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Schreib doch mal ’ne Karte!

Historische Postkaten aus Coswig sind zur 100. Ausstellung in der Karrasburg ab dem 30. August zu sehen. Ein doppeltes Jubiläum.

Anne Zabel (links) und Christine Schöps beim Vorbereiten der neuen Ausstellung in der Karrasburg. Sie wird am Freitag eröffnet.
Anne Zabel (links) und Christine Schöps beim Vorbereiten der neuen Ausstellung in der Karrasburg. Sie wird am Freitag eröffnet. © Arvid Müller

Von Annette Lindackers

Coswig. Auch wenn sie von den modernen Medien schon ins Abseits gedrängt werden, hat man sie schnell zur Hand für einen kleinen Gruß: die Postkarte. Ob zu besonderen Anlässen oder aus dem Urlaub – ein paar Zeilen sind schnell geschrieben und der Empfänger freut sich über ausgesuchte Foto- oder vielseitige Designmotive.

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Zu ihrer 100. Ausstellung „Coswiger Grüße“ lädt die Karrasburg ab dem 30. August bis zum 17. November 2019 ein und feiert damit zugleich auch noch ein weiteres Jubiläum. Das 150-jährige Bestehen der Postkarte.

Die Postkarte wurde als Correspondenzkarte im Oktober 1869 eingeführt, um kurze Mitteilungen verschicken zu können. Es gab zuvor sittliche Bedenken, offene Nachrichten zu verschicken, ein früher Vorläufer des Datenschutzes. Anfangs verkaufte nur die Post amtliche Postkartenvordrucke, ab 1872 war es auch Privatpersonen erlaubt, Motivpostkarten herzustellen und die Correspondenzkarte wurde zur Postkarte. Die Vorderseite war für die Adresse vorgesehen, die Rückseite wurde für Abbildungen oder Mitteilungen verwendet.

Zur Ausstellung

„Coswiger Grüße“: vom 30. August bis 17. November 2019 im Museum Karrasburg, Karrasstraße 4

Öffnungszeiten: Di., Do. von 12 bis 18 Uhr, Sa./So. von 14 bis 18 Uhr

Druckwerkstatt: Am 1. Oktober zum Geburtstag der Postkarte kann von 12 bis 18 Uhr die eigene Postkarte im Siebdruckverfahren hergestellt werden.

Museumspädagogik: Am 23. Oktober bietet das Museum von 10 bis 12 Uhr eine Postkarten-Druckwerkstatt für Kinder an. Anmeldung unter 103523 66450, E-Mail: [email protected]

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„Für die 100. Ausstellung passte das Thema Postkarte ganz gut“, sagt Katrin Kynast, Museumspädagogin des Museums Karrasburg, „wir haben den Bestand an Postkarten erweitert, hinzu kamen sehr viele Schenkungen.“ In der Ausstellung sind die vielen Motive nach den Ortsteilen Coswigs, nach anderen besonderen Orten, aber auch nach wichtigen Ereignissen angeordnet. Wie zum Beispiel die Zeppelinfahrt und der Kaiserbesuch im Jahr 1912.

Die heutige bekannte Form bekam die Postkarte erst 1905, da wurde die Anschriftsseite geteilt und gab die linke Hälfte frei für Mitteilungen. Die Bildseite erhielt immer mehr Bedeutung, es entstand eine große Vielfalt in Druckqualität, Motivwahl und Gestaltung, die Postkarte wurde zum beliebten Sammlerstück.

In der Ausstellung sind an einer Station die Inhalte einiger ausgewählten Postkarten zu „Hörkarten“ vertont. „Wir wollten die Augen der Besucher hier entlasten“, erklärt Katrin Kynast das Vorgehen, „die Karten werden vorgelesen, was auch dem Besucher hilft, der die altdeutsche Schrift nicht lesen kann.“

100 Ausstellungen in 23 Jahren

Das Museum Karrasburg Coswig stellt seit 1996 in der gleichnamigen Villa auf zwei Etagen aus. Den Namen hat das 1897 gebaute Haus von einer Wasserburg aus dem 16. Jahrhundert, die an diesem Ort von den Rittern von Karras bewohnt wurde.

Neben der Dauerausstellung des Museums finden im Erdgeschoss der Villa vier Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themen im Jahr statt. „Wir achten bei der Planung darauf, dass ein Thema mit Coswig zu tun hat“, erläutert die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anne Zabel die Vorgehensweise für die Ausstellungen, „dazu kommt noch eine Kunstausstellung, bei der wir regionalen Künstlern eine Plattform für ihr Schaffen bieten.“

 Für ein freies Thema lässt sich das Museumsteam noch Raum, fester Bestandteil des Jahresplans sind die Weihnachtsausstellungen: In diesem Jahr ist dafür „Teddybär, Affe und Co.“ für die Kinder geplant. Besonders in Erinnerung geblieben ist den beiden Mitarbeiterinnen aus der Vielzahl der Sonderausstellungen „Der gedeckte Tisch“ mit Exponaten ortsansässiger Betriebe, der Steingutfabrik AG Sörnewitz und der in Brockwitz ansässigen Glasfabrik AG.

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