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Schönauer Rat tritt fast komplett wieder an

Sieben Gruppierungen stellen sich zur Wahl an – nur eine davon ist neu. Die großen Themen dominieren bei allen.

Von Anja Beutler

Eines können die Wähler in Schönau-Berzdorf und Kiesdorf dann doch nicht: Den jetzt bestehenden Gemeinderat ganz exakt noch einmal wählen. Denn ein Kandidat – Jürgen Wünsche – tritt nicht mehr an. Die restlichen Ratsmitglieder allerdings schon. Insgesamt 16 Bewerber wollen in den Gemeinderat einziehen – elf Plätze gibt es. Dabei hat sich die Zahl der Gruppierungen, die Kandidanten zur Wahl stellen, um eine erweitert: In diesem Jahr tritt auch die Bürgerinitiative „Kein Giftmüll auf dem Eigen“ mit zwei Kandidaten an. In Bernstadt bereits mit einer Rätin vertreten, wirbt die Bürgerinitiative nun auch in der Nachbargemeinde um Stimmen. Insgesamt gibt es Kandidaten aus sieben Gruppierungen. Doch so unterschiedlich ihre Ausgangslage auch sein mag: An den großen Themen, die die Gemeinde schon seit Längerem beschäftigen, kommen die Kandidaten alle nicht vorbei:

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Eigenständigkeit: So lange es geht,

will der Ort nicht fusionieren

Die Gemeinde will in der Bernstädter Verwaltungsgemeinschaft eigenständig bleiben – so lange es geht. Das haben die Räte immer wieder per Beschluss bekräftigt. Auch Bernd Richter, der auf CDU-Ticket antritt, benennt diesen Punkt sofort. Allerdings könnten nicht nur die anderen drei CDU-Listenkandidaten, sondern wohl die meisten Bewerber diese Haltung für sich in Anspruch nehmen: Natürlich sehen auch Andreas Klonz, der für den Sportverein kandidiert, oder Andreas Fünfstück von der Feuerwehr Kiesdorf genau hier einen entscheidenden Punkt. Möglichst viel selbst bestimmen kann man eben nur, wenn man auch noch etwas selbst zu entscheiden hat. Dazu müssen aber die Finanzen der Gemeinde in den kommenden Jahren in Ordnung gehalten werden.

Berzdorfer See: Weiterkommen wollen alle – mit unterschiedlichem Fokus

Den See haben alle auf der Rechnung: Für den Sportverein mit seiner Wassersportabteilung ist das Thema genauso wichtig wie für CDU- oder Linken-Kandidaten. Neue Chancen durch den Tourismus und einen Naherholungseffekt erhoffen sich alle. Die bisherigen Räte sehen die Gemeinde auf einem guten Weg. Petra Neumann und Helmut Kairies, die für „Kein Giftmüll auf dem Eigen“ antreten, betonen nochmals die Bedeutung des See-Namens und fordern, dass der Rundweg für alle zugänglich bleiben muss. Die SPD-Kandidaten Siegfried und Thomas Pfalz wollen sich für einen Radweg entlang der Pließnitz zur Lagune stark machen. Generell gibt es große Unterstützung für die Pläne der Investoren. Gerade deshalb wollen alle die Gemeinde bei Gegenwind aus Görlitz stark machen.

Kindereinrichtungen: Kita und Schule zu halten, ist die Herausforderung

Nicht umsonst hat die Gemeinde um den Grundschulstandort und die beiden eigenen Kitas gekämpft. Das man hier den Status halten will, ist übergreifender Konsens. Besonders Augenmerk legen die Kandidatinnen der Linken, aber auch die SPD auf die Höhe der Beiträge. Bettina Schulz (Linke) betont deshalb auch, dass die Kita-Beiträge erschwinglich bleiben müssen – weshalb sie auch für einen Verbleib der Einrichtungen bei der Kommune eintritt. Mit einer Vergabe an freie Träger spare man am Ende nicht wirklich, betont sie.

Hochwasserschutz: Langfristige Lösungen müssen her

Seit 2010 ist dieses Thema Dauerbrenner in der Gemeinde. Zwar ist der Freistaat für die Pflege der Pließnitz zuständig. Aber Forderungen haben die Schönauer aufgemacht: „Wir müssen am künstlichen Pließnitzarm dranbleiben“, benennt Bernd Richter ein wichtiges Thema. Denn die Wassermassen liefen in Niederschönau schlecht ab und stauten sich. Zwar sei ein wenig Bewegung in die Sache gekommen, aber steter Druck sei wichtig. Auch die Kiesdorfer SPD-Kandidaten benennen eine langfristige Verbesserung an der Gaule als Ziel. Die Kandidaten der BI setzen ihrerseits vornehmlich auf natürlichen Hochwasserschutz statt auf Lösungen aus Beton, sagt Frau Neumann.

Besondere Anliegen: Vereine, Feuerwehr, Frauen und Transparenz

So bunt wie die Mischung der einzelnen Wählervereinigungen ist – so bunt sind auch die Themen, die jeder für sich mit in den Wahlkampf einbringt: Klar, dass der Kandidat der Feuerwehr die Belange seiner Kameraden einbringen will – schließlich ist die nötige Ausrüstung das A und O für die Sicherheit in der Gemeinde. Als Lobbyist für den Schönauer Sportverein sieht sich selbstverständlich Andreas Klonz, den der Verein aufgestellt hat. Und Enrico Opitz will als einer der Kandidaten für den Schönauer Karnevalsclub auch die kulturellen Punkte, die seinen Verein betreffen, vertreten. Allerdings, so sagt Opitz, sei das für ihn nicht der alleinige Punkt für die Bewerbung: „Meine Devise ist: Nicht nachher darüber meckern sondern vorher darüber diskutieren“, erklärt er. Ebenso wie auch die Kandidaten der Bürgerinitiative legt er Wert auf Transparenz und Bürgernähe bei den Entscheidungen im Rat.

Frauenthemen und soziale Belange waren von jeher das Thema für die beiden Linkskandidatinnen. Bettina Schulz betont deshalb auch, dass sie immer den Menschen in den Mittelpunkt der Entscheidungen stelle. Dass Kiesdorfer in ihren Zielen natürlich den eigenen Ortsteil stärker im Fokus haben, ist für die beiden SPD-Kandidaten Pfalz selbstverständlich. Und so finden sich bei ihren Schwerpunkten auch die Forderung nach der Erneuerung der Oberen Straße im Ort. Ein altbekanntes Thema greift auch Bernd Richter (CDU) noch mal auf: Auch wenn die Orte mit schnellem Internet versorgt sind: Funklöcher klaffen immer noch auf dem Eigen. Hier müsse man weiter Druck machen.