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Kamenz

Neue Vorschläge für Kamenzer Schülercafé

Die Kamenzer Wählervereinigung lehnt den Standort Hutbergpassage als Treff ab. Und bringt andere Ideen.

Die Kamenzer Hutberg Passage. Hier wünschen sich junge Leute einen Schülertreff.
Die Kamenzer Hutberg Passage. Hier wünschen sich junge Leute einen Schülertreff. © René Plaul

Kamenz. Bekommen die Kamenzer Schüler einen Treff? Es ist zumindest in der Diskussion. Mit „Café K“ haben die Initiatoren schon einen zugkräftigen Namen gefunden und mit Räumen in der Hutberpassage einen Standort. Auch der wird diskutiert, ebenso wie die Kosten für den Stadthaushalt. Unterstützung kam von den Fraktionen der Linken, CDU, FDP und Stadt-Land-Frau im Stadtrat. Sie haben einen entsprechenden Antrag formuliert.

Jetzt äußerte sich die Wählervereinigung Kamenz und Ortsteile (WV) zu dem Vorhaben. Sie unterstütze den Wunsch der Mädchen und Jungen, „eine neue, zusätzliche Begegnungsstätte zu schaffen“, heißt es. Vorgesehen sei laut Konzeption ein Betrieb an drei bis vier Tagen in der Woche von 15 bis 19 Uhr mit voraussichtlich 15 Personen. Die Wählervereinigung sieht allerdings die  geplante Verbindung mit einer Sozialarbeiterstelle in der Hutbergpassage kritisch. 

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Die Passage liege nicht in der Nähe der Brennpunkte für Sozialarbeit. Das sei nicht optimal. Weiter teilen die Stadträte Jan Geppert, Marco Peltzer, Jens Krüger und Jörg Bäuerle mit, dass die Einmietung in eine private Einrichtung problematisch sei: „Die Praxis der letzten 20 Jahre hat gezeigt, dass große Sozialverbände, sofern sie nicht in eigene Immobilien agieren, häufiger die Räume wechseln.“ Die WV unterbreitet nun ihrerseits zwei Vorschläge. Die rund 15 Jugendlichen könnten im Gymnasium bzw. in der Stadtbibliothek einen Raum bekommen. Für größere Projekte, die darüber hinaus gehen, könnte es per Antrag Fördermittel geben.

Vorschlag zwei kommt einer Variante nahe, die der Kamenzer  Oberbürgermeister Roland Dantz bereits einmal formuliert hatte. Dabei läuft es auf Räume im Stadttheater hinaus. „Besonders reizvoll ist dabei die Möglichkeit, dass mit der zunehmenden Veränderung des ,Safe‘ und der ,Feuerwache‘ von Jugendclubs zu Clubs mit Musikcharakter eine Auffrischung mit neuen Jugendlichen stattfinden kann“, meinen die Stadträte. Die Mitglieder des "Cafè K" könnten in die vorhandenen Räume eine neue Handschrift einbringen und den Charakter eines Jugendclubs erhalten, finden die Räte der Wählervereinigung. In beiden Fällen seien die finanziellen Aufwendungen überschaubar. Außerdem sei es besser, etwas kleiner anzufangen und im Erfolgsfall zu expandieren, rät die Wählervereinigung. Bei jeder Jugendarbeit sollte das Scheitern als Lernoption beinhaltet sein.

 Aus diesen Gründen lehnt die WV Kamenz und Ortsteile den Antrag der anderen Fraktionen in der Form und damit auch den Standort Hutbergpassage ab. Zudem formulieren die Räte der WV die Bitte an alle Akteure, sich mit der Stadtverwaltung nach kostengünstigen Lösungen umzuschauen. Die WV beschreibt eine Summe für das Projekt von 100.000 Euro im Jahr. Selbst bei einer Förderung von 90 Prozent wäre das aus ihrer Sicht nicht zu rechtfertigen.

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