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Schrumpfen zum Weltwohl

Der Film „Downsizing“, der diese Woche in die Kinos kommt, bezieht auf humorvolle Weise Stellung in der aktuellen Debatte um ungebremstes Dauerwachstum, findet Irmela Hennig.

© Wolfgang Wittchen

Von Irmela Hennig

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Landkreis. Die deutsche Wirtschaft wächst. Im vergangenen Jahr gab es ein Plus von 2,2 Prozent. Und die Prognosen der Experten zeigen, es wird zumindest vorerst – und unerwartete Krisen ausgenommen – so weitergehen. Wer Politikern zuhört, vernimmt immer wieder, wie wichtig es ist, dass es vorwärtsgeht, dass mehr verdient, mehr konsumiert, mehr investiert, mehr ausgegeben wird, dass mehr Jobs entstehen und Unternehmer expandieren, mehr produzieren. Höher, schneller, weiter ...

Stopp! Ja, es gibt auch diejenigen, die Zweifel am ungebremsten Dauerwachstum haben. Sie organisieren Degrowth-Konferenzen, die sich dem Schrumpfen widmen. Das stetige Vorwärts führt ihrer Meinung nach zu immer mehr Beschleunigung, Überforderung und Ausgrenzung, zu übermäßigem Verbrauch knapper Rohstoffe, zu Verlust von Lebensqualität bei vielen Menschen. Und dazu, dass die Lücke zwischen Gewinnern und Verlierern immer größer wird. Es gibt Dokus zum Thema, Bücher, philosophische Debatten, Podiumsdiskussionen, Internetforen und Blogs, Webseiten. Alles spannend, aber manchmal auch ganz schön kopflastig.

Es geht aber auch humorvoll. Der US-amerikanische Film „Downsizing“ erzählt von einem Experiment, bei dem nicht Konsum, sondern gleich der ganze Mensch geschrumpft wird – auf zwölf Zentimeter Körpermaß. So verbraucht man schließlich weniger Luft, Wasser und andere Dinge. Ein Ehepaar probiert das aus, weil es genug hat von seinem normalgroßen irdischen Dasein – wie das Minileben wird, ist in den nächsten Tagen im Kronenkino Zittau und der Kulturfabrik Mittelherwigsdorf zu sehen.