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Schnupperstiege für Einsteiger

300 Meter Stahlseil wurden im ehemaligen Steinbruch an der Ochelbaude verbaut. Das macht hier das Klettern noch sicherer.

Von Gunnar Klehm

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Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Durchs Sebnitztal bei Porschdorf schallt klirrendes Metall. Ein Trennschleifer surrt. Die Hände der Arbeiter sind klamm, die Temperatur liegt nur wenig über dem Gefrierpunkt. Trotzdem hängen Andreas Herlt und Daniel Höntsch an der Felswand in den Seilen. Sie machen den bestehenden Klettersteig im ehemaligen Steinbruch an der Ochelbaude noch sicherer.

Streng genommen sind es sogar zwei Klettersteige. Von einem Sicherungspunkt in der Wand zum anderen zu gelangen, war für die Veranstalter bisher kein leichtes Unterfangen.

Die Kletterwand ist auf dem Gelände der Ochelbaude, die der Kanu Aktiv Tours GmbH gehört. Hier konnte man 25 Meter hoch in der steilen Wand klettern, dann wurde es schwierig. Mit dem neu verlegten Sicherungsseil und einer veränderten Route soll es quasi jedermann möglich werden, sich im Klettern auszuprobieren. „Das ist jetzt mehr wie Wandern, aber weniger als Felsklettern“, erklärt René Hofmann, der Geschäftsführer von Kanu Aktiv Tours.

Experte für Klettergärten

Das Unternehmen hat die Ochelbaude 2002 gekauft. Stück für Stück wurde das Objekt verschönert. Einfach eingerichtet ist die Herberge zwar immer noch. Vom damaligen DDR-Charme ist aber nichts mehr geblieben. Über 70 Betten und zwei Ferienwohnungen verfügt das Haus. Oft kommen Schulklassen hier her. „Unsere Hauptkundschaft sind Anfänger, wenn es ums Klettern geht“, sagt Hofmann. Da ist es sehr hilfreich, eine Schnupperstiege direkt vor Ort zu haben. Hier können sich dann unter Anleitung auch die weniger Sportlichen erst mal ausprobieren, bevor sie etwa die Häntzschelstiege in Angriff nehmen.

Vergleichbares gibt es kaum in der Region. Die Sachsenstiege bei Freital im Plauenschen Grund ist wesentlich anspruchsvoller. „Für die, die dorthin gehen, ist unsere Stiege nicht interessant“, sagt Hofmann. Im Elbsandstein gibt es auch einfache Stiegen. Dort sind Wanderer aber nicht so lange in einer Wand wie an der Ochelbaude. Projektiert hat den Klettersteig hier Andreas Herlt. Der Diplom-Ingenieur ist ausgebildeter Höhenarbeiter und gehörte zu DDR-Zeiten der Nationalmannschaft im Felsklettern an. Er ist Experte für Klettersteige und international gefragt. Im Februar reist er beispielsweise nach England und baut dort einen Klettergarten mit auf.

An der Ochelbaude hat er zwei verschiedene Routen kreiert – die ganz leichte und eine mit einer Schlüsselstelle, die einen höheren Schwierigkeitsgrad darstellt. Wie der jetzt mit dem neuen Sicherungsseil eingestuft wird, steht noch nicht fest. Außer Herlt und Höhenarbeiter Höntsch hat ja noch niemand die Schnupperstiege für Anfänger begangen.

300 Meter Stahlseil wurden in der Felswand verbaut. Die oberste Felskante liegt etwa 60 Meter über der Ochelbaude im Sebnitztal. Es hatte lange gedauert, bis die Felswand bis zu einer bestimmten Höhe als Erholungsfläche eingestuft wurde und entsprechend genutzt wird.

Doch gerade weil die sogenannte Schnupperstiege jetzt noch leichter zu erklimmen ist, soll sie noch vor Saisonbeginn extra mit einem Tor am Einstieg gesichert werden. Das soll die Kontrolle auf dem Herbergsgelände verbessern. Bis Besucher tatsächlich in die Kletterwand dürfen, ist aber noch einiges zu tun.

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