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Hoyerswerda

Schüler lernen Smartphone anders kennen

In der KuFa können Ferienkinder jetzt eigene Computerspiele programmieren.

Grete baut eine Spiellandschaft, die sie anschließend in das Tablet einscannen will. Daneben sitzt Cynthia.
Grete baut eine Spiellandschaft, die sie anschließend in das Tablet einscannen will. Daneben sitzt Cynthia. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Die KulturFabrik (KuFa) ist bekannt für ihre hochwertigen analogen Kulturangebote von verschiedenen Konzerten bis zum Filmemachen oder Theaterspielen. Da aber Kinder heute in einer immer digitaler werdenden Welt aufwachsen, sollen sie sich auch mit diesen Möglichkeiten auskennen. „Und das meint nicht das Daddeln und Filme schauen, sondern ein kreatives, selbstbestimmtes Umgehen mit Laptop, Smartphone und Tablet“, erklärte die Kultur- und Medienpädagogin Tina Jankulovski aus Berlin.

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Sie leitet in der KuFa in der ersten Winterferienwoche den medienpraktischen Workshop „Kultur trifft digital“, den neun Schüler aus Hoyerswerda, Wittichenau und der Elsterheide besuchen. Sie programmieren auf zum Projekt gehörenden Laptops und Tablets mithilfe verschiedener Programme eigene Computerspiele, das heißt jeder gestaltet seine virtuellen Spiellandschaften. Ein Programm ermöglicht auch noch, Spielcharakteren ein eigenes Aussehen und Eigenschaften zu geben. Beim Testen merken die Kinder dann, ob ihre Welt spielbar ist, erklärte Tina Jankulovski. Das hängt zum Beispiel davon ab, wie viele explodierende Bereiche oder Gegner sie implementiert haben. Klappt etwas nicht, kann jeder seine Fehler korrigieren und einen neuen Versuch starten. „So funktioniert selbstbestimmtes Lernen“, sagte die Kultur- und Medienpädagogin. Die Schüler brauchen auch Passwörter zum Einloggen in die Programme und üben den sorgsamen Umgang damit.

Grete aus Klein Bergen hat viel Freude bei dem Workshop, weil sie sich für Informatik und das Programmieren interessiert. Zuerst baute das Mädchen mit dem Programm Boxels TM analog eine Spielwelt aus bunten Steckbausteinen auf einer 13 mal 13 Felder großen Fläche zusammen und scannte diese dann in eine App ein. Nun wählte sie einen vorgegebenen Charakter aus, zoomte in „ihre“ Welt hinein und los ging’s im ersten eigenen Jump’n‘ Run-Spiel. Aber die Zehnjährige hatte auch am Calliope Mini Controller Gefallen gefunden, dem sie selbst mit der grafischen Programmiersprache NEPO Anweisungen geben kann. Nach jedem Programmierblock „Text“ gibt sie einen Buchstaben ein und so entstehen Wörter. Ausgegeben werden diese nacheinander als Buchstaben auf dem quadratischen LED-Lämpchen-Feld des Controllers. Programmiert hatte Grete den Satz: „Das war ein cooler Tag“.

Malte aus Seidewinkel bastelte gerade seine VR(Virtual-Reality)-Brille aus Pappe zusammen, bei der er wie bei den teueren Kaufmodellen ein Smartphone einlegen kann. Dann ist es möglich, dass sich die Schüler in der virtuellen Welt bewegen, die sie vorher mit dem Programm CoSpaces erstellt haben, erläuterte Tina Jankulovski. „Die Stadt ist fertig“, vermeldete Malte. Wenn es die Brille auch ist, steht dem 3D-Abenteuer nichts mehr im Weg.