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Meißen

Drei Schafsrisse in Nossen

Ist der Wolf von Wölkisch weitergezogen? Für Jäger gehen die Angriffe auf das Konto eines Wolfes. Sicher ist das bisher nur in einem Fall.

Wolfsriss in Eulitz? Zwei Schafe aus der Alten Schäferei wurden getötet, ein drittes so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste.
Wolfsriss in Eulitz? Zwei Schafe aus der Alten Schäferei wurden getötet, ein drittes so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste. © Ulli Herrmann

Nossen. Im Landkreis Meißen wurden innerhalb von einer Woche vier Mal Schafe gerissen. Nachdem vor einigen Tagen in Wölkisch (Gemeinde Diera-Zehren) ein Schaf gerissen und fast vollständig aufgefressen wurde, kam es zu drei weiteren Vorfällen im Gebiet der Stadt Nossen. 

Laut Vanessa Ludwig von der Fachstelle Wolf des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das sich in Nossen befindet, wurden am Dienstag vergangener Woche in Wolkau zwei Schafe getötet und eines schwer verletzt. Drei Tage später gab es in Oberstößwitz einen Riss. 

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Hier wurde ein Schaf getötet. Zum vorerst letzten Mal schlug ein Räuber in der Nacht zum Montag im Nossener Ortsteil Eulitz zu. Wie der Meißner Jäger Ulli Herrmann der SZ sagte, deute auch in diesem Fall alles auf einen Wolf hin, beispielsweise der Kehlbiss.

 In Wölkisch wurden auch typische Pfotenabdrücke und Kot gefunden. Diesmal wurden zwei Schafe getötet, eines davon aufgefressen, ein drittes erlitt solch starke Verletzungen, dass es getötet werden musste.

Dass es sich bei den Vorfällen um Wolfsrisse handele, sei bisher aber nur im Falle Wölkisch hinreichend sicher, sagt Vanessa Ludwig. In allen anderen Fällen lägen entscheidende Ergebnisse der Begutachtung noch nicht vor. Möglicherweise müsse es auch genetische Untersuchungen geben. 

„Manches spricht derzeit dafür, dass es Wölfe waren, anderes nicht. Einige Indizien sind eher untypisch für Wölfe“, so Vanessa Ludwig. Auch Hunde oder Füchse kämen infrage. Die Region sei kein bestätigtes Wolfterritorium. Dies hieße natürlich nicht, dass hier keine Wölfe auftreten könnten.

Für Jäger ist hingegen sicher, dass es Wölfe waren. Ob es sich bei  den Angriffen um den gleichen Wolf handelt, sei nicht sicher, könne aber nicht ausgeschlossen werden, sagt Ulli Herrmann. 

Von Wölkisch bis nach Nossen sind es etwa zwölf Kilometer. Die Wolfsattacken geschahen zwar nachts, bemerkenswert sei aber, dass sie jeweils mitten im Ort passierten. Der Angriff in Eulitz geschah nur etwa 30 Meter von der Dorfstraße entfernt. Der Wolf oder die Wölfe scheinen jede Scheu verloren zu haben.

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Geschossen werden darf der Wolf - falls es einer war - wegen der Angriffe übrigens nicht. „Die Wölfe unterliegen in Sachsen dem Jagdrecht, ein Abschuss von gefährlichen Tieren muss ausdrücklich angeordnet werden“, sagt Jäger Herrmann.

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