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Schürrle drängt in die Startelf

Der 23-Jährige macht in England von sich reden, aber eine Stärke könnte sein Problem werden.

© Reuters

Es fehlen nur zwei Tore zum Rekord. 14-mal hat Miroslav Klose schon bei Weltmeisterschaften getroffen, nur Ronaldo einmal öfter. Ausgerechnet in dessen Heimat könnte er den Brasilianer überholen, und die Mannschaft verspricht, ihm mit guten Vorlagen zu helfen. „Das wäre für Miro ein Riesending und würde uns alle freuen“, sagt André Schürrle. Dabei gehört er zu denen, die Klose den Platz in der Spitze streitig machen.

Der 23-jährige Schürrle gehört zu den falschen Neunern, die Joachim Löw demonstrativ Stürmer nennt. Es spricht einiges dafür, dass der Bundestrainer auf den Offensivspieler setzt, der für den FC Chelsea bei 30 Einsätzen in der englischen Premier League acht Treffer erzielte. Auch in der DFB-Elf hat er sich beinahe unbemerkt eine bemerkenswerte Quote erarbeitet: 13 Tore in 33 Länderspielen, herausragend sein Dreierpack beim 5:3 in Schweden zum Abschluss der Qualifikation.

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Galt Schürrle bisher als eine Alternative für die linke Seite, kommt er für die WM sowohl auf der Außenbahn als auch im Sturmzentrum als Erstbesetzung infrage. „Ich habe meine Sache ganz gut gemacht, dem Team mit Toren geholfen“, meint er selbstbewusst, sagt aber doch, was er sagen muss: „Ansprüche werde ich keine stellen. Hier geht’s ums Ganze. Ob ich auf dem Platz stehe oder erst einmal von der Bank komme – ich werde alles geben für die Mannschaft.“ Das ist vielleicht sein Problem: Schürrle ist ein guter Einwechsler, einer, der keine Anlaufzeit braucht, ein belebendes Element. Viermal hat er als Joker getroffen wie jüngst gegen Kamerun.

Von Löw gibt es deshalb vorab nur ein entschlossenes Sowohl-als-Auch. Schürrle sei eine Option für die Startelf, habe aber auch seine Stärken als Einwechselspieler. Der Bundestrainer gibt seine Gedanken zur Aufstellung selten preis. Er hat zwar in dieser Woche durchblicken lassen, dass vier Innenverteidiger die letzte Reihe bilden und Philipp Lahm ins defensive Mittelfeld versetzt wird, sorgt aber auch gern für Überraschungen.

Nachdem sich Torwart Manuel Neuer einsatzbereit gemeldet hat, wird vor allem über die Besetzung der Offensive spekuliert und ein 4-3-3-System favorisiert. Das hieße: Philipp Lahm, Sami Khedira und Toni Kroos bilden das Mittelfeld-Trio. In der offensiven Dreierkette könnte Schürrle mit Thomas Müller und Mesut Özil ständig die Positionen tauschen, aber auch Lukas Podolski hat in den Testspielen überzeugt. Und Klose? Löw betont dessen wichtige Rolle im Team, unabhängig davon, ob er von Beginn an spiele oder nicht. (SZ/-ler)