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Weißwasser

Schüler-Schilder sorgen für Verwunderung - und Spott

Gefördert durch die EU befassten sich Schüler in Zary mit dem Klimaschutz. Die Ergebnisse stehen jetzt sechs Jahre lang in Boxberg, oder fallen um.

Über klimafreundliches Verhalten informiert dieses Schild am Schöpswehr in Kringelsdorf. Erarbeitet wurde es von polnischen Schülern im Rahmen eines EU-Projekts.
Über klimafreundliches Verhalten informiert dieses Schild am Schöpswehr in Kringelsdorf. Erarbeitet wurde es von polnischen Schülern im Rahmen eines EU-Projekts. © Joachim Rehle

Für reichlich Verwunderung sorgten jetzt im Gemeinderat ein paar Schilder, die neuerdings in den Ortsteilen der Gemeinde Boxberg stehen. Darauf sind Tipps für klimafreundliche Verhaltensweisen und zum Energiesparen nachzulesen. Nicht nur Thomas Stenzel (WV Bürgernähe) fragte sich, „was das eigentlich soll“. Zum einen hätten die Räte gar zu gern den Initiator des Ganzen gewusst und zum anderen seien die Schilder nicht so richtig standfest. Eins sei sogar schon umgefallen.

Hauptamtsleiter Arian Leffs erklärte den Räten, dass es sich dabei um ein deutsch-polnisches Interreg-Projekt aus dem Jahr 2016 handelt, an welchem sich die Gemeinde seinerzeit beteiligte. Schüler aus Zary hätten sich mit dem Klimaschutz befasst und den Inhalt der Schilder erarbeitet, in Polnisch und Deutsch. Da das Projekt durch die EU finanziert wurde, seien der Gemeinde Boxberg dadurch keinerlei Kosten entstanden. Bis vor vier Wochen habe die Verwaltung selber auch nie wieder etwas davon gehört – bis zu der Information von polnischer Seite, dass eben jene Schilder jetzt aufgestellt würden. Nachdem eins umgefallen ist, habe die Gemeinde die Polen allerdings aufgefordert, für eine fachmännische und sichere Aufstellung mit Betonhülsen zu sorgen.

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Als „völlig sinnlos“ bezeichnete Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf) die Schilder. Deren Inhalt einem „irgendwie als Hohn“ vorkomme. Er verwies auf das Schild in Kringelsdorf. „Dass man uns darauf erklärt, dass man das Regenwasser auffangen und damit gießen soll, da muss ich sagen, das machen wir hier im Dorf schon 1.000 Jahre so. Dazu brauchen wir kein solches Schild“, erklärte er. Anderen Räten missfielen die für die Aufstellung ausgewählten Standorte. Da hätte man garantiert bessere Plätze finden können, so die Kritik.

Auf Nachfrage von Tageblatt verwies Arian Leffs auf Tomasz Zolkiewicz von der Polnischen Natur-Stiftung (Fundacja Natura Polska) in Zary, der den Hut für das Projekt aufhatte. Schüler der Gemeinde Boxberg, etwa aus der Freien Oberschule, waren nicht daran beteiligt.

Wie am Schöpswehr in Kringelsdorf stehen weitere Schilder in der Ortsmitte von Bärwalde, in der Nähe der Kirche in Sprey, in der Nähe der Feuerwehr in Rauden, an der Holzschleiferei in Uhyst, hinter dem Schullandheim in Reichwalde, auf dem Schmiedeplatz in Klitten und am Spielplatz in Klein-Oelsa. In Rauden und Klein-Oelsa wurden außerdem eine Bank aufgestellt sowie in Rauden und Uhyst auch ein kleiner Wegweiser. Gemäß dem Projekt müssen die Schilder sechs Jahre stehen bleiben. „Von Aktualisierungen haben die Polen bisher nicht gesprochen“, so Arian Leffs weiter.

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