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Schülerzeitung geht online

Die Lenzer Grundschule hat sich für den sächsischen Journalistenpreis beworben. Mit guten Chancen.

Von Catharina Karlshaus

Der Schul-Kater hat es in sich. In diesem Monat scheinbar ganz besonders. Mit abwechslungsreichen, prall gefüllten 53 Seiten kommt er in dieser Ausgabe nicht etwa daher geschlichen. Ganz im Gegenteil. Die Schülerzeitung der Lenzer Grundschule – sie trägt nach einer hausinternen Abstimmung den Namen des miauenden Vierbeiners – kann sich durchaus sehen lassen. Im August 2012 als „Kinderseite“ im Priestewitzer Amtsblatt zum Leben erwacht, entwickelte sich daraus innerhalb weniger Monate eine tatsächlich preisverdächtige Zeitung. „Die Kinder waren von Anfang an so begeistert, dass wir oftmals gar nicht alle Beiträge auf der einen Seite unterbringen konnten. Deshalb entschlossen wir uns im Sommer 2013 dazu, eine eigene Schülerzeitung als Online-Ausgabe heraus zu bringen“, erzählt Corina Pech.

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Die Themen gehen nie aus

Die 41-Jährige ist nicht nur die Mama von Jungautorin Lelaina, sondern auch der engagierte Geist im Hintergrund. Als Lehrerin selbst pädagogisch vom Fach, lenkt Corina Pech seit der Gründungsphase die Geschicke des Schul-Katers. Und offenbar sehr gut, denn das eingeschworene fünfköpfige Redaktionsteam zeigt sich hochmotiviert. Linda, Franziska, Niclas, Lelaina und Nele scheinen vor allem nie die Themen auszugehen. „Wenn es nach uns ginge, könnten wir noch viel mehr schreiben“, sagt Linda, und die anderen Redaktionsmitglieder nicken bekräftigend mit dem Kopf.

Um sich gegenseitig nicht unnötig in die Quere zu kommen beziehungsweise alle möglichen Interessensgebiete abzudecken, haben sich die Kinder selbst in Ressorts eingeteilt. Ähnlich der Sächsischen Zeitung arbeiten die Schüler demnach im Bereich „Sport“, „Kultur“ oder „Umwelt und Tiere“. Damit jeder weiß, was er zu tun hat, so Corina Pech, habe sie sich anfänglich mit den Kindern einmal im Monat zu einer Redaktionskonferenz in den eigenen vier Wänden getroffen. Gemeinsam wurde besprochen, was in der nächsten Ausgabe erscheinen soll. Allerdings: Seit die Kinderredaktion der Lenzer Schule als mehrseitige Online-Ausgabe aller zwei Monate erscheint, finden die Absprachen konsequent nur noch über das Internet statt. „Die Mitstreiter bekamen von den Eltern eine Mailadresse eingerichtet. Über diese werden Themenvorschläge eingereicht, Artikel und Fotos selbstständig an mich verschickt“, erklärt Pech. Dass dabei der einmal gesetzte Redaktionsschluss konsequent eingehalten werde, spricht einmal mehr für das Team des Schul-Katers.

Ein Team, das unter anderem über schulinterne Höhepunkte berichtet, Wandertage noch einmal für alle Klassen erlebbar macht und ausgewählte Bücher vorstellt. Einzelne Arbeitsgemeinschaften können sich in der Zeitung präsentieren, die Mathematikolympiade wird unter die Lupe genommen, aber auch unterhaltsame eigene Geschichten erzählt, Interviews mit der Schulleiterin oder wie in der jüngsten Ausgabe gar mit der Priestewitzer Bürgermeisterin Susann Frentzen geführt. „Die Kinder sind wirklich so engagiert und fleißig, dass manchmal auch jetzt noch nicht alle Ideen und Artikel untergebracht werden können“, verrät Corina Pech und lacht. Aufgrund dieses Materialüberschusses erscheine kurz vor dem Ende des Schuljahres im Juli gar noch eine Sonderausgabe des Schul-Katers. Immerhin wollen die Jung-Redakteure über den Baubeginn des neuen Hortgebäudes, die Fußballweltmeisterschaft und natürlich die nahenden Sommerferien berichten. Wenn alles gutgeht und die Kinderredakteure Glück haben, können sie dann vielleicht sogar von der Auszeichnung mit dem diesjährigen sächsischen Journalistenpreis am 6. Juli berichten. Schon im vergangenen Jahr hatten sie ihr Produkt der fachkundigen Jury vorgestellt. „Wir wollten damals einfach nur ein Feedback für unsere Arbeit bekommen. Die Kinder waren nach all dem Lob so angetan, dass sie letztlich dann eben die Zeitung gründen wollten.“ In diesem Jahr haben sie sich mit der dritten Ausgabe am Wettbewerb beteiligt sowie fünf einzelnen Beiträgen. Dass diese nun online zu lesen sind, begeistert mittlerweile aber nicht nur Mitschüler, Lehrer und oftmals auch helfende Eltern. „Oma, Opa, auch viele interessierte Leute aus unseren Ortsteilen freuen sich stets auf das Erscheinen des Schul-Katers“, weiß Corina Pech. Ein umtriebiger Geselle, der es eben in sich hat.