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Schöner Radeln auf der Trasse der Gottleubatalbahn

Experte Achim Bartoschek sieht in der Strecke Potenzial. Eine Bedingung stellt er aber.

Von Heike Sabel

Großes Glück kann so klein sein

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Über 5 000 Kilometer Radwege in ganz Deutschland hat Achim Bartoschek mit seinem Fahrrad erkundet, begutachtet, beschrieben und bewertet. Die knapp fünf Kilometer auf der ehemaligen Trasse der Gottleubatalbahn zwischen Bad Gottleuba und Berggießhübel fallen da kaum ins Gewicht. Der Chemiker und Informatiker aus Leverkusen ist inzwischen Experte und kennt die Strecke genau. Er weiß, was ihre Pluspunkte sind und was sie noch braucht, um in seiner Bewertung die maximale Punktzahl von vier Fahrrädern zu erhalten.

Was die Strecke auszeichnet

Die Strecke ist authentisch, auch wenn sie nicht komplett auf den Gleisen der 1880 in Betrieb gegangenen Bahnverbindung verläuft. 1905 wurde sie bis nach Gottleuba erweitert. Inzwischen sind die Schienen abgebaut – und der Bahndamm ist als Radweg ideal. G

Zudem wird der alte Bahnhof Bad Gottleuba tangiert. Das Bahnhofscafé ist eine willkommene Station, doch derzeit auch das Ende des Weges. Die kleine Eisenbahn am Haus, auf der Kinder eine Runde fahren können, sowie einige Bahnutensilien gehören zu den Zeug

Bartoschek stieß vor zwölf Jahren auf das Bahntrassenradeln. Seine erste Tour führte ihn durch die Eiffel. Seither fasziniert ihn, was da in den deutschen Mittelgebirgen machbar ist. Als er den Weg im Gottleubatal im Juni 2012 befuhr, sagte er: prinzipiel

Was die Strecke noch braucht

Es gibt vor allem zwei Mankos: Das erste ist der im mittleren Teil für Fahrradfahrer nicht freigegebene Fußweg, sodass Radler auf die Straße ausweichen müssen. Das kostet in Bartoscheks Bewertung schon mal ein Fahrrad.

Zweites Manko ist die fehlende Anbindung an Pirna. Damit ist der Weg gegenwärtig noch eher unbedeutend. Die derzeit befahrbaren rund fünf Kilometer machen nicht mal ein Drittel der gesamten Strecke von reichlich 17 Kilometern zwischen Pirna und Gottleuba

Hinzu kommen Aspekte der Infrastruktur entlang des Weges. Gaststätten sind zwar durchaus vorhanden. Deren Fahrradfahrerfreundlichkeit ist jedoch bisher aufgrund des fehlenden Weges noch nicht gefordert. Das Sächsische Haus in Berggießhübel hat eine E-Bike

Bartoschek kritisiert zudem fehlende Wegweiser. Die Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel hat zwar am überregionalen Mittelgebirgsradweg und der Alten Poststraße Schilder angebracht, der Bahntrassenweg wurde bisher vernachlässigt.

Was die nächsten Schritte sind

Die Verlängerung nach Pirna und die Anbindung an den Elberadweg würden den Weg aufwerten. Da sind sich Radfahrer Bartoschek und Bürgermeister Thomas Mutze (parteilos) einig. Doch dafür braucht Bad Gottleuba-Berggießhübel Dohma und Pirna. Und da wird es schwierig. Denn Pirna müsste die für den Radweg notwendigen Flächen von der Bahn kaufen. Weil die nur im Paket verkauft, würden Flächen mitgekauft, für die Pirna keine Verwendung hat. Das macht die Idee noch teurer. Abgesehen davon seien einige Flächen verpachtet, sodass Pirna keinen Zugriff mehr darauf habe, sagt Stadtsprecher Thomas Gockel. Trotzdem gibt Bad Gottleuba-Berggießhübel nicht auf. Vielleicht muss die Strecke alternativ geführt werden, sagt der Bürgermeister. Für Pirna heißt das, straßenbegleitend. Das sei eine Alternative, sagt Gockel. Bartoschek empfiehlt als Beispiel den Weg zwischen Aue und Eibenstock.

www.bahntrassenradeln.de

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