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Schon jetzt gegen Influenza impfen lassen

Der vergangene Winter mahnt: Selten schlug die Grippe im Kreis so hart zu wie 2016/2017.

© dpa

Von Christian Köhler und Gabriela Lachnit

Landkreis Görlitz. Die dunkle Jahreszeit beginnt. Sie bringt nicht nur Kälte und Regen, sondern oft auch Husten, Schnupfen, Erkältungen und die Grippe mit sich. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) rät, sich schon jetzt gegen die Influenza, also die Grippe, impfen zu lassen. „Normalerweise beginnt die Grippewelle im Januar“, bestätigt Mario Linack, Regionalgeschäftsführer der Barmer-Krankenversicherung in Zittau. „Wer sich in den nächsten Wochen impfen lässt, gibt seinem Körper noch genug Zeit, damit sich die schützende Wirkung des Impfstoffes entfalten kann.“

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Wie wichtig der rechtzeitige Schutz vor den Influenzaviren ist, hat der vergangene Winter bewiesen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz bestätigte 1 292 Grippefälle. 13 Todesopfer sind im Landkreis offiziell erfasst worden. Sachsenweit wurden 83 Grippetote gezählt.

45- bis 64- Jährige waren die am häufigsten von Grippe betroffene Altersgruppe. Allerdings sei dies nur „die Spitze des Eisberges“ gewesen, wie der Görlitzer Amtsarzt Christoph Ziesch noch Anfang des Sommers erklärte. Viele, die etwa im letzten Winter an Lungenentzündung zu Hause oder in Pflegeheimen gestorben sind, könnten genauso Influenza gehabt haben, nur wurde es eben nicht nachgewiesen. Auch bei vielen anderen, so glaubt der Amtsarzt, ist kein Nachweis erfolgt. Nicht alle Erkrankten seien zum Arzt gegangen, und nicht bei jedem, der doch ging, wurde eine Laboruntersuchung gemacht. „Da nur gesicherte Befunde im öffentlichen Gesundheitsdienst erfasst werden, können wir nur Tendenzen erkennen und verallgemeinernde Rückschlüsse ziehen. Es gibt mit Sicherheit eine hohe Dunkelziffer.“

Laut sächsischem Sozialministerium, das Mitte 2017 seine Grippe-Bilanz veröffentlichte, wurden in der Saison 2016/2017 die meisten Influenza-Fälle seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001 registriert. H3N2 ist der schlimme Typ der Influenza A, der vor allem zwischen Januar und März in diesem Jahr so vielen schwer zu schaffen machte und der bei vielen auch eine Lungenentzündung zur Folge hatte. Viele der Grippekranken – und auch fast alle, die an der Grippe gestorben sind – waren Senioren.

An vielen Schulen im Landkreis waren die Auswirkungen der Grippewelle zu spüren: Es gab viel Stundenausfall wegen erkrankter Lehrer und viele leere Plätze in den Klassenräumen. Berufstätige waren laut Erhebungen der Barmer im Durchschnitt sieben Tage aufgrund von Atemwegserkrankungen krankgeschrieben. Damit sich diese Zahlen nicht wiederholen, sollten sich besonders Risikogruppen wie ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke oder Berufstätige mit Kontakt zu vielen anderen Personen impfen lassen, empfiehlt die Barmer.

Aktuelle Impfungen bieten den besten Schutz und sind beim Hausarzt oder in Gesundheitsämtern zu bekommen. Auch manche Fachärzte wie Gynäkologen bieten die Grippeschutzimpfung an. Die Kosten für diese Impfung übernehmen die Krankenkassen. Generell, so empfiehlt Mario Linack weiter, hilft ein starkes Immunsystem gegen Grippe und Erkältungen. Viel Bewegung an der frischen Luft, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Wechselduschen sowie Saunagänge sorgen für Widerstandsfähigkeit. Regelmäßiges Händewaschen beugt der Ansteckung mit dem Influenza-Virus vor.