SZ +
Merken

Schülerlotse wird durch Ampelmännchen ersetzt

Weixdorf. Eine Ampelan der Mittelschule soll Schülern die Querung der Königsbrücker Landstraße erleichtern. Doch in der Ortschaft gibt es Proteste.

Teilen
Folgen

Von Katja Gläss

Noch in diesem Jahr wird an der Königsbrücker Landstraße in Höhe der Mittelschule eine Fußgängerampel errichtet. Damit reagiert die Stadt Dresden insbesondere auf das Bemühen einer Elterninitiative der Grundschule. Diese hatte sich für die Anlage stark gemacht. Derzeit werden die Schüler jeden Morgen von einem Verkehrshelfer über die Straße gelotst. Die Ortschaft begrüßt die Verbesserung der Schulwegsicherheit, sieht die Ampel aber kritisch. „Wir haben ein grundsätzliches Problem, wenn dies eine zusätzliche Ampel wird. Die wollen wir nicht“, sagt Ortsvorsteher Gottfried Ecke. Nur wenige Meter entfernt steht an einem Lebensmittelmarkt bereits eine Signalanlage für Fußgänger.

Zwei Ampeln nacheinander

Zone 30, das Gefahrenschild „Kinder“ und der Hinweis „Verkehrshelfer“, das, sagt Reinhard Koettnitz Amtsleiter des Straßen- und Tiefbauamtes, würde Kraftfahrern schon zeigen, dass er an dieser Stelle mit Kindern rechnen müsse.

Dennoch soll nun zusätzlich eine Ampel realisiert werden. „Auf Grund der hohen Anzahl von Kraftfahrzeugen ist es gemäß Straßenverkehrsordnung und der Richtlinie für die Errichtung von Lichtsignalanlagen erforderlich, die Schulwegsicherheit für Kinder, insbesondere für die Grundschüler als schwächste Verkehrsteilnehmergruppe, durch eine solche Fußgängerlichtsignalanlage zu erhöhen“, sagt Koettnitz. „Es gibt eine ausreichende Anzahl von Schülern und auch tagsüber Querungsbedarf“, betont auch Peter Mandel, der für das Straßenbauamt etliche Untersuchungen zur Schulwegsicherheit in Weixdorf machte.

Dort ist man sich unsicher, wie mit der bereits bestehenden Ampel am Einkaufsmarkt verfahren werden soll. Zählungen im Verlauf der vergangenen Jahre hatte eine geringe Nutzung der Anlage gezeigt. Nur zu 13 Prozent sei die Ampel ausgelastet. Zudem müsse die 1993 gebaute Anlage in naher Zukunft rekonstruiert werden. „Wenn sie nicht frequentiert wird, muss man auch nicht investieren“, gibt Mandel zu bedenken. Andererseits könne der Aufschrei seitens der Bevölkerung groß sein, wenn die Ampel abgebaut werde.

Inbetriebnahme im Herbst

Auch im Ortschaftsrat mehrten sich die Proteste. Ratsmitglied Lutz Böckeler lehnt die neue Ampel an der Schule generell ab. „Wir brauchen nicht noch so eine Ampel. Die Kinder drücken drauf – und gehen dann gar nicht drüber“, gibt er zu bedenken. „Ich halte das für eine völlig überspitzte Maßnahme. Ich bin Ur-Weixdorfer und kann mich nicht erinnern, dass jemals schon etwas passiert ist.“

Auch das Argument der Stadt, die Schüler würden tagsüber über die Straße zu einem benachbarten Bäcker gehen, lässt er nicht gelten. „Die Schüler haben tagsüber nichts außerhalb des Schulgeländes zu suchen. Aber das muss an der Schule durchgesetzt werden“, sagt Lutz Böckeler.

Starenkasten bleibt stehen

Die Inbetriebnahme der neuen Ampelanlage ist nach Aussage der Stadtentwicklung für das dritte Quartal 2008 geplant. Eine Abschaffung des Blitzers am künftigen Ampel-Standort steht dann aber anscheinend außer Frage. „Das wurde bisher nicht in Betracht gezogen“, teilt das Amt dazu mit.