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Schüler pflanzen Bäume für den Regenwald

Ort der Pflanzaktion am Donnerstag war zwar der Kahleberg. Zugutekommen soll sie aber Madagaskar.

© Frank Baldauf

Von Regine Schlesinger

Rund 20 Schüler des Glückauf-Gymnasiums sowie einige Lehrer haben sich am Gründonnerstag am Kahleberg für eine besondere Pflanzaktion getroffen. Mit Unterstützung von Revierförster Eckhard Heinze brachten sie in mühevoller Arbeit 200 Lärchen und 325 Moorbirken in die Erde. Mühevoll deshalb, weil das Terrain ein schwieriges ist und die Moorbirken im Morast zwischen Moorweg und Grenzzollanlage in den Boden gesetzt werden mussten.

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Die ganze Plagerei hatte einen besonderen Grund, wie Jens Weber von der Grünen Liga Osterzgebirge informiert. Es handelte sich um eine Spendenaktion, mit der die Altenberger Gymnasiasten Schülern im madagassischen Anjahambe zu einem Computerkabinett mit Internetanschluss verhelfen wollen.

Mit der madagassischen Schule in der 5 000 Einwohner zählenden Kommune Anjahambe sind die Altenberger schon längere Zeit in Kontakt. Am Anfang stand ein Zeichenwettbewerb von Sechstklässlern beider Schulen. Später drehten die Altenberger einen Film, in dem sie sich und ihre Schule vorstellen. Während eines mehrwöchigen Aufenthaltes in Anjahambe zeigte Jens Weber diesen Film und kehrte mit einem über die madagassischen Jugendlichen zurück.

In diesem Sommer will er wieder nach Anjahambe reisen – im Gepäck Fußballtrikots, die von der Altenberger Madagaskar-AG für die Mädchen-Fußballmannschaft von Anjahambe gestaltet wurden. Und, so hofft er, mit genügend Geld für eine Photovoltaikanlage fürs Dach der Schule. Diese Anlage ist die wichtigste Voraussetzung fürs Computerkabinett. Denn Strom gibt es dort nicht, wohl aber seit etwa zwei Jahren oberhalb des Ortes einen Mobilfunkmast. Die Photovoltaikanlage kostet rund 8 000 Euro. Eigentlich war der Plan, diese Summe über die Aktion „genialsozial“ zu bekommen. Der Dresdner Regenwaldverein Ranaola, mit dem zusammen die Altenberger ein Wiederaufforstungsprojekt im Nordosten Madagaskars unterstützen, und die Madagaskar-AG hatten sich bei „genialsozial“ um eine Förderung ihres Vorhaben beworben. Geld gab es für drei Projekte, das der Altenberger landete auf Platz vier. Aufgeben wollte die AG, die momentan nur noch aus Mädchen besteht, aber nicht.

Sie kamen daher auf die Idee mit der Pflanzaktion. Die AG-Mitglieder baten hiesige Unternehmen, für jeden gepflanzten Baum einen Euro zu spenden. 25 Unternehmen schrieben sie an, erklärten ihnen ihr Vorhaben. Die Resonanz war leider sehr verhalten. Viele haben sich zum großen Bedauern der Schülerinnen gar nicht zurückgemeldet. Umso mehr freuen sich die Mädchen über die Unterstützung durch die Firmen Fraustadt & Fomm Agrarbau sowie Spinner und den Gasthof Bärenfels, sagt Jens Weber. Immerhin kommen so doch einige Hundert Euro zusammen. 2 000 Euro sind als Grundstock bereits da.

Jens Weber hofft, dass sich noch weitere Geldgeber finden. Die Computer – erst mal werden das sicher gebrauchte sein – und der Zugang zum Internet sind aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen eröffnen sich damit für die Madagassen neue Perspektiven bis hin zu beruflichen. Zum anderen lässt sich über die Kommunikationstechnik der Kontakt zwischen Anjahambe und Altenberg viel leichter und beständiger herstellen.

Und schließlich würden die Computer auch etwas fürs Aufforstungsprojekt bringen. Es ist vorgesehen, die Internet-PCs auch für die öffentliche Nutzung zur Verfügung zu stellen, allerdings nicht ganz kostenlos. Wer den Obolus nicht aufbringen kann, hat die Möglichkeit, sich über praktische Pflanzeinsätze den Zugang zum weltweiten Netz zu ermöglichen.