sagte Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). Deshalb sei man auf Fördermittel angewiesen.

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Die gibt es nur, wenn das Rathaus nachweisen kann, dass der Bedarf da ist und kein Telekommunikations-Unternehmen ins Netz investieren will. Beides hat Ralf Berger überprüft. Sein Ergebnis: Kein Unternehmen wird investieren. Dem gegenüber steht ein großer Bedarf an schnellem Internet. Nachzulesen ist das in der von Berger vorgelegten Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse. Nach dieser liegt in Oberfrauendorf nur ein sehr schwaches Internet an. Bisher kann keiner der Haushalte mit 50 Megabit pro Sekunde durchs weltweite Netz surfen. Vielen Bürgern in anderen Ortsteilen geht es ähnlich.

Doch nur die Oberfrauendorfer haben immer wieder darauf gepocht, auch schnelles Internet zu bekommen. Daran erinnerte ihr Ortsvorsteher Klaus Köhler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma). Dreßler gab ihm zwar recht, erinnerte daran, dass der Freistaat in der Vergangenheit den Internetausbau gefördert habe. Und das ziemlich üppig. Allerdings war das Programm so ausgelegt, dass die Datenübertragungsrate auf mindestens zwei Megabit pro Sekunde gehoben werden sollte. Vielen würde das nicht reichen, sagte Dreßler. Deshalb habe Glashütte damals keine Anstrengungen unternommen, die Datennetze zu verbessern.

Glashütte kann Antrag auf Fördermittel stellen

Das jetzt aufgelegte Programm mit der größeren Übertragungsrate komme den Bedürfnissen der Bürger schon eher entgegen. Deshalb habe die Stadt auch den Bedarf prüfen lassen. Und den gibt es auch bei mehreren Gewerbetreibenden. 54 haben sich laut Ralf Berger gemeldet. Die verteilen sich – abgesehen von den Mini-Ortsteilen Rückenhain und Neudörfel – auf alle größeren Orte im Glashütter Stadtgebiet. Für das Rathaus ist das eine erfreuliche Nachricht. Denn der Internetausbau in einem Gebiet wird nur gefördert, wenn dort mindestens drei Gewerbetreibende den Bedarf angemeldet haben.

Dieses Kriterium ist erfüllt. Deshalb kann Glashütte nun einen Fördermittelantrag erarbeiten und ihn einreichen. Dreßler hofft, dass der Freistaat seine Förderquote eventuell noch erhöht. Gegenwärtig würde er 75 Prozent der Kosten übernehmen. Glashütte kalkulierte 85 Prozent ein. Sollte der Freistaat nachbessern, werde man seinen Fördermittelantrag zurückziehen und einen neuen abgeben, kündigte Dreßler.

Gänzlich vom Tisch ist offenbar die von Glashütte ins Auge gefasste Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten Altenberg und Dipps. Diese hatte Dreßler ins Spiel gebracht, weil das der Freistaat mit einem Extrazuschuss belohnen wollte. Doch die Anzeichen haben sich verdichtet, dass dies nicht passieren wird. Deshalb arbeitet die Stadt allein am Thema weiter.

Bekommt Glashütte die Förderzusage, werden zum Ende des Jahres die Planungen ausgeschrieben, damit im nächsten Jahr gebaut werden kann. Vorgesehen ist, dass die Kupferleitungen, die die Ortsnetze mit dem Verteilzentrum verbinden, durch Glasfaserleitungen ersetzt werden. Die Kupferkabel in den Ortsnetzen bleiben dagegen liegen, erklärte Dreßler.