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Schubkarren-Rennen im Arbeitszimmer

Dresdens Wohnungsgenossenschaften sind erfindungsreich. Deshalb lockten sie wieder 10 000 Besucher zum Fest.

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© SZ/Peter Hilbert

Von Peter Hilbert

Hochsommer im Arbeitszimmer. Zumindest von den Temperaturen her. Zum siebten Mal hatten Dresdens Wohnungsgenossenschaften am Sonntag zum Sport- und Familientag eingeladen. Und das bei prächtigem Wetter. Jede von ihnen hat im übertragenen Sinne ein spezielles Zimmer eingerichtet – vom Hobby-, Gäste- und Wohnraum bis hin zum Schlafzimmer. Bei der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden (SWGD) ist es eben ein Arbeitszimmer. Da es dieses Mal auf der Cockerwiese vor allem um Garten, Freizeit und Balkon geht, sind die Freizeit-Arbeitsaktivitäten entsprechend ausgewählt worden, erklärt SWGD-Marketingchefin Katrin Papke.

Eine Windmühle bastelte Laura Gabriel (r.) für Söhnchen Fabian. Fachkundige Anleitung erhält die Löbtauerin von Ulrike Wend, die im Hauptberuf den Klotzscher Treff der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden leitet. Mitarbeiter der Unternehmen hatten v
Eine Windmühle bastelte Laura Gabriel (r.) für Söhnchen Fabian. Fachkundige Anleitung erhält die Löbtauerin von Ulrike Wend, die im Hauptberuf den Klotzscher Treff der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden leitet. Mitarbeiter der Unternehmen hatten v © SZ/Peter Hilbert
Mondflecken entdeckt Lydia Bomsdorf durchs Teleskop des Hobby-Astronomen Sebastian Kobelt(r,).
Mondflecken entdeckt Lydia Bomsdorf durchs Teleskop des Hobby-Astronomen Sebastian Kobelt(r,). © SZ/Peter Hilbert

Sichtlich Spaß an der Arbeit hat Laura Gabriel. Die 19-jährige Löbtauerin ist mit ihrem Söhnchen Fabian hier. Mit einer kleinen Zange biegt sie mit flotter Hand den Draht zurecht, der die Kunststoffflügel ihrer kleinen Windmühle hält. „Jetzt den Draht in die Löcher stecken“, erklärt Ulrike Wend, die sonst den Klotzscher SWGD-Treff leitet. Solche Windmühlen hat die 64-Jährige schon als Kind gebaut. Man könne sie beispielsweise in Blumenkästen stecken. Mit ihren Kunststoffflügeln würden sie sehr lange halten. Eine knappe Viertelstunde ist vorbei. Stolz drückt die junge Mutter ihrem einjährigen Söhnchen die Windmühle in die Hand. „Es war gar nicht so schwer, wie ich gedacht hätte“, sagt sie.

Nebenan stellt sich Claudia Herzog beherzt der Arbeit mit der Schubkarre. Ihr Mann ist zu Hause geblieben. „Er muss im Garten arbeiten“, erklärt die 35-jährige Pesterwitzerin schmunzelnd. Für sie ist jetzt ein Slalomrennen um rot-weiße Kegel angesagt. Schnell steigt Tochter Marie in die Karre – und los geht‘s. Mit flinken Schritten eilt die junge Frau durch den Parcours. „Das war schön“, resümiert sie noch außer Atem im Ziel.

Sternengucken ist auch Arbeit. Das erkennt die neunjährige Johannstädterin Lydia schnell, als sie durchs Teleskop von Sebastian Kobelt schaut und noch rätselt. Der Ingenieur kommt vom Radebeuler Astroclub und zeigt den Besuchern die Sonnenflecken. „Guck mal an den linken Bildrand“, fordert er Lydia auf. Dort entdeckt sie den schwarzen Fleck. „Das ist die kältere Region der Sonne“, sagt Hobby-Astronom Kobelt. Kalt ist jedoch relativ, fügt er hinzu – 4 500 statt 6 000 Grad. Allerdings sorgt dieser Unterschied für den Fleck. Lydia kommt mit ihren Eltern Angela und René Bomsdorf jedes Jahr zum Familientag. „Es ist immer wieder schön für die Kinder“, sagt ihr Vater. Die Familie genieße das bunte Angebot. So ging es auch vielen anderen. Die Dresdner Wohnungsgenossenschaften konnten über 10 000 Besucher auf die Cockerwiese locken.