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Schön gerechnet

Der Eisarena braucht deutlich mehr Strom und Gas als zuvor kalkuliert. Im ersten Jahr wird das wohl zusätzlich 150 000 Euro kosten. Wer soll das bezahlen?

Von Thomas Staudt

Lange war offen, wie teuer die Betreibung der neuen Eisarena tatsächlich werden würde. Bisher gab es dazu nur die auf DIN-Normen basierenden, rein theoretischen Berechnungen des in Stuttgart ansässigen Beratungsbüros Makon. Jetzt liegen die ersten tatsächlichen Verbräuche vor. Aufgrund dessen geht der Vorstand des Eissportvereins Weißwasser ESW davon aus, dass es zu weiteren Kosten kommen wird. „Es geht um 150 000 Euro für den Zeitraum von Anfang Juni 2013 bis Mai 2014“, sagte Bernard Stefan. Die Spanne entspricht dem Geschäftsjahr des ESW. Der Verein betreibt die Ende August eingeweihte Halle im Auftrag der Stadt und erhält dafür einen Zuschuss. Verwaltung und Stadtrat seien über die voraussichtlichen Betreibungskosten informiert, so Stefan.

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Höhere Kosten ergaben sich nach den vorliegenden Werten vor allem bei Strom und Gas. Am nachhaltigsten schlägt der Stromverbrauch zu Buche. Stefan begründete den höheren Verbrauch mit dem Mehr an Technik im Vergleich zur alten Halle. „Wir hatten drüben eine Lüftungsanlage. Hier haben wir zehn.“ Dazu kommt, dass der alte Fuchsbau als Kalthalle ausgelegt war. Die neue bietet als Komfortplus eine Heizung, die die Temperatur konstant zwischen zwölf und 15 Grad Celsius hält. Um Einspareffekte zu erzielen, wurde die Temperatur bereits auf das Minimum von zwölf Grad gedrosselt. Vertreter des Referats Bau und des Vereins arbeiten derzeit täglich an der weiteren Feinjustierung der Technik. Kämmerer Rico Jung sagte, er habe bisher nur mit dem bewilligten Zuschuss von 250 000 Euro gerechnet. Die Nachforderung werde den Haushalt auf alle Fälle belasten, auch, weil die Stadt mit der höheren Kreisumlage, den Mehrbelastungen durch die Einführung der Doppik und den sinkenden Schlüsselzuweisungen zusätzliche Ausgaben schultern müsse. Bevor das Geld fließen kann, muss der Stadtrat zustimmen. Der neue Betreibervertrag zwischen Stadt und Verein war erst im Juni abgesegnet worden. Damals hatte die SPD versucht, den Zuschuss bei maximal 250 000 Euro zu deckeln. Die Stadt könne nicht grenzenlos zubuttern, begründete Katrin Jung den Vorstoß, der wegen des Widerstands unter anderem von Klartext ins Leere lief. Der Vertrag lässt nach SZ-Informationen eine Korrektur nach oben oder unten zu. Das Papier ist allerdings noch nicht unterzeichnet. „Wir hatten große Mühe, eine Versicherung zu finden, die das Risiko von 20 Millionen Euro abzudecken bereit war“, erklärte Jan Garreis vom ESW-Vorstand die Verzögerung. Die Gebäudeversicherung ist unbedingte Voraussetzung für den Vertragsabschluss.

Um Nachforderungen Sinne handele es sich bei den jetzt aufgelaufenen Kosten nicht, so Garreis weiter. Ursprünglich seien die Betreibungskosten mit 726 000 Euro jährlich berechnet, die Zahl dann mit dem Verein auf 670 000 Euro nach unten korrigiert worden. Für die laufende Saison rechne man aktuell mit 560 000 Euro. Bei den Planungen, die vor dem Bau der Arena zur Deckung der Betreibungskosten angestellt wurden, seien stets 193 000 Euro an Sponsorengeldern eingerechnet worden. Sie seien bisher aber nicht eingeworben worden, so Garreis. Angesichts dessen liege der Verein mit der „Nachforderung“ von 150 000 Euro prinzipiell immer noch im Rahmen der errechneten Vorgaben.