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Dynamo: Fiel verzichtet weiter auf Schubert

Der Torwart gehört auch für das Spiel der Dresdner in Kiel nicht zum Kader. Wie er sich jetzt gibt, berichtet der Trainer. 

Fliegt nur noch im Training bei Dynamo: Torwart Markus Schubert.
Fliegt nur noch im Training bei Dynamo: Torwart Markus Schubert. ©  Robert Michael

Weiß Cristian Fiel inzwischen mehr? "Trotzdem glaube ich, dass er auch erleichtert ist", sagt Dynamos Trainer über den Spieler in seinem Aufgebot, über den in den vergangenen Wochen am meisten diskutiert worden ist. Markus Schubert hat sich nach wie vor nicht dazu geäußert, warum er den Verein im Sommer verlässt und wohin er geht. Bekannt ist bisher nur, dass er zu einem Bundesligisten wechseln möchte. Dagegen legt sich Fiel für das vorletzte Saisonspiel am Sonntag auf der Torhüter-Position fest: "Ich werde mit Patrick Wiegers und Tim Boss nach Kiel fahren." 

Schubert gehört also erneut nicht zum Kader, nachdem ihn der Chefcoach bereits für die Partie gegen St. Pauli am vorigen Freitag raus genommen hatte. Patrick Wiegers erwies sich beim 2:1-Sieg, mit dem die Dresdner den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga perfekt gemacht hatten, als ein sicherer Rückhalt. Es gibt also aus sportlicher Sicht sowieso keinen Grund für einen Rücktausch. Der vermeintliche Ersatzmann hatte nach seinem ersten Punktspiel-Einsatz seit zwei Jahren eine Lanze für Schubert gebrochen. "Er hat sich mir gegenüber absolut fair verhalten und angeboten, mich zu unterstützen. Wenn ich etwas bräuchte, müsste ich es nur sagen." 

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Fiel beschränkte seine Antwort zunächst auf die Partie in Kiel und ließ damit offen, ob Schubert zum Saisonfinale am 19. Mai im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Paderborn nicht nur verabschiedet wird, sondern auch ein Abschiedsspiel bekommt. Im Training gebe er sich "ganz normal", berichtet er. "Ich gehe auch ganz normal mit ihm um, ich kenne den Jungen ja schon länger." Als Fiel nach seiner Karriere als Spieler als Assistenzcoach im Nachwuchs seine Trainerlaufbahn startete, stand Schubert noch bei den A-Junioren im Tor - mit denen er in die Bundesliga aufgestiegen war. Nun hat er also das große Ziel auch als Profi vor Augen, während Dynamo froh ist über ein weiteres Jahr in der zweiten Liga, das vierte in Folge. Das ist bisher einmalig in der Geschichte des Vereins.

Die Glückwünsche hatte Fiel am Freitag nach dem Sieg noch abgelehnt, weil es rechnerisch noch nicht zu einhundert Prozent sicher war. Mit seiner Frau Daniela und den beiden Kindern ist er am Samstag zu den Schwiegereltern nach Berlin gefahren, um nach dem Stress mal abzuschalten. Das Spiel des 1. FC Magdeburg beim VfL Bochum habe er dann am Fernseher geschaut und "zu jeder Aktion, die dort passierte, 47 WhatsApp-Nachrichten bekommen", wie er erzählt. Alle haben gesagt, er könne sich doch mal freuen. Doch selbst als mit dem 4:2 für den VfL alles klar war, sei er zwar erleichtert gewesen, aber das Glücksgefühl, das er erwartet hatte, hat sich so bisher nicht eingestellt. "Es wird mir nie jemand mehr Druck machen als ich mir selbst", sagt der 39-Jährige. "Als ich die Aufgabe übernommen habe, war mir schon bewusst, dass unfassbar viel auf dem Spiel steht. Das war keine einfache Situation, auch für die Jungs nicht." Er müsse noch viel lernen, auch mal abzuschalten gehört dazu.

Hartmann wird weiter geschont

Ein Selfie mit dem Trainer ist bei den Dynamo-Fans sehr beliebt.
Ein Selfie mit dem Trainer ist bei den Dynamo-Fans sehr beliebt. © Ronald Bonß

"Es war schon eine Extremsituation für mich, auch nach dem Fußballlehrer-Lehrgang. Ich bin froh, wenn ich nach der Saison ein paar Tage raus kommen", sagt Fiel. "Dann nehme ich mir die Zeit, mit alles noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Ich glaube, dass dann auch dieses Glücksgefühl kommt."

Vorher aber haben die Schwarz-Gelben noch zwei Spiele zu bestreiten. Die Frage, wie man sich dafür motiviert, obwohl die Saison gelaufen ist, kommentiert einer wie Fiel nur mit einem Kopfschütteln. "Es geht um sechs Punkte für uns gegen zwei gute Gegner", sagt er - so einfach ist das nämlich. "Wir gehen das genauso an, als würde es um etwas gehen. Mit der Einstellung, wir sind gerettet und spielen einfach mal, kann ich nichts anfangen."

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Die zuletzt erfolgreiche Startelf muss er auf jeden Fall verändern. Mit Erich Berko (Außenbandanriss) und Moussa Koné (Gelb-Sperre) fällt das Sturm-Duo aus, außerdem fehlen Dzenis Burnic (Gelb-Sperre), Sören Gonther (Rippen angebrochen) und aller Voraussicht nach weiter Marco Hartmann. "Er wird gebraucht, das steht außer Frage", sagt Fiel über den Kapitän, aber: "Wir haben öfter den Fehler gemacht, ihm zu wenig Zeit zu geben, um so fit zu werden, dass er nicht beim ersten Zweikampf, beim ersten Sprint gleich wieder eine Verletzung riskiert. Ich will ihn nicht zu früh wieder auf die Bahn schicken, um nicht die Gefahr einzugehen, dass er weiter länger ausfällt."

Dynamo spielt voraussichtlich mit: Wiegers - Müller, Ballas, Hamalainen - Nikolaou - Wahlqvist, Ebert, Atik, Kreuzer - Röser, Duljevic.

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