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Hoyerswerda

Schrotholzscheune wird umgesetzt

Neue Runde im Ringen um den Erhalt des Denkmals in Rohne. Investor braucht langen Atem für seinen Kunsthof.

Die Tage an der alten Schäferei sind für die Schrotholzscheune gezählt.
Die Tage an der alten Schäferei sind für die Schrotholzscheune gezählt. © Foto: Joachim Rehle

Rohne. Der Rückbau der Schrotholzscheune an der alten Schäferei in Rohne hat wohl in dieser Woche begonnen. Das gut 180 Jahre alte Gebäude ist das einzige dieser Art, welches noch so erhalten ist. Wegen des Holzes, der Konstruktion und der Toreinfassung steht die Scheune unter Denkmalschutz. Sie soll aus dem Abbaugebiet des Tagebaus Nochten I der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) nun fachmännisch ab- und am Feldweg nahe der Struga wieder aufgebaut werden. Für die Arbeiten hat nicht mehr die Leag als Vorbesitzer, sondern der neue Eigentümer den Hut auf.

Vattenfall hatte die Scheune abtragen wollen. Mit Mahnwachen und anderen Aktionen engagierter Bürger wie Edith Penk konnte das seinerzeit verhindert werden. Auch der Ortschaftsrat bemühte sich intensiv um eine Lösung zum Erhalt der Scheune. Angedacht war, sie aus dem Gebiet Rohne-Schafstall auf den Njepila-Hof umzusetzen und als Gerätehaus in dessen bauliches Ensemble zu integrieren. Als mit dem geänderten Revierkonzept der Leag die Umsiedlung von Rohne vom Tisch war, blieb dennoch die Frage nach der Zukunft der Schrotholzscheune offen – bis zu der Ankündigung, dass ein nicht ortsansässiger Künstler die Scheune umsetzen und zu einem Kunsthof mit Atelier und Wohnung ausbauen lassen möchte.

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Doch leichter gesagt als getan. Der neue Standort befindet sich im Außenbereich. Es muss erst Baurecht dafür geschaffen werden und das erfordert die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Den Beschluss dazu fasste der Gemeinderat Schleife im Sommer vorigen Jahres. Im Herbst war über einen Vorentwurf diskutiert worden. Jetzt liegen der Planentwurf und der dazugehörige Umweltbericht vor. Die Kosten für das Verfahren trägt der Eigentümer. Mehrfach – persönlich im Gemeinderat wie auch telefonisch in der Tageblatt-Redaktion – hatte Edith Penk im Vorjahr ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Familie für das Planverfahren mit „tausenden Euro belastet“ wird. Dabei könne man doch froh sein, dass sich endlich jemand gefunden hat, der das Denkmal erhalten will.

Bauamtsleiter Steffen Seidlich kennt die Argumentation natürlich. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Schleife verwies er erneut darauf, dass es ohne diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan kein Baurecht gebe. So bestimmt es das Baugesetzbuch – und auch, wer die Kosten trägt.

Die denkmalgeschützte Scheune hat eine Grundfläche von 100 Quadratmetern, die zur Nutzung als Wohn- und Arbeitsbereich gedacht sind. Ein Anbau soll neu errichtet werden, eine Terrasse und in einem Abstand von neun Metern zwei weitere Gebäude mit einer Fläche von jeweils 40 Quadratmetern als Ausstellungsraum und Lager. Gewächshaus und Schuppen sollen den Hof ergänzen – und ein Teich das Ambiente abrunden. „Alles, was der Investor vorhat, muss haarscharf in das Baufenster passen. Die Schablone ist genau auf das Vorhaben abgestellt“, so der Bauamtsleiter. Baurecht wäre nach Stand der Dinge im Sommer 2020 möglich. „Nach vielen Jahren gibt es nun endlich einen Weg, der gesetzeskonform ist“, freut sich Matthias Jainsch (CDU), Ortsvorsteher von Rohne. Er ist froh, „dass man auch im Außenbereich Menschen eine Zukunft bescheren kann und nicht am Paragraf 35 des Baugesetzbuches verzweifelt.“ Die neuen Eigentümer der Scheune werden für ihren Traum vom Kunsthof viel Geld in die Hand nehmen. Sie erhalten damit nicht nur ein Stück Rohner Geschichte. Ein offenes Atelier und wechselnde Ausstellungen regionaler Künstler sollen zur Belebung und zu vielfältigen Begegnungen auf dem Hof beitragen.

Vonseiten der Leag dränge man seit geraumer Zeit darauf, dass die Schrotholzscheune zurückgebaut wird. Ihr Zustand werde ja nicht besser, hieß es.