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Schönen Urlaub an der Ostsee

Wie Reiseberaterin Manuela Sobanski aus Klein Partwitz die Corona-Krise erlebt – und vorsichtig Optimismus verbreitet.

Laptop und Telefon sind seit Jahren die wichtigsten Arbeitsutensilien der selbstständigen Reiseplanerin Manuela Sobanski. Nach dem Total-Einbruch des Reisebetriebes aufgrund der Corona-Krise verhilft sie ersten Kunden wieder zu Urlaubsreisen.
Laptop und Telefon sind seit Jahren die wichtigsten Arbeitsutensilien der selbstständigen Reiseplanerin Manuela Sobanski. Nach dem Total-Einbruch des Reisebetriebes aufgrund der Corona-Krise verhilft sie ersten Kunden wieder zu Urlaubsreisen. © Foto: Ralf Grunert

Klein Partwitz. Hoffentlich, hoffentlich geht der Flieger morgen ...“ Manuela Sobanski weiß in diesem Moment: Selbstverständlich ist das nicht. Es ist zehn Tage her, dass die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen hat. Das war am 16. März gewesen. Zwei Tage zuvor ist eine private Reisegruppe aus dem Raum Hoyerswerda in den Urlaub gen Thailand aufgebrochen. Nun soll einer der letzten planmäßigen Flüge zurück nach Deutschland starten. „Ich war die ganze Zeit mit der Gruppe per WhatsApp in Kontakt“, erzählt Manuela Sobanski. „Bis ich wusste, dass sie eingecheckt sind und ihre Bordkarten haben“, durchlebt sie noch einmal die nervenaufregenden Stunden unmittelbar vor dem Rückflug. Da war es in Deutschland zwei Stunden nach Mitternacht, in Phuket 7 Uhr in der Frühe. Die selbstständige Reiseberaterin aus Klein Partwitz konnte aufatmen. Die letzten ihrer Kunden, die wie Tausende andere im Ausland zu stranden drohten oder gestrandet sind, waren auf dem Weg zurück in die Heimat.

Vom Höhenflug in die Krise

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Mehr als zwei Monate sind seither vergangen. Corona schickte die Reisebranche von einem nun schon Jahre andauernden Höhenflug in eine tiefe Krise. Anstatt neue Urlaubsträume zu erfüllen, kümmert sich die Reiseplanerin plötzlich um Stornierungen und Kostenrückerstattungen. „Wir müssen für die stornierten Reisen auch unsere Provision zurückzahlen, und es kommt aktuell nur zögerlich Neugeschäft rein“, beschreibt Manuela Sobanski das Dilemma ihrer Branche. Wobei sie froh ist, weder für Ladenmiete noch Angestellte aufkommen zu müssen, wie das bei vielen seit Wochen geschlossenen Reisebüros der Fall ist. Seit sich die gelernte Reiseberaterin vor neun Jahren selbstständig gemacht hat, agiert sie mit Laptop und Telefon. Ihr Geschäftsmodell ist gewissermaßen das Homeoffice, wobei sie überwiegend ihre Kunden zu Hause besucht und berät.

Bereitschaft rund um die Uhr

„Bei mit gibt es keine starren Öffnungszeiten.“ Wenn Reisebüros geschlossen haben oder Kunden in einer Telefonschleife festhängen, stehe sie zur Verfügung. „Rund um die Uhr, auch an Wochenenden oder abends, eben wie der Kunde Zeit hat.“ Das gelte vor der Abreise, betont Manuela Sobanski, wie auch während des Urlaubs. Aufgrund der Zeitverschiebung insbesondere zu Ländern in Übersee wird für sie schon mal die Nacht in Deutschland zum Tag, um mit ihren Kunden im Notfall Kontakt zu halten. Wie in dem Fall, als sie für einen erkrankten Karibik-Urlauber ohne nötige Sprachkenntnisse von Deutschland aus die ärztliche Versorgung organisierte.

Derzeit ist die 44-Jährige damit beschäftigt, das Geschäft vorsichtig wieder in Gang zu bringen. „Ich habe jede Abreise im Blick, was Stornofristen und Umbuchungen angeht.“ Reisen innerhalb von Deutschland und der EU sind mehr und mehr möglich. „Momentan wird viel Ostsee gebucht“, erzählt die Reise-Expertin. „Über Pfingsten sind die ersten meiner Kunden unterwegs. Von ihnen werde ich erfahren, wie es läuft. Darüber kann ich anderen berichten.“

Es locken Sonderbedingungen

Ihre Empfehlung an alle, die sich nicht länger gedulden wollen: „Buchen, was noch zu buchen geht.“ Sie weiß: „Viele Veranstalter bieten befristet Sonderbedingungen für Neubuchungen, bei denen man bis 14 Tage vor der Reise kostenfrei stornieren kann. Das gilt sogar für Reisen mit Abreise bis Oktober 2021.“ Europa, das ist erkennbar, öffnet sich immer mehr. „Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt sein Ziel so aus, dass es per Pkw erreichbar ist.“

Nicht alle Träume werden wahr

Ihre Kunden würden gern reisen. Es gebe viele Anfragen für den Herbst und Winter in warmen Gefilden. Die Kunden würden auch die Einschränkungen hinnehmen, mit einer Maske im Flugzeug sitzen zu müssen. Einem Paar aus Hoyerswerda, für das es Ende Juli nach Costa Rica gehen soll, rät sie in Abstimmung mit dem Reiseveranstalter, sich noch bis vier Wochen vor Abreise bzw. bis zur Fälligkeit der Restzahlung zu gedulden. Sollte es tatsächlich nicht klappen, bleibt in diesem Fall die Wahl zwischen einer kostenfreien Stornierung oder einer Umbuchung auf das kommende Jahr. Ob in diesem Sommer Kreuzfahrten wieder möglich sein werden, ist fraglich. Die Reiseberaterin verfolgt sehr genau, in welche Urlaubsgebiete im In- und Ausland wieder gereist werden darf und was dabei beachtet werden muss.

Die Vorteile der Einschränkungen

Angst vor einem Tapetenwechsel müssen Kunden nicht haben, ist sie überzeugt. „Die Veranstalter, Hotels und Fluggesellschaften haben umfangreiche Hygieneregeln entwickelt, Maßnahmen vorbereitet und Mitarbeiter geschult, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.“ Normalität wird im Tourismus aber nicht so schnell zurückkehren. „Daher braucht es maßgeschneiderte Empfehlungen“, glaubt Manuela Sobanski. Und sie sieht auch Vorteile in den aktuellen Einschränkungen, nämlich: mehr Platz und Privatsphäre im Hotel, persönliche Bedienung im Restaurant oder viel Abstand beim Sonnenbad am Strand.

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