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Hoyerswerda

„Schoko & Luise“ verzückt die Gaumen

Für den „Boulevard Altstadt“ kehrt der Wahl-Berliner und Eismacher Robert Gburek in seine Heimatstadt zurück.

Der Hoyerswerdaer Robert Gbureck, dessen Lebensmittelpunkt sich inzwischen in Berlin befindet, hat im Rahmen des „Boulevard Altstadt“ am Markt eine Eisdiele mit dem Namen „Schoko & Luise“ eröffnet.
Der Hoyerswerdaer Robert Gbureck, dessen Lebensmittelpunkt sich inzwischen in Berlin befindet, hat im Rahmen des „Boulevard Altstadt“ am Markt eine Eisdiele mit dem Namen „Schoko & Luise“ eröffnet. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Robert Gbureck hatte eigentlich nicht von vornherein vor, an den Hoyerswerdaer Markt zurückzukehren. Hier betrieb er Anfang der 2000er das Café Ambiente. Später zog es ihn aus privaten Gründen nach Berlin, wo er bis heute auch seinen Lebensmittelpunkt hat. Und doch hat der 45-Jährige nun pünktlich zum Start des „Boulevard Altstadt“ am Markt eine Eisdiele eröffnet. In deren Namen „Schoko & Luise“ steht das erste Wort für Milch-Eis, das zweite Wort für Frucht-Eis. „Gute Luise“ oder Pyrus communis ist eine Birnen-Sorte.

„Ohne Dorit wäre das hier nicht passiert. Und das ist ja auch, was sie erreichen will“, sagt Gbureck über Altstadt-Managerin Dorit Baumeister. Im vorigen Jahr überzeugte den gebürtigen Hoyerswerdaer, der in Berlin ins Eis-Geschäft eingestiegen ist, der Test des City-Managements für das diesjährige Sommer-Projekt, der „Boulevard Kirchstraße“. Man habe danach darüber gesprochen, für einen Ableger der Berliner Eismanufaktur jemanden zu finden, der sich in einem bisher leer stehenden Geschäft dem Eis-Verkauf widmen würde. Es fand sich allerdings niemand.

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Für Robert Gbureck passte es gerade irgendwie. Er hat unter anderem alte Verbindungen zur „Kleinen Einkehr“ in Zeißig, wo er nach wie vor für Sonder-Projekte zur Verfügung steht. In Eutrich bei Königswartha mischt er bei einem Reit-Projekt mit. Und nicht zuletzt kooperiert er gemeinsam mit seinem Jugendfreund Remo Herkner (der nun auch im Eisladen hilft) mit der KulturFabrik Hoyerswerda in Sachen „Elternabend“-Tanzparty und Jam-Session. So ist es auch kein großes Wunder, dass Gbureck, Herkner und das Altstadt-Management bei der Vorbereitung der Fête de la Musique zusammenarbeiten. Wie weltweit zur Sommersonnenwende am 21. Juni in vielen Städten wird es dieses Jahr auch wieder in Hoyerswerda Straßenmusik geben.

„Alleine die Eisdiele hätte ich sicher nicht gemacht“, fasst Robert Gbureck also zusammen. Doch so ergibt „Schoko & Luise“ für ihn eben einen Sinn. In Berlin packt er sein Eis in einen Kühltransporter und fährt es in die Lausitz. „Das A und O sind gute Zutaten“, sagt der Eismacher. Vorgefertigte Produkte kämen nicht in die Eis-Maschine, Farbstoffe ebenso nicht und Zucker nur in Maßen. Es gibt am Markt 6 nun also Eis-Sorten, die man nicht so rasch wieder findet: Mango-Sorbet mit Weizengras zum Beispiel oder „Gesalzene Erdnuss“. Als in Hoyerswerda besonders gut gehend hat sich in den ersten Tagen freilich die Geschmacksrichtung Belgische Schokolade aus dem Namen der Eisdiele erwiesen.

Robert Gbureck ist eigentlich gelernter Fliesenleger. Wenn man etwas über seine Historie als Eismacher wissen will, sollte man sich die Webseite der Berliner Eismanufaktur „Vanille & Marille“ ansehen. Was mit einer Eisdiele in Kreuzberg begann, hat sich inzwischen zu einer kleinen Kette mit sechs Geschäften ausgewachsen. Es gibt bei Youtube sogar „Vanille & Marille“-Werbesongs – darunter einen mit Salza-Klängen. Als Producer vermerkt: Robert Gbureck. Er habe, sagt er, Eis immer mit Musik und Party in Verbindung gebracht. Bei „Vanille & Marille“ ist er inzwischen ausgestiegen. Sein Berliner Laden „Kokomo“ ist an der Görlitzer Straße in Berlin-Kreuzberg zu finden, unweit der Oberbaumbrücke.

Dass „Schoko & Luise“ nach dem „Stadtcafé“ und dem „Hoydog“-Imbiss im Fließhof nun der dritte Ort im Dreh ist, an dem es Eis gibt und sowohl das Eiscafé Wagner an der Alten Berliner Straße wie auch das Pinguin-Café vom Markt rasch zu Fuß zu erreichen sind, scheint die Kundschaft nicht zu stören. Über mangelnden Zulauf konnte Robert Gbureck sich in den ersten Tagen jedenfalls nicht beschweren. Er findet auch, mit Bürgerzentrum, Kino, Schloss und Touristinformation in der Nähe sei der Markt als Standort für ein Geschäft nicht zu verachten. Und jeder habe eben so seine ganz bestimmte Nische. Das treffe auch auf die „Leckstation“ in der Heinestraße zu, gegründet zu Anfang der 2000er von Ulrich Gbureck – dem Onkel des Inhabers von „Schoko & Luise“.

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