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Schüler schöpfen Papier, lernen Buchbinden und alte Schriften lesen

Ursprünglich sollten Achtklässler nur die Handschriften des größten Sohnes der Stadt, Preusker, übersetzen. Jetzt machen sie viel mehr.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Heute beginnt für die drei achten Klassen des Werner-von-Siemens-Gymnasiums eine besondere Projektwoche. Karl Preusker und seine Zeit sollen sich die Oberschüler vornehmen. Und zwar nicht dröge am Schultisch, sondern lebendig in verschiedenen Einrichtungen: Im Museum Alte Lateinschule wird Papier geschöpft, in der Karl-Preusker-Bücherei erläutert ein Fachmann das Buchbinden. Es gibt Stadtführungen mit Klaus Förster im Kostüm des Bibliotheksgründers Karl Benjamin Preusker, des größten Sohnes der Stadt. Und Besichtigungen in den Druckereien Starke & Sachse und Weigel.

„Ursprünglich war unsere Idee, originale Handschriften Preuskers von Schülern ins heutige Deutsch transkribieren, d.h. übertragen zu lassen“, sagt Museumsleiterin Frauke Hellwig. Mit dieser Idee traten die Alte Lateinschule und die Bücherei an das Gymnasium heran. Nun ist eine ganze Projektwoche aus dieser Idee geworden. Die Preusker-Schriften können zwar dabei nicht transkribiert werden, aber die Schüler arbeiten mit ihnen. Außerdem beschäftigen sie sich mit dem Vater von Sonntagsschule, Gewerbeverein und der Großenhainer Altertumsforschung in der Dauerausstellung der Alten Lateinschule.

Zur Vorbereitung auf diese Woche hat Lehrerin Carola Gaertig einen ausführlichen Link auf der Internetplattform des Gymnasiums zusammengestellt. „Er half den Schülern beim Ausfüllen eines Arbeitsblattes“, sagt sie. Die Informatiklehrerin wird mit den Schülern auch die Schrift zu Preuskers Zeiten üben. In Gruppen zu zehn bis 13 Schülern werden die Gymnasiasten die Stationen durchlaufen.

Was an Ergebnissen in den Fächern Geschichte, Geografie, Deutsch, Kunst und Musik herauskommt, können Interessierte zum Tag der offenen Tür des Werner-von-Siemens-Gymnasiums am 8. März kennenlernen. „Es ist ein Versuchsballon. Wir schauen mal, wie er ankommt“, sagt Museumschefin Frauke Hellwig. Die Alte Lateinschule hat sich damit als Partner für den Unterricht und die Lehrer angeboten – wohl wissend, dass viele Pädagogen und Schüler nicht aus Großenhain kommen. Deshalb kann es ruhig weitere solche Projekte geben, meint Frauke Hellwig.

www.gaertig.at/schule