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Schöne Aussicht mit Tücken

Tief Hannah verschafft Sebnitz und Umgebung eine kompakte Schneedecke. Doch das Wetter wird bald ungemütlich.

© Marko Förster

Sebnitz/Neustadt. Der Winter von seiner schönsten Seite – den können Wanderer derzeit von der verschneiten Basteiaussicht bei Lohmen genießen. Doch Romantiker sollten sich sputen. Wer weiß, wie lange der Frost die Sächsische Schweiz noch im Griff hat. Denn fürs Wochenende sind schon wieder steigende Temperaturen angekündigt. Die Autofahrer werden sich aber vielleicht freuen, denn am Donnerstag hat es doch einige Unfälle gegeben auf den Straßen.

Wir hier nahe Pirna blieben Lkws auf den verschneiten Straßen stecken.
Wir hier nahe Pirna blieben Lkws auf den verschneiten Straßen stecken. © Marko Förster
Voll besetzt ist der Skilift in Rugiswalde – nicht nur am Wochenende.
Voll besetzt ist der Skilift in Rugiswalde – nicht nur am Wochenende. © Dirk Zschiedrich

Behinderungen wegen querstehender Lkw oder Schneeverwehungen

Der Winterdienst läuft im Landkreis auf Hochtouren. Außer der Straßenmeisterei Langburkersdorf, wo die Mitarbeiter im Zwei-Schicht-System arbeiten, sind alle drei weiteren Straßenmeistereien des Landkreises (Freital, Altenberg und Dohma) bis auf Weiteres rund um die Uhr unterwegs. 39 Räum- und Streufahrzeuge sowie 39 Mitarbeiter sind im Einsatz, teil Peter Guderle vom Landratsamt mit.

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Erschwerte Bedingungen gab es vor allem wegen querstehender Lkw. So kam es im Bereich der Auffahrt zur Sachsenbrücke in Richtung Wünschendorf der S 177 und auf der Umleitungsstrecke Gewerbegebiet Dohna zu Behinderungen. Auch an der A-4-Abfahrt Wilsdruff sorgte ein umgestürzter Lkw für Chaos und Sperrungen. „Wir hatten es außerdem jetzt zunehmend mit Schneeverwehungen zu tun“, sagt Guderle. Schwerpunkte waren u. a. das Falkenhainer Kreuz und die Kreisstraße zwischen Fürstenwalde und Liebenau. Wegen der Schneefälle ist seit Mittwochabend die Strecke Fürstenau-Müglitz voll gesperrt.

Bus nach Ostrau muss auf Schneeräumauto warten

Die Oberelbische Verkehrsgesellschaft meldet unterdessen weitgehend Normalität auf den Buslinien. Einzig der Bus am Donnerstag, 5 Uhr, nach Ostrau kapitulierte vor dem Schnee. Der Berg hinauf war vor dem Räumfahrzeug nicht befahrbar. Glücklicherweise saß niemand im Bus, der vielleicht zur Schicht in die Klinik musste. Wenn, dann wäre er wieder mit zurück nach Schandau genommen worden. Ansonsten seien die Busse weitgehend gut durchgekommen. Lediglich in Sebnitz habe es einige Verspätungen gegeben, ausgefallen sei aber kein Bus, sagt Solveig Großer von der OVPS.

Kein Winterdienst, keine Müllentsorgung

Wo es keinen öffentlichen Winterdienst gibt, haben auch die Entsorgungsfahrzeuge ihre Probleme. Weil die Fahrer weder sich noch die Autos in Gefahr bringen sollen, bleibt der Müll dann stehen. Das betrifft im Landkreis aktuell vereinzelte Straßen in Sebnitz, Freital, Königstein, Pötzscha, Struppen, Krippen und Altenberg. Bleibt der Müll stehen, wird versucht, ihn so schnell wie möglich abzuholen. Da die Zeit dafür nicht geplant werden kann, sollten die Tonnen stehen bleiben, rät Abfall-Zweckverbandschef Raimund Otteni.

Dauert das zu lange, gibt es eine Alternative: zugelassene Restabfallsäcke des Abfallzweckverbandes. Sie fassen 70 Liter und kosten 3,50 Euro, was in etwa den vergleichbaren Kosten der Leerung der 80-Liter-Tonne entspricht, sagt Otteni. Die Säcke können auch statt der Tonne verwendet werden. Das empfiehlt sich, wenn die Gefahr besteht, dass der Müll in der Tonne anfriert. Dem kann man aber vorbeugen, indem man die Restabfälle in fest verschlossenen Kunststofftüten in die Tonne wirft. Andere Säcke werden stehengelassen.

Papier, Pappe und Gelbe Säcke sollten zwischengelagert oder zu den Wertstoffhöfen gebracht werden. Bioabfälle sollten in Zeitungspapier eingewickelt werden. Papiertaschentücher, Papierservietten, Küchenkrepppapier und Eierkartons aus Pappe können auch in die Biotonne, sie saugen zusätzlich die Feuchtigkeit auf. Der Bioabfall sollte locker in die Tonne kommen und nicht gepresst werden. Zudem kann die Tonne mit Zeitungen ausgelegt werden. Pappe verhindert, dass der Behälterdeckel anfriert.

Andrang an den Skihängen – egal bei welchem Wetter

Nicht genug vom Schnee können dagegen die Mitglieder vom Skiclub Rugiswalde bekommen. Rund 40 Zentimeter hoch liegt die weiße Pracht am Hang. An den vergangenen beiden Wochenenden war so viel Betrieb, dass manche Wintersportler wieder umgedreht sind. Auch, weil es keine Parkplätze mehr gab. Unter der Woche ist der Andrang ebenfalls groß, egal bei welchem Wetter. An diesem Wochenende müssen sich die Freizeitsportler die Piste zeitweise mit den Profis teilen. Am Sonnabend und Sonntag werden in Rugiswalde jeweils zwischen 10 Uhr und 14 Uhr die Landesjugendspiele veranstaltet. Skifahren und Snowboarden ist aber auch während der Wettkampfzeiten möglich, informiert der Skiclub. Langläufer können in Rugiswalde zudem zwischen einer 1,5 Kilometer und einer fünf Kilometer langen Tour wählen, die um den Ort herum führt. Der Einstieg ist überall möglich. Es gibt zwei parallel laufende Spuren sowie eine danebenliegende Skaterspur.

In Sebnitz sind die Lifte am Buchberg in Betrieb. Da der Skiclub ohne Kunstschnee arbeitet, misst die Schneedecke aktuell 20 Zentimeter. Das genügt für sehr gute Bedingungen. Die Loipe im Sebnitzer Wald ist dagegen noch nicht gespurt. Denn diese Woche wurde noch Holz im Staatswald abgefahren. Der Skiclub informiert, wenn die Loipen wieder frei sind. In Hinterhermsdorf können sich Langläufer bereits die Bretter unter die Füße schnallen. Ab der Turnhalle ist die Loipe gespurt.

Nach Sturz benötigen viele Patienten Hilfe in der Notfallambulanz in Pirna

Die Mitarbeiter in der Notfallambulanz des Klinikums Pirna haben derzeit viel zu tun. „Aufgrund der Witterungsverhältnisse kamen vermehrt Patienten, die Frakturen erlitten haben“, sagt Sprecherin Kristin Wollbrandt. Konkrete Zahlen gab es nicht. Viele Gestürzte wurde nach einer ambulanten Behandlung nach Hause entlassen. In wenigen Fällen war eine stationäre Behandlung erforderlich. (hui, SZ/wei, sab, kat)